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Deutsches Medienkonsortium will zur dritten Kraft im Privatfernsehen werden

    München (ots) - Mit einem Metropolensender in der Hauptstadt
Berlin will ein deutsches Medienkonsortium zur dritten Kraft im
Privatfernsehen werden. Mit dem Sender "1DE" planen DCTP, Spiegel und
die Kinowelt AG ein Programm ähnlich einer Hauptstadtzeitung für die
1,4 Millionen Kabelhaushalte Berlins. Das berichtet das führende
deutsche Marketing-Magazin w&v - werben und verkaufen in seiner
aktuellen Ausgabe. Der werbefinanzierte Kanal soll die Dominanz der
beiden großen deutschen Privatfernseh-Konzerne KirchGruppe und
Bertelsmann brechen.
    
    Noch existiert das ehrgeizige Konzept nur den Köpfen der
Kooperationspartner. Über die Sendelizenz will die Medienanstalt
Berlin-Brandenburg am 15. Januar 2001 entscheiden. In der kommenden
Ära des digitalen Fernsehen soll "1DE" dann bundesweit gesendet
werden. Bis dahin wollen die Beteiligten ausloten, welche Inhalte bei
der gehobenen Zielgruppe Zuspruch finden. Der Vorstandsvorsitzende
der beteiligten SpiegelNet AG beschreibt das erwünschte Publikum als
"metropolendenkende und -fühlende Zuschauer, an Kultur, Wirtschaft
und Politik interessiert."
    
    Denn die Rechte an populären Filmen, Serien und
Sportveranstaltungen liegen entweder in astronomischen Höhen oder
sind langfristig gar nicht verfügbar. Der Sender 1DE wolle sich daher
vom verrührten Eintopf üblicher Infotainment-Angebote absetzen, heißt
es in dem Bericht von w&v. Frische Formate scheinen zunächst aber
noch knapp bemessen.
    
    Spiegel TV will von Beginn an ein City-Magazin sowie einen
Internet-Guide beisteuern. Zur Primetime um 20.15 Uhr soll täglich
ein Spielfilm aus dem Kinowelt-Archiv laufen. Ansonsten hält der
Sender aber eher Formate parat, die bereits bei RTL, Sat.1 oder Vox
ausgestrahlt wurden. Frühestens im April 2000 will die noch zu
gründende Anbietergemeinschaft loslegen. Zwischen 15 und 20 Millionen
Mark sollen jährlich in das ehrgeizige Projekt fließen.
    
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