Bundesagentur für Arbeit (BA)

Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im März 2001
Geringerer Rückgang der Arbeitslosigkeit als in den Vorjahren
Teil 7 von 8

Nürnberg (ots) - Nicht saisonbereinigt hat die Zahl der Arbeitslosen - wie üblich in einem März - abgenommen, aber nur verhalten. Der Rückgang gegenüber Februar war mit 29.200 ähnlich schwach wie im Vorjahr (-29.800), nachdem es 1998 und 1999 noch Abnahmen von 56.900 und 50.200 gegeben hatte. Folglich ist der Vorjahresabstand mit +10.400 praktisch gleich geblieben (Februar: +9.700; Januar: +4.500; Oktober: -24.200). Auf die jüngste Entwicklung hatten Veränderungen im Einsatz der Arbeitsmarktpolitik spürbaren Einfluss; so lag die Entlastung durch arbeitsmarktpolitische Instrumente mit -15.000 deutlich stärker unter dem Niveau des Vorjahres als im Februar (-5.000; Oktober: +25.000). Die Arbeitslosenquote, auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen, betrug im März 18,6 Prozent; bezogen auf die abhängigen zivilen Erwerbspersonen waren es 20,0 Prozent. Vor einem Jahr beliefen sich die Quoten auf 18,9 Prozent bzw. 20,4 Prozent (vgl. Anmerkung 2). Der Zugang in Arbeitslosigkeit war zuletzt wieder stärker; von Januar bis März meldeten sich aber praktisch genauso viele Personen arbeitslos wie im Vorjahreszeitraum (-3.100 oder -0,5 Prozent auf 647.200). Dabei gab es weniger Meldungen von Personen, die unmittelbar vorher erwerbstätig waren (ohne Ausbildung: -7.600 oder -2 Prozent auf 380.500), und zwar wegen weniger Arbeitslosmeldungen nach regulärer, mehr als kurzfristiger Beschäftigung, aber vor allem nach beendeten Strukturanpassungsmaßnahmen (-3.200 auf 282.700 bzw. -7.300 auf 18.300). Dagegen waren die Zugänge nach betrieblicher oder außerbetrieblicher Ausbildung spürbar und die nach einer beruflichen Weiterbildung (einschl. Deutsch-Sprachlehrgängen und Eingliederung von Behinderten) erheblich größer (+1.100 oder +5 Prozent auf 23.200 bzw. +5.100 oder +21 Prozent auf 29.700). Arbeitslosmeldungen aus sonstiger Nichterwerbstätigkeit haben sich insgesamt kaum verändert (-600 oder -0,3 Prozent auf 225.600). Die Abgänge aus Arbeitslosigkeit waren im März wieder etwas lebhafter, im ersten Quartal insgesamt jedoch eher verhalten. So beendeten seit Jahresbeginn 541.700 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 15.500 oder 3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Dabei meldeten sich auch weniger Arbeitslose in Erwerbstätigkeit ab (ohne Ausbildung: -7.700 oder -3 Prozent auf 243.800), was vor allem auf einer erheblich kleineren Zahl von Abgängen in BSM beruht (-13.600 auf 42.000). Auch die Abmeldungen in berufliche Weiterbildung haben sich etwas verringert (einschl. Deutsch-Sprachkurse und Eingliederung Behinderter: -1.100 oder -2 Prozent auf 56.900). Einen spürbaren Rückgang verzeichneten ferner Abgänge in sonstige Nichterwerbstätigkeit (-7.100 oder -3 Prozent auf 216.400), und zwar praktisch allein wegen weniger Abmeldungen in Rente und in Krankheit (-6.800 auf 19.300 bzw. -4.400 auf 133.000). Die Stellenmeldungen haben sich zuletzt etwas belebt. Gleichwohl gingen von Januar bis März bei den Arbeitsämtern mit 226.600 Angeboten 10.800 oder 5 Prozent weniger ein als vor einem Jahr. Allerdings beruht die Abnahme allein auf BSM (-16.700 auf 57.000, darunter SAM OfW: -6.800 auf 6.000). Den Stellenmeldungen folgend waren auch die Arbeitsvermittlungen rückläufig. Seit Jahresbeginn wurden 181.500 Arbeitsuchende in Beschäftigungen von mehr als sieben Tage Dauer vermittelt, 7.200 oder 4 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Ausschlaggebend für diese Abnahme waren weniger Vermittlungen in BSM (-17.000 auf 44.600). Durch Auswahl und Vorschlag fanden 170.400 Personen eine Tätigkeit, mit Hilfe des SIS 9.500 und des AIS 1.200. Darüber hinaus wurden für 19.700 Arbeitsuchende kurzfristige Tätigkeiten angebahnt (-600). Alles in allem konnten durch die Mitwirkung der Arbeitsämter von Januar bis März mindestens 201.200 Arbeitsuchende eine Erwerbstätigkeit aufnehmen, 7.700 oder 4 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Bestand an offenen Stellen war weiterhin größer als vor Jahresfrist. Im März gab es 72.200 Angebote, 3.300 mehr (Februar: +4.400; Januar: +3.000). Gleichzeitig waren deutlich weniger Stellen für BSM gemeldet (-2.600 auf 21.200); ihr Anteil an allen Stellen hat sich gegenüber Vorjahr um 5 Prozentpunkte auf 29 Prozent reduziert. Kurzarbeit hat sich von Februar auf März erhöht, und zwar um 2.600 auf 33.000. Die Zunahme entfällt größtenteils auf das Baugewerbe (+1.500 auf 13.400), aber auch andere Wirtschaftszweige trugen dazu bei. Das Ernährungsgewerbe verzeichnete - wohl infolge der "BSE-Krise" - einen weiteren Anstieg der Kurzarbeiterzahl (+100 auf 1.100). Gegenüber Vorjahr gab es insgesamt 2.900 Kurzarbeiter weniger (Februar: -1.800). Die Arbeitszeit war im Durchschnitt ähnlich stark reduziert wie im Vormonat (55 Prozent; 56 Prozent; Vorjahr: 49 Prozent). Mehr als die Hälfte der Arbeitszeit fiel für 48 Prozent der Kurzarbeiter aus (Vormonat: 49 Prozent; Vorjahr: 39 Prozent). Teil 8 folgt. Original-Content von: Bundesagentur für Arbeit (BA), übermittelt durch news aktuell

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