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"Alles, was nicht telegen ist, wird sterben" - das Fernsehen bestimmt immer öfter über den Sport

    München (ots) - Das Fernsehen greift immer stärker in die Regeln
von Sportarten ein, um sie für den Bildschirm attraktiver zu machen.
Das berichtet das führende deutsche Marketingmagazin w&v - werben und
verkaufen in seiner aktuellen Ausgabe. Mehr Action, weniger Leerlauf
und mehr spielentscheidende Situationen in möglichst kurzer Sendezeit
- so lauten die Vorgaben der Fernsehverantwortlichen.
    
    Aktuellstes Beispiel ist die Basketball-Bundesliga, die seit
dieser Saison in großem Stil bei Sat.1 und DSF übertragen wird. "Wir
haben mit Kirch Media ein Jahr darüber gesprochen, wie Basketball im
Fernsehen besser präsentiert werden kann", sagt
Bundesliga-Geschäftsführer Otto Reintjes. Das Ergebnis ist eine
Annäherung an die Regeln der US-Profiliga NBA: Angriffe müssen
schneller abgeschlossen werden. Vier Viertel statt zwei Halbzeiten
ermöglichen mehr Platz für Werbeunterbrechungen.
    
    Im Schatten der großen Fernseh-Sportarten Fußball, Tennis und
Motorsport haben es die Funktionäre kleinerer Sportarten wie Biathlon
oder Volleyball schwer, ihren Sport ins Fernsehen zu bringen. Deshalb
verzichten sie mittlerweile sogar darauf, Geld für die
Übertragungsrechte zu verlangen. "Wir wollen kein Geld für die
Rechte, sondern Sendezeitgarantien" erklärt Gerhard Eberl, Chef des
Liga-Veranstalters Volleyball-AG.
    
    Nach Meinung der Experten wird sich dieser Trend in den nächsten
Jahren noch verstärken. "Für alle Sportarten ist es heute das oberste
Gebot, sich mediengerecht zu präsentieren", konstatiert der
Marktforscher Helmut Zastrow vom Kölner Institut Sport und Markt. Und
der Kabarettist und Sportkommentator Werner Schneyder sagt allen
Sportarten das Ende voraus, die sich darauf nicht einstellen werden.
"Alles, was nicht telegen ist, wird sterben oder in gesellschaftliche
Reservate abwandern wie das Münzsammeln."
    
    
ots Originaltext: W&V
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