Bundesagentur für Arbeit (BA)

Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Januar 2001
Saisonbedingter Anstieg der Arbeitslosigkeit Teil 5 von 6

Nürnberg (ots) - Nicht saisonbereinigt hat sich die Zahl der Arbeitslosen - vor allem jahreszeitlich bedingt - gegenüber Dezember um 115.800 auf 1.471.000 erhöht. Die Zunahme war etwas kleiner als im Durchschnitt der Jahre zuvor (z.B. Januar 1998 bis 2000: +119.200), aber größer als vor einem Jahr (+109.400); die Arbeitslosigkeit lag deshalb wieder geringfügig über dem Vorjahresniveau, nachdem sie in den Monaten zuvor immer weniger darunter gelegen hatte (+4.500; Dezember: -1.900; November: -11.700). Dies geht auch auf Arbeitsmarktpolitik zurück, die zuletzt etwas stärker abnahm als vor einem Jahr. Folglich lag ihre Entlastung nur noch um rd. 5.000 über dem Vorjahreswert (Dezember: +10.000; November: +15.000). Im Zuge des starken konjunkturellen Aufschwungs des Verarbeitenden Gewerbes hat sich die Zahl der Arbeitslosen in den Fertigungsberufen (ohne Bau- und baunahe Fertigungsberufe) sowie in den Technischen Berufen im Vergleich zum Vorjahr deutlich verringert (-5 Prozent auf 311.000 bzw. -8 Prozent auf 61.400; zum Vergleich alle Arbeitslosen: +0,3 Prozent). In den Dienstleistungsberufen nahm die Arbeitslosigkeit nur geringfügig ab (-1 Prozent auf 729.900). Innerhalb dieses Bereiches war die Entwicklung allerdings uneinheitlich: Während bei Gesundheitsdienstberufen sowie Sozial- und Erziehungsberufen spürbar weniger Arbeitslose registriert waren (-9 Prozent bzw. -6 Prozent), stieg ihre Zahl in solchen Berufen, die stark vom privaten Verbrauch abhängen, also insbesondere bei Warenkaufleuten, hauswirtschaftlichen Berufen und Gästebetreuern (+2 Prozent; +4 Prozent; +4 Prozent). Infolge der anhaltenden Strukturkrise im Baugewerbe gab es wesentlich mehr Arbeitslose in Bau- und baunahen Fertigungsberufen (+13 Prozent auf 171.500 bzw. +19 Prozent auf 86.300); der Anstieg in den Wintermonaten (November 2000 bis Januar 2001) war in diesen Berufen dagegen nur wenig höher als im Vorjahreszeitraum. Im Januar betrug die Arbeitslosenquote auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen 18,7 Prozent; bezogen auf die abhängigen zivilen Erwerbspersonen waren es 20,1 Prozent. Vor einem Jahr beliefen sich die Quoten auf 19,1 Prozent bzw. 20,6 Prozent. Der Zugang in Arbeitslosigkeit war vergleichsweise schwach. So war die Zahl der Arbeitslosmeldungen im Januar wieder etwas kleiner als im Vorjahr, nachdem sie im letzten Quartal 2000 größer war; mit 274.500 Zugängen gab es eine Abnahme von 4.400 oder 2 Prozent. Dies beruht allein auf weniger Meldungen von Personen, die unmittelbar vorher erwerbstätig waren (ohne Ausbildung: -5.800 auf 182.400); dabei spielten sowohl weniger Arbeitslosmeldungen nach regulärer, mehr als kurzfristiger Beschäftigung als auch nach beendeten Strukturanpassungsmaßnahmen eine Rolle. Die Zugänge nach betrieblicher oder außerbetrieblicher Ausbildung waren dagegen etwas größer (+100 oder +2 Prozent auf 6.300). Deutlich zugenommen haben Meldungen nach einer schulischen Ausbildung (+1.400 oder +13 Prozent auf 12.200), und zwar allein wegen mehr Zugängen nach beruflicher Weiterbildung oder Deutsch-Sprachlehrgängen (+2.100 auf 8.100). Die Zahl der Arbeitslosmeldungen aus sonstiger Nichterwerbstätigkeit war so groß wie im Vorjahr (-100 oder -0,1 Prozent auf 73.600). Die Abgänge aus Arbeitslosigkeit waren eher verhalten. Im Januar beendeten 158.700 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 10.800 oder 6 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Vor allem meldeten sich weniger Arbeitslose in Erwerbstätigkeit ab (ohne Ausbildung: -7.300 oder -10 Prozent auf 65.100), was allerdings wiederum auf eine erheblich kleinere Zahl von Abgängen in BSM zurückzuführen ist (-7.300 auf 9.200). Ebenfalls rückläufig waren Abgänge in sonstige Nichterwerbstätigkeit (-6.400 oder -9 Prozent auf 67.600), und zwar wegen weniger Abmeldungen in Krankheit oder Rente (-4.500 auf 39.800 bzw. -2.100 auf 7.300). Allein der Abgang in Ausbildung hat zugenommen (+1.200 oder +7 Prozent auf 18.600; darunter in berufliche Weiterbildung und Sprachkurse: +900 auf 15.200). Die Stellenmeldungen waren weiterhin relativ schwach. Bei den Arbeitsämtern gingen im Januar 56.200 Angebote ein, 6.500 oder 10 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Abnahme beruht aber fast ausschließlich auf Beschäftigungschaffenden Maßnahmen (-6.300 auf 11.600, darunter SAM OfW: -2.600 auf 1.600). Den Stellenmeldungen folgend waren auch die Arbeitsvermittlungen weiter rückläufig. Im Januar wurden 45.000 Arbeitsuchende in Beschäftigungen von mehr als sieben Tage Dauer vermittelt, 6.100 oder 12 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Ausschlaggebend für diese Abnahme waren weniger Vermittlungen in BSM (-7.300 auf 10.700). Durch Auswahl und Vorschlag fanden 42.000 Personen eine Tätigkeit, mit Hilfe des SIS 2.700 und mit der des AIS 300. Darüber hinaus wurden für 8.000 Arbeitsuchende kurzfristige Tätigkeiten angebahnt (-300). Alles in allem konnten durch die Mitwirkung der Arbeitsämter im Januar mindestens 53.000 Arbeitsuchende eine Erwerbstätigkeit aufnehmen, 6.400 oder 11 Prozent weniger als vor einem Jahr. Teil 6 folgt Original-Content von: Bundesagentur für Arbeit (BA), übermittelt durch news aktuell

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