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Tom Kummer: "Print-Familie denkt rückständig"

München (ots) - Der mit gefälschten Star-Interviews bekannt gewordene Journalist Tom Kummer hat in einem der ersten Interviews nach dem Skandal die Kritik an seiner Arbeit als verlogen zurückgewiesen. "Als mein Fall diese unerklärliche Dimension bekam, da mischten sich Leute ein, die den Anspruch auf Faktizität, Objektivität und Wahrheit erhoben, ohne ihm im Geringsten gerecht zu werden", sagte Kummer in einem exklusiven Interview mit dem führenden deutschen Marketing-Magazin w&v - werben und verkaufen. "Das war wunderbar verlogen. Dabei dominieren PR-Strategien längst das Mediensystem, nicht die Wahrheit", sagte er in dem Gespräch rund neun Monate nach dem Skandal um seine Interviews. Der gebürtige Schweizer lebt seit 1993 in Kalifornien. Zu seinen ehemaligen Kunden zählen das Magazin der Süddeutschen Zeitung, die FAZ, die Neue Zürcher Zeitung und der Stern. Nach einem Focus-Artikel waren seine gefälschten Star-Interviews im Mai 2000 aufgeflogen. Eigenen Angaben nach berät der 38-Jährige jetzt eine Internet-Firma bei ihrer Image- und Produktstrategie. Dass seine gefälschten Interviews zur Entlassung der Chefredakteure des SZ-Magazins führten, bedauert Kummer. "Dass ich sie und andere Kollegen in solche Schwierigkeiten gebracht habe, wird mich lebenslang verfolgen. Dass sie mich zum Kriminellen stempelten, kann ich bis heute nicht verstehen." Erfreut zeigte sich Kummer, dass nach dem Skandal Konzepte wie der von ihm vertretene Borderline-Journalismus in Deutschland immerhin diskutiert wurden. Zu seiner Arbeitsweise sagte Kummer: "Ich habe lange recherchiert, damit die Monologe sitzen, die Choreographie, das Image, der besondere Dreh, die neue Deutung, die kulturellen Codes, der Spaß. Das Timing musste stimmen, und es musste natürlich an bestimmten Stellen im Text mit dem tatsächlichen Gespräch zu tun haben, das ja immer stattgefunden hat." Für die Reaktion der beteiligten Verlage hat Kummer wenig Verständnis: "Zu keinem Zeitpunkt habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie rückständig die Printmedien-Familie immer noch denkt und wie groß der Neid der Konkurrenz ist." ots Originaltext: w&v werben & verkaufen Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Weitere Informationen zu diesem und anderen Themen erhalten Sie bei der w&v-Redaktion. Faxen Sie Ihre Wünsche an 0 89 / 5 48 52 ( 1 40 oder schicken Sie einfach eine E-Mail an chefredaktion@wuv.de. Original-Content von: W&V Werben & Verkaufen, übermittelt durch news aktuell

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