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w&v: Kritik an e.on für irreführende "Mix-Power"-Werbung

München (ots) - Verbraucherschützer haben den Stromkonzern e.on für seine Werbekampagne zum Angebot "Mix-Power" stark kritisiert. Der Energiekonzern führe seine Kunden mit dem Angebot, sich Stromquellen selbst zusammenstellen zu können, in die Irre. "Es ist technisch gar nicht möglich, dem einzelnen Stromkunden Energie aus bestimmten Quellen zuzuteilen", urteilt Ulrich Wagner, Professor für Energiewirtschaft an der TU München. Das berichtet das führende deutsche Marketingmagazin w&v - werben und verkaufen in seiner aktuellen Ausgabe. "Die Kritik der Verbraucherschützer geht am Grundverständnis des Produkts vorbei", sagt dagegen e.on-Energie-Vorstandsmitglied Bernhard Reutersberg. Laut Werbung hat der Stromkunde erstmals die Möglichkeit, seine Energiequellen selbst zu mixen. Zur Wahl stehen Wasser, Wind, Sonne, Biogas, Kernenergie und Kohle. Allerdings ist damit nicht die tatsächliche Zusammenstellung des Stroms gemeint. Der Kunde könne so Hinweise darauf geben, wie die Stromerzeugung "in Zukunft" aussehen soll. Zudem weise jede Broschüre aus, dass sich am Strommix "natürlich erst dann etwas ändert, wenn viele Kunden den veränderten Energiemix bestellen", so Reutersberg. Kritiker wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen halten diese Strategie für "Blendwerk". Wer über Mix-Power aus regenerativen Quellen Strom bezieht, zahle drauf, ohne wirklich etwas für die Umwelt zu tun. e.on-Energie bezieht seinen Strom fast ausschließlich aus herkömmlichen Quellen, darunter 44,5 Prozent aus Kernkraftwerken. Nur 7,4 Prozent werden aus erneuerbaren Ressourcen gewonnen. Energie-Experten betonen aber, dass erst dann ein Beitrag für die Umwelt entsteht, wenn neue Kraftwerke für Energie aus grünen Quellen gebaut werden. Bei Preisunterschieden zwischen 26 Pfennig (Atomstrom) und 1,42 Mark (Sonnenenergie) sei aber kaum damit zu rechnen, dass der Konzern zusätzlichen Öko-Strom fördern muss. Anders als die Verbraucherschützer findet es Reutersberg auch logisch, dass die Mix-Power-Variante mit 100 Prozent Wasserkraft teurer ist als das "Aqua-Power"-Angebot von e.on. Das entstehe zwar auch aus hundert Prozent Wasser, sei aber ein Standard-Produkt. Allein die Möglichkeit, den Mix der Energiequellen auf dem virtuellen Mischpult auf der e.on-Website zu ändern, stelle einen zusätzlichen Nutzen dar: "Viele unserer Kunden geben ihrem Mix gerne die ganz persönliche Note." ots Originaltext: w&v Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Weitere Informationen zu diesem Thema: chefredaktion@wuv.de Original-Content von: W&V Werben & Verkaufen, übermittelt durch news aktuell

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