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Junge Paare - glückliche Paare? Ihr Ideal ist Gleichberechtigung, doch die Wirklichkeit sieht anders aus
Repräsentative BRIGITTE-Untersuchung über das Leben junger Paare

Berlin (ots) - Karriere, Wohlstand, Schönheit, Fitness, Freunde, Selbstverwirklichung. Dazu atemberaubender Sex, eine gleichberechtigte Beziehung, die perfekte Familie. Noch nie waren die Ansprüche ans Leben so hoch wie heute. Wie die jungen Deutschen mit diesem enormen Erfolgsdruck fertig werden, hat die Zeitschrift BRIGITTE durch das Heidelberger Forschungsinstitut A&B analysieren lassen. 1001 Deutsche im Alter zwischen 18 und 35 Jahren, die in einer Partnerschaft leben, wurden repräsentativ gefragt, was sie träumen, was sie fühlen, was sie denken und wie sie leben. Die große Mehrheit der Befragten kann vier Paar-Typen zugeordnet werden: Die Glücklichen (49 %), die Zufriedenen (20 %), die Zweifelnden (10 %) und die vor dem Aus (7 %). Die Glücklichen leben eher nach dem traditionellen Rollenmuster: Sie sind verheiratet und haben Kinder, fast immer ist der Mann voll berufstätig und die Frau zuständig für den Haushalt. Die Zufriedenen sind meist jünger, unverheiratet und wohnen häufig noch getrennt. Die Zweifelnden sind ebenfalls eher jung und noch kinderlos, und vor dem Aus ihrer Beziehung stehen in der Regel Ältere, die oft unverheiratet und kinderlos sind. Das traditionelle Rollenmuster scheint also das erfolgreichste Partnerschaftsmodell zu sein. Vor allem die "Glücklichen" fühlen sich in ihrer Beziehung "aufgehoben und geborgen", das "Wir" zählt genauso viel wie das "Ich". Ihren Partner halten sie für einzigartig und sind absolut treu. Sie halten es für "eine besondere Fügung", dass sie zusammengekommen sind, und sie können sich nicht vorstellen, sich jemals zu trennen. Obwohl sie nach eher altmodischen Rollenmustern leben, denken junge Paare sehr modern. 90 Prozent sind davon überzeugt, dass beide Partner sich gleichermaßen um Kinder und Haushalt kümmern sollten, erst recht, wenn die Frau Kind und Karriere gleichzeitig will. 80 Prozent sagen: "Emanzipierte Frauen machen den Haushalt nicht mehr allein." Die Realität sieht allerdings völlig anders aus: 79 Prozent der Frauen kochen fast ausschließlich allein, 70 Prozent der Frauen kümmern sich um Ordnung und Sauberkeit im Haushalt, 67 Prozent erledigen die Einkäufe, und 47 Prozent sind für die Kinderbetreuung zuständig. Wenn Männer mit anpacken, dann am ehesten bei ihren althergebrachten Zuständigkeiten: 76 Prozent der Männer kümmern sich im Haushalt um das Auto, 74 Prozent um Wohnungsreparaturen. Männer glauben, dass sie sich gleich viel um die Kinder kümmern. Nur: Sie spielen mit den Kleinen, die Frauen aber haben die Arbeit. Dass die 18- bis 35-Jährigen trotz ihrer modernen Ansichten in tradierte Rollenmuster abgleiten, hat vermutlich vor allem wirtschaftliche Gründe. Die meisten Männer verdienen immer noch deutlich mehr als die Frauen. Dies dürfte der Hauptgrund dafür sein, dass die Frauen zu Hause bleiben und ihre Karriere auf später verschieben. Die glücklichen jungen Paare reiben sich nicht auf im Kampf um Ideale, sondern genießen - erst einmal - ihr Zusammenleben, wie es ist. Geld bedeutet den jungen Paaren nicht viel. Es wird wenig darüber geredet oder gestritten. 79 Prozent sagen allerdings, finanzielle Sicherheit sei wichtig für die Pflege der Beziehung. In zwei Dritteln der Partnerschaften (69 Prozent) entscheiden beide zusammen über größere Ausgaben. Gemeinsamkeiten sind die Basis für eine gute Beziehung, ohne dass man sich gleich zusammen die Zähne putzen muss. Gemeinsam Spaß zu haben ist 99 Prozent wichtig. 82 Prozent "machen immer zusammen Urlaub", und 79 Prozent sind sich "schnell einig" bei der Urlaubsplanung. 74 Prozent wollen möglichst viel gemeinsame Zeit miteinander verbringen, und ebenso viele haben ein oder mehrere gemeinsame Hobbys. 80 Prozent der jungen Männer und Frauen sagen: "Jeder von uns hat das Recht, mit anderen wegzugehen", und 67 Prozent meinen, in einer guten Beziehung müsse jeder sein eigenes Privatleben haben. In der Freizeit dominiert ganz klar der Fernseher. In 50 Prozent der Partnerschaften wird mindestens sechs Tage pro Woche ferngesehen, 45 Prozent gehen normalerweise einmal die Woche zusammen aus. Und nur in 29 Prozent der Partnerschaften gibt es öfter Streit wegen der Freizeit. In den Betten der jungen Paare herrscht nach der BRIGITTE-Studie Glück und Zufriedenheit. 91 Prozent der Befragten fühlen sich sexuell befriedigt, 80 Prozent sprechen offen über ihren Sex, und 79 Prozent meinen, dass der Sex im Laufe ihrer Beziehung besser geworden sei. "Wenn wir miteinander schlafen, ist alles erlaubt", sagen 78 Prozent der Paare. Nur in elf Prozent der jungen Partnerschaften ist "Sex öfter Anlass zum Streit". Eifersucht zerstört die Liebe nicht. Selbst wenn beide überdurchschnittlich eifersüchtig sind, empfinden sie das als eher selbstverständlich und belebend für die Beziehung. Und - dass Kinder die Lust am Sex reduzieren, meinen meistens nur diejenigen, die selbst keine Kinder haben. ots Originaltext: Brigitte Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen bitte an: Heinz Kirchner Leitung Presse und Information Tel.: 040/3703-2116 Fax: 040/3703-5702 E-Mail: kirchner.heinz@brigitte.de Original-Content von: Gruner+Jahr, BRIGITTE, übermittelt durch news aktuell

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