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w&v: Umsatzkrise für Werbebranche naht - Agenturen reden sich Situation schön

    München (ots) - Die deutsche Werbebranche wird offenbar schneller
von der allgemeinen Konjunkturflaute erreicht, als es die großen
Agenturen wahrhaben wollen. Sie hoffen trotz der negativen
Wirtschaftslage 2001 auf ein kräftiges Umsatzplus. Doch der Markt
spricht andere Zahlen: Die Brutto-Werbeausgaben gingen laut den
Werbeforschern von ACNielsen im ersten Halbjahr 2001 um 3,5 Prozent
gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück. Vieles spreche dafür, dass
sich die Werber die Situation schönreden, schreibt das führende
deutsche Marketing-Magazin w&v - werben und verkaufen.
    
    Noch sei in der Branche kaum jemand bereit, offen über die Krise
zu sprechen, heißt es in der aktuellen Ausgabe. In der
w&v-Halbjahresumfrage Mitte Juli vermeldeten die großen Agenturen,
man sei auf Wachstumskurs. Im Schnitt rechnen sie mit einem
Umsatzwachstum von sieben Prozent. "Dabei wird hinter vorgehaltener
Hand seit vier Monaten nur noch über die Verschlechterung der
wirtschaftlichen Lage diskutiert", berichtet ein Branchen-Insider aus
München gegenüber w&v. In der Werbebranche gebe es eine tiefsitzende
Kultur, den schönen Schein zu wahren.
    
    Deutliche Worte finden nur Agenturen, die wegen großer Etatgewinne
von der allgemeinen Auftragslage unabhängig sind. "Schlaraffenland
ist abgebrannt", sagt Hubertus von Lobenstein, CEO der Agentur
Saatchi & Saatchi aus Frankfurt. Obwohl seine Agentur gerade den
millionenschweren Etat von T-Mobile gewonnen hat, würden - wie von
Lobenstein sagt - bestimmt keine La-Ola-Wellen durch die Agentur
laufen.
    
    Heimar Schröter, CEO der Werbeagentur Michael Conrad & Leo Burnett
aus Frankfurt/Main, meint: "Zehn bis zwanzig Prozent von bestehenden
Etats werden gekürzt." Auch die Zahlungsmoral der Kunden
verschlechtere sich. Der CEO der Agentur FCB, Martin Blach, hat
beobachtet, dass bei manchen Unternehmen die gesamten
Online-Aktivitäten auf dem Prüfstand stehen. "Die Euphorie ist
komplett draußen." Das zwingt die Werbeagenturen, selbst auf die
Kostenbremse zu treten. Marktführer BBDO rief in einem internen Brief
die Mitarbeiter auf, die Kosten zu senken.
    
    Unternehmen würden Marketingmaßnahmen einfrieren und sich zunächst
ein Bild von der Lage machen, heißt es in dem w&v-Bericht. Diese
Beobachtung stützt eine Studie des Berater-Netzwerks AAR. Demnach hat
sich in Großbritannien die Zahl der Ausschreibungen mit Etats von
mehr als 30 Millionen Mark halbiert. Zwischen Juni 2000 und Juni 2001
fanden nur noch 126 solcher Ausschreibungen statt, gegenüber 234 im
Vergleichszeitraum 1999/2000. Diesen Trend bestätigt auch die
Agenturvermittlerin Uta Hirschbiegel: "Die Kunden sind in
Hab-Acht-Stellung. Sie sind vorsichtiger und zögern Entscheidungen
hinaus."
    
    
ots Originaltext: w&v werben und verkaufen
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