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Natascha Kampusch: "Was mir passiert ist, geht nur mich etwas an"

    Hamburg (ots) - 10. Februar 2009. Natascha Kampusch, 20, ist befremdet von dem Bild, dass die Medien von ihr zeichnen, seit sie sich 2006 aus der Gefangenschaft eines Entführers befreite. "Sie schmeicheln und sie drohen mir, sie überhöhen und sie erniedrigen mich", sagt Kampusch in einem Interview in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift BRIGITTE (Heft 5/2009, ab 11. Februar im Handel). "Das geht so weit, dass ich mir selbst manchmal fremd vorkomme, weil mein Selbstbild und das Bild, das die Medien von mir zeichnen, so wenig miteinander zu tun haben." Die entscheidende Frage sei für sie: "Wie überlebt man überhaupt einen solchen Einschnitt, wie ich ihn im Leben erlitten habe? Überlebt man als gebrochener Mensch? Als Mensch, der von den Medien gegängelt, gequält und letztlich im Stich gelassen wird? Oder überlebt man als souveränes Individuum, das es wie ich geschafft hat, sich von den Medien nicht vereinnahmen zu lassen?"

    Das Urteil des Oberlandesgerichts Wien, sie sei eine öffentliche Person und müsse Eingriffe in ihr Intimleben dulden, nannte Kampusch skandalös. "Was mir passiert ist, geht im Großen und Ganzen auch nur mich etwas an." Ihrem Verständnis nach "sollte es im öffentlichen Raum einen höchstpersönlichen Lebensbereich geben, der von den Gerichten geschützt wird".

    Das Interview ist ein gekürzter Vorabdruck aus dem Buch "Skandal! Die Macht öffentlicher Empörung" (Herbert von Halem Verlag), das dieser Tage erscheint.

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