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w&v: Promi-Inflation in der Werbung - je öfter, desto wirkungsloser

    München (ots) - Immer mehr Unternehmen setzen bei ihrer Werbung in
Deutschland auf prominente Gesichter. Verona Feldbusch, Claudia
Schiffer, Boris Becker oder Thomas Gottschalk sollen Marken bekannt
machen, Images aufpolieren oder den Absatz von Produkten ankurbeln.
Doch je größer das Star-Aufgebot in der Werbung wird, desto geringer
die Wirkung. Die Folge: Lediglich der Prominente profitiert von der
Werbepräsenz, während die Marke gar nicht mehr wahrgenommen wird,
berichtet das führende deutsche Marketing-Magazin w&v - werben und
verkaufen in seiner aktuellen Ausgabe.
    
    Rund jeder zehnte Fernseh-Spot flimmert in Deutschland bereits in
Promi-Besetzung über den Bildschirm. Einige Stars sind sogar für
verschiedene Unternehmen unter Vertrag, so wirbt beispielsweise
Verona Feldbusch gleichzeitig für Telegate, Schwartau sowie Iglo und
Thomas Gottschalk für die Deutsche Post AG und Haribo. Eine Umfrage
von Imas kam zu dem ernüchternden Ergebnis, dass Verona Feldbusch mit
ihrer Dauerpräsenz auf dem Bildschirm das beworbene Produkt in den
Schatten stellt. Zwar assoziierten noch 30 Prozent der Befragten mit
ihr die Weltausstellung Expo und rund 13 Prozent die Tiefkühlmarke
Iglo. Doch an die Verbindung mit Telegate und Schwartau konnten sich
nur zwei Prozent der Befragten erinnern.
    
    Holger Jung von der Werbeagentur Jung v. Matt bringt es auf den
Punkt: "Jemand wie Frau Feldbusch wird von Mal zu Mal teurer, aber
auch von Mal zu Mal schwächer." In der Promi-Werbung treffen zwei
Marken aufeinander, die des Stars und die des Unternehmens. Sie
müssen im Urteil der Verbraucher zusammen passen, heißt es in der
w&v-Titelgeschichte. "In der großen Beachtung, die man dem Tun und
Lassen von Prominenten schenkt, steckt zudem auch die größte Gefahr,
die bei ihrem Einsatz in der Werbung droht", umschreibt Imas-Chef
Achim von Kirschhofer das Risikopotenzial.
    
    Denn die Zusammenarbeit mit Prominenten kann sich auch negativ auf
das Image eines Unternehmens auswirken. Nach dem skandalträchtigen
Tod des Münchner Volksschauspielers Walter Sedlmayer erlitt das Image
der Biermarke Paulaner, für die Sedlmayer geworben hatte, erhebliche
Kratzer. Der Stromkonzern RWE musste die Kooperation mit
Fußballtrainer Christoph Daum kurzfristig beenden, nachdem dessen
Kokain-Missbrauch bewiesen worden war.
    
    
ots Originaltext: w&v werben und verkaufen
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