World Vision Deutschland e. V.

Dürrekatastrophe in Kenia: Turkana-Nomaden verlieren Lebensgrundlage

Nairobi/Friedrichsdorf (ots) - * Seit 2 Jahren ausbleibende Regenfälle * 3,3 Millionen Menschen vom Hunger bedroht * World Vision verteilt mtl. 10.000 Tonnen Nahrungsmittel an 500.000 Menschen Im Norden Kenias bahnt sich unter den Nomadenvölkern eine Hungerkatastrophe größten Ausmaßes an. Der in den letzten beiden Jahren ausbleibende Regen hat Flüsse austrocknen lassen, zu Ernteausfällen geführt und ein Massensterben von Rindern und Schafen verursacht. Damit ist den Nomaden und Halbnomaden im Turkana-Distrikt und angrenzenden Regionen die Lebensgrundlage entzogen. 3,3 Millionen Menschen sind nach Informationen der kenianischen Regierung ernsthaft gefährdet. In den betroffenen Gebieten leiden nach Auskunft von UNICEF-Kenia etwa 25-30% der Kinder an akuter Unterernährung. "Ohne ein schnelles Eingreifen würden in den nächsten Wochen und Monaten zahlreiche Nomaden sterben", sagte Harry Donsbach, Referent für Humanitäre Hilfe bei World Vision Deutschland, vor seiner Abreise nach Kenia. In Zusammenarbeit mit dem Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen hat World Vision ein groß angelegtes Hilfsprogramm aufgelegt. Monatlich verteilt World Vision rund 10000 Tonnen Nahrungsmittel - meist Weizen - an über 500.000 vom Hunger bedrohte Menschen in den Distrikten Turkana, Baringo und Moyale. Am schlimmsten betroffen ist der Turkana-Distrikt, wo World Vision monatlich 5000 Tonnen an 330.000 Nomaden und Halbnomaden verteilt. Mit Mitteln des Auswärtigen Amtes fördert World Vision Deutschland die Verteilung von Nahrung und Medikamenten für Kinder im Baringo-Distrikt. Für den enormen logistischen Aufwand in Nord-Kenia ist World Vision dringend auf Spenden angewiesen. In weiten Teilen Nordkenias lebt die nomadische Bevölkerung hauptsächlich vom Viehbestand. Die lang anhaltende Trockenheit hat zum Tod von Tausenden von Rindern, Schafen und Ziegen geführt. Nur Kamele haben bisher durchgehalten. Für die Menschen sind die Tiere Lebensunterhalt, Sparbuch, Versicherung und Rente in einem. Sie zu verlieren ist ein Schicksalsschlag ohnegleichen. Viele Kinder mussten die Schule aufgeben, um bei der Nahrungssuche zu helfen. Zahlreiche Nomaden strömen aus Verzweiflung in die Ballungsräume, wo sie zur städtischen Armut beitragen. In einigen Fällen haben die Familienväter Frau und Kinder im Stich gelassen, die für sich selbst sorgen müssen. Aufgrund des Wassermangels müssen diese manchmal bis zu 30 km laufen, um Wasser zu holen, das wegen seiner Verunreinigung ein erhöhtes Gesundheitsrisiko darstellt. Aufgrund der Dürre wollen mehr und mehr Nomaden künftig seßhaft werden. "Wir wollen lernen, wie man den Boden bearbeitet und bewässert, um Getreide anzupflanzen," sagte eine Nomadin, die mehrere Kilometer zur Verteilstation von World Vision in Nakurio kam. Hinweis für Redaktionen: Harry Donsbach steht für Interviews zur Verfügung (Tel. 06172-7630 oder 0172-212 77 37) Spenden werden erbeten auf Kto-Nr 66601 bei Postbank Frankfurt (BLZ 500 100 60) World Vision ist ein christliches Hilfswerk, das langfristige Entwicklungshilfe und humanitäre Nothilfe leistet. In Kenia betreibt World Vision u.a. 27 regionale Entwicklungsprojekte für 3,2 Millionen Menschen. ots Originaltext: World Vision Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Pressestelle: Kurt Bangert / Iris Manner Tel.: 06172 / 763-150/151 Fax: 06172 / 763-270 Email: info@wvi.org Original-Content von: World Vision Deutschland e. V., übermittelt durch news aktuell

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