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Umfrage: 5.000 Mütter sagen ihre Meinung
Mütter beklagen kinderfeindliche Verhältnisse in Deutschland

    Hamburg (ots) - Die Bundesrepublik ist nach Meinung vieler Mütter
ein Land mit kinderfeindlichen Verhältnissen. Das hat eine Umfrage
der Zeitschrift BRIGITTE ergeben, an der sich über 5.000 Mütter
beteiligt haben. 72,2 Prozent beklagen die Kinderfeindlichkeit, und
fast zwei Drittel (63,8 Prozent) ärgern sich darüber, dass Kinder als
reines "Privatvergnügen" angesehen werden. "Es wird viel zu wenig
honoriert, dass Kindererziehung auch eine Leistung für die
Gesellschaft ist", so eine Mutter. Nur jede 14. der befragten Mütter
(7,1 Prozent) ist rundum zufrieden.
    
    Nur für 16,7 Prozent der Umfrage-Teilnehmerinnen ist die Frage
entscheidend, um die sich die Politiker seit Monaten streiten: ob 200
Euro Kindergeld, wie die SPD vorschlägt oder 600 Euro Familiengeld,
wie die CDU/CSU einführen will. Mütter wollen vor allem: Mehr
Kinderbetreuung! Bessere Kinderbetreuung! Flexiblere Kinderbetreuung!
Job und Kinder müssen unter einen Hut gebracht werden. Für zwei
Drittel der Mütter und 71,7 Prozent der Alleinerziehenden ein
Riesen-Problem. Für sie bricht das Betreuungssystem zusammen, wenn
plötzlich zum Beispiel Schulstunden ausfallen. 55,1 Prozent der
befragten Mütter brauchen einen Ganztagesplatz, 67,9 Prozent  klagen
über unflexible Öffnungszeiten von Krippe und Kindergarten. Auch bei
knappen Kassen, so die Mehrheit der befragten Mütter, sollten die
Politiker als Allererstes Betreuungs-möglichkeiten für Kinder
schaffen, und zwar auch für die Ferienzeit.
    
    Besonders große Probleme haben Mütter mit Kleinkindern und
Alleinerziehende. Für Kinder unter drei Jahren einen Krippenplatz zu
finden ist selbst mit viel Glück kaum möglich. Nach offiziellen
Zahlen werden nur 5,7 Prozent der Kleinkinder außer Haus betreut.
Kein Wunder, dass 76,3 Prozent der befragten Kleinkind-Mütter über
fehlende Betreuungsmöglichkeiten klagen.  Als "Bettlerin" komme sie
sich vor, schreibt eine junge Mutter aus Nordrhein-Westfalen, beim
Klinkenputzen zwischen Jugendamt, Kirchengemeinde und privater
Krabbelgruppe.
    
    Lieber nebenan klingeln, als den eigenen Mann belästigen? Die
meisten setzen bei der Kinderbetreuung eher auf ihr Netzwerk von
Frauen, als auf die Hilfe vom Partner. 32,5 Prozent wünschen sich
"mehr Hilfe vom Partner bei Haushalt und Kinderbetreuung", 46 Prozent
dagegen bessere Kontakte zu Nachbarinnen.
    
    Die Mütter fordern mehr Anerkennung für ihre Leistung, und 42,2
Prozent stört es gewaltig, dass sie sich ständig rechtfertigen
müssen, sei es dem Arbeitgeber, den Kollegen, Nachbarn oder den
eigenen Kindern gegenüber.
    
    
ots Originaltext: Brigitte
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