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Schriftsteller Ian McEwan liebt an Deutschland den Wald und die Heide

Schriftsteller Ian McEwan liebt an Deutschland den Wald und die Heide
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Hamburg (ots) - Ian McEwan, britischer Bestseller-Autor ("Solar", "Abbitte", "Liebeswahn"), liebt zwei Aspekte der deutschen Landschaft: den Wald und die Heide. Sein Vater war als Soldat hier stationiert, wegen der Armeestützpunkte habe er "düstere" Erinnerungen an seine Kindheit in Deutschland, sagt er im Interview mit dem Magazin BRIGITTE (Ausgabe 2/15, ab heute im Handel). Mit 15 habe er aber eine Leidenschaft für deutsches Bier entwickelt.

Er habe jetzt angefangen, in Bayern zu wandern, sagt der passionierte Wanderer. "Das nächste Mal von Murnau am Staffelsee aus. Ich liebe die Maler des 'Blauen Reiter', die aus dieser Gegend waren. Und die Voralpen, die einen umgeben wie ein steinerner Vorhang." Beim Wandern, so der Autor, folge jeder Weg automatisch der Metapher einer Reise durchs Leben: "Man kommt immer in einem anderen Zustand, einer anderen Seelenlage an, als man aufgebrochen ist, man tritt mit dem ersten Schritt heraus aus dem, was einen gerade belastet, man ist nur noch mit dem Weg, der Landschaft und dem Wetter beschäftigt." Er habe immer "einen Freund und eine gute Flasche Wein dabei, es muss schon auch ein bisschen gesellig sein".

Weiter sagt McEwan, er würde gern mal auf digitale Diät gehen - "wenn der ganz Kram nicht so interessant wäre". Handy und Internet berührten "etwas Archaisches in uns, denn wir sind sehr soziale Tiere, und jetzt können wir dieses soziale Bedürfnis rund um die Uhr befriedigen."

Zu seiner schriftstellerischen Tätigkeit sagt McEwan, er habe kein Problem damit, einen Roman aus der Perspektive einer Frau zu schreiben. "Wir nehmen diese Mann-Frau-Unterschiede zu wichtig", sagt der 66-Jährige im Interview mit dem Magazin BRIGITTE. Er glaube, dass man immer aus der Gesamtheit seiner Erfahrungen schreibt. "Und wenn man viele Frauen kennt oder gekannt hat, ist es nicht so schwer, sich vorzustellen, was in ihnen vorgeht."

In seinem neuen Roman "Kindeswohl" geht es um einen 17-Jährigen, der im Sterben liegt und eine Bluttransfusion aus religiösen Gründen ablehnt. Zu den Vorwürfen vieler Kritiker, die in seinem Buch einen Angriff auf die Religion sehen, sagt McEwan: "Ich selbst habe keine Religion, aber ich finde, das Leben ist zu kurz, um Religion als solche anzugreifen. Für mich als weltlicher Autor ist der Glaube interessant als Quelle von so viel Hoffnung und so viel Angst zugleich."

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