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"Es wäre gut gewesen, wenn Brüderle sich entschuldigt hätte."


Hamburg (ots) - Katrin Göring-Eckardt spricht bei der Auftaktveranstaltung von BRIGITTE LIVE: "Frauen wählen!" mit Deutschlands führendem Frauenmagazin offen über Glaube und Macht, Quotenpolitik und die Sexismus-Debatte

Am Sonntagvormittag hat Katrin Göring-Eckardt im wahrsten Sinne des Wortes die Wahl: zum Auftakt der neuen Gesprächsreihe BRIGITTE LIVE: "Frauen wählen!". Im Berliner Maxim-Gorki-Theater kann sich die Spitzenkandidatin der Bundestagswahl 2013 von Bündnis 90/Die Grünen beim persönlichen Gespräch mit der BRIGITTE Chefredaktion für jeweils eines von zwei angebotenen Stichworten entscheiden. Vor rund 200 Zuschauern stellt sich die Politikerin politischen und persönlichen Fragen aus insgesamt 14 Themenbereichen.

Vor die Wahl gestellt, ob sie über "Frauen" oder über "Männer" sprechen möchte, entscheidet sich Göring-Eckardt für "Frauen". Ohne die Frauenquote der Grünen, so die Politikerin, würde sie selbst nicht dort sein, wo sie heute stehe. Insgesamt plädiere sie für gute Rahmenbedingungen, damit Frauen und Männer Beruf und Familie gut vereinbaren könnten. Diese zu schaffen, sei Aufgabe der Politik - damit Frauen die Möglichkeit haben, ihren Weg frei zu wählen. Manchmal ärgere sie sich auch über die Frauen, wenn sie nicht deutlich genug die Macht ergreifen, sondern vor gewissen Strukturen zurückschrecken würden, anstatt zu versuchen, diese von innen mit zu verändern. "Ich hoffe, dass Frauen sich trauen, mehr Kontra zu geben. Das ist nicht zickig, sondern selbstverständlich."

Zur jüngsten Affäre um Rainer Brüderle - ausgelöst durch einen Bericht im STERN - übte Göring-Eckardt scharfe Kritik an dem FDP-Politiker: "Es wäre gut, wenn er sich entschuldigt hätte." Sie bezeichnet es als inakzeptabel, dass die FDP dies als eine Kampagne gegen Brüderle abtue, handele es sich doch um ein vollkommen inakzeptables Verhalten des Politikers. Die Spitzenkandidatin betrachtet es jedoch als positiv, dass dadurch nun eine öffentliche Debatte um das Verhältnis von Journalisten und Politikern angestoßen wurde.

"Merkel" oder "Steinbrück": Göring-Eckardt entscheidet sich nach einigem Hin und Her für Letzteren, da er ihr doch näher stünde. Geärgert habe sie sich jedoch über seine Bemerkung, er brauche "Beinfreiheit". Diese gäbe es mit den Grünen nicht. Beide Parteien hätten viele Übereinstimmungen im Wahlprogramm, aber eben auch Unterschiede, beispielsweise in der Energiepolitik, beim Thema Mobilität oder in der Sozialpolitik.

In der rot-grünen Koalition seien auch Fehler gemacht worden; die Agenda 2010 sei aber grundsätzlich gut gewesen, etwa die Zusammenlegung von Arbeitslosengeld und Sozialhilfe. Göring-Eckardt räumt aber auch ein, dass dadurch, dass das Schulessen für Kinder in den Regelsatz eingepreist wurde, nach einem halben Jahr 80 Prozent der Kinder abgemeldet wurden.

"Liebe auf den ersten Blick?" oder "Liebe auf den zweiten Blick?", Göring-Eckardt will über "Liebe auf den zweiten Blick" reden. Auch mit den Grünen sei es ihr so ergangen, an ihre Partei musste sie sich zunächst herantasten. Generell sei Politik aber keine "Liebe", auch wenn sie viel mit Emotionen und Leidenschaft zu tun hätte.

Über "Glaube" und "Macht" möchte die Politikerin, studierte Theologin und gläubige Evangelin, gleichermaßen sprechen. Der "Glaube" gäbe ihr Ruhe und Vertrauen. Im Laufe ihres Lebens habe er sich aber auch stetig verändert. Bei ethischen Entscheidungen hat ihr Glaube durchaus Einfluss auf die Politik, denn er sage ihr, dass es etwas Größeres gibt als sie selbst - Glaube heiße für Göring-Eckardt auch, den Zweifel zuzulassen. Insbesondere habe ihr der Glaube während der Zeit in der DDR-Opposition Kraft gegeben.

Bei der Frage "Familienpolitik" oder "Hartz IV" entscheidet sie sich für die "Familienpolitik", und ihre Botschaft ist klar: Die Familienpolitik muss sich auf die Kinder fokussieren und solle nicht pauschal bestimmte Familienmodelle subventionieren. Deshalb plädiert sie für die Abschaffung des Ehegattensplittings und fordert langfristig eine Kindergrundsicherung und einen qualitativen und quantitativen Ausbau der Kinderbetreuungsangebote. Es ginge nicht, dass eine Familie mit drei bis vier Kindern in die Armut abrutsche.

Daneben erfahren die Zuschauer noch vieles mehr; zum Beispiel, dass Göring-Eckardt leidenschaftliche Kräutertee-Trinkerin ist - "da kenne ich mich besser aus als bei Wein", oder dass ihre größte Niederlage die vorübergehende Zunahme von 15 Kilo gewesen sei. Die habe sie jedoch mit Sport und weniger Essen wieder verloren.

Ob klug und sachlich, emotional und weich, herzlich und humorvoll - am Ende ist das Publikum Göring-Eckardt ganz nah, und es erlebt nicht nur eine Politikerin, sondern vor allem eine starke Frau. Und genau darum geht es bei BRIGITTE LIVE.

Weitere Termine von BRIGITTE LIVE. "Frauen wählen!": Sahra Wagenknecht, DIE LINKE (24. Februar in Düsseldorf), Angela Merkel, CDU (2. Mai in Berlin), Ursula von der Leyen, CDU (24. Mai in Hamburg), Andrea Nahles, SPD (30. Juni in Köln) sowie mehr Politikerinnen im Laufe des Jahres.

Mehr Informationen unter www.brigitte.de/LIVE.

Bildmaterial zum Download unter:

http://we.tl/a09PWbStrR

Über BRIGITTE LIVE

BRIGITTE LIVE ist ein öffentliches Veranstaltungsformat von Deutschlands führendem Frauenmagazin, das 2013 erstmalig ins Leben gerufen wurde. Seit jeher rückt BRIGITTE wichtige kulturelle und gesellschaftlich relevante Themen in den Fokus und stößt öffentliche Diskussionen an. Im Zentrum stehen dabei traditionell starke Frauen, die unsere Gesellschaft maßgeblich prägen. Mit BRIGITTE LIVE setzt BRIGITTE diese Kompetenz auch außerhalb des Magazins ein. Startschuss und thematischer Auftakt ist im Bundestagswahljahr 2013 die Gesprächsreihe "Frauen wählen!", bei der das Magazin Deutschlands Spitzenpolitikerinnen einem gesellschaftlich interessierten Publikum vorstellt. Zwischen Januar und August 2013 werden die Kandidatinnen in wechselnden Städten auf Herz und Nieren geprüft. Im Interview mit den BRIGITTE Chefredakteuren gibt pro Stadt eine Politikerin Antworten auf die aktuellen politischen Fragen. Neben Wahlkampfthemen geht es in den Gesprächen aber auch um die Personen; BRIGITTE LIVE: "Frauen wählen!" hinterfragt kritisch, ist gesellschaftlich relevant, persönlich, nah und unverfälscht.

Über BRIGITTE

BRIGITTE ist Marktführerin unter den klassischen Frauenmagazinen Deutschlands: Jede BRIGITTE wird durchschnittlich von 2,42 Millionen Frauen gelesen (MA 2013/I). Damit liegt BRIGITTE um 700.000 Leserinnen vor dem folgenden Mitbewerber im Segment. Nicht nur an der Reichweite, sondern auch an den Verkaufszahlen lässt sich der Erfolg von BRIGITTE ablesen: Mit einer verkauften Auflage von durchschnittlich 577.049 Ex. (IVW IV/2012) liegt BRIGITTE auch hier an der Spitze der klassischen Frauentitel in Deutschland. BRIGITTE-Leserinnen sind überdurchschnittlich gebildet, meist berufstätig und verfügen über ein hohes Haushaltseinkommen (MA 2013/I). BRIGITTE erscheint 14-täglich mittwochs und kostet im Handel 2,80 Euro.

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Leitung PR/Kommunikation BRIGITTE, GALA, GRAZIA 
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