'Börse-Online'-Interview mit Jörg Wontorra: "Ich bin im Augenblick kein Millionär"

    München (ots) - Aktiendepot des Sportmoderators leidet unter Finanzkrise / Aber: "Es hat mich nicht so schlimm erwischt wie andere" / Gehaltseinbußen durch Wechsel von SAT.1 zu DSF / "Anlegen hat etwas Sportliches"

    Fernsehmoderator Jörg Wontorra hat durch die weltweite Börsenschwäche Geld verloren. "Ich bin im Augenblick kein Millionär, war es aber mal. Das hat etwas mit der Finanzkrise zu tun", sagte Wontorra im Interview mit dem Anlegermagazin 'Börse Online' (Ausgabe 5/2009, EVT 22. Januar). Zu den Verlusten sei es gekommen, weil er viele Aktien in seinem Depot habe. "Darunter sind einige Titel, die derzeit wie Blei liegen. Allerdings hat es mich nicht so schlimm erwischt wie andere", sagte der Sportjournalist. Er habe einen Großeil seines Vermögens Anfang 2008 in Festgeld angelegt. "Das war eine meiner besten Entscheidungen in den vergangenen Jahren."

    Wontorra ist einer der prominentesten deutschen Sportjournalisten. Er führte durch Fußballsendungen wie "Sportschau" in der ARD und "ran" in SAT.1, kommentierte Länderspiele und Champions-League-Partien. Derzeit moderiert er die wöchentliche Talkshow "Doppelpass" im Deutschen Sport-Fernsehen (DSF). Die Trennung von SAT.1 im Jahr 2006 hatte nach Angaben des Journalisten erhebliche Gehaltseinbußen zur Folge. "Ich habe damals sehr viel mehr Geld bekommen, als es zur Zeit der Fall ist." Seine damaligen Bezüge lagen laut Wontorra im sechsstelligen Euro-Bereich. "Aber ich mache die Arbeit beim DSF mindestens mit der gleichen Freude wie bei SAT.1", erklärte der Journalist gegenüber 'Börse Online'. Generell würden die Verdienstmöglichkeiten in seinem Beruf überschätzt. "Es gibt allerdings einige Superstars, Günter Jauch und Thomas Gottschalk beispielsweise, die verdienen wesentlich mehr als wir Rest-Moderatoren."

    Wontorra gestand im 'Börse Online'-Interview, dass er auch gern in hochspekulative Titel investiert. "Für mich hat Anlegen bis zu einem gewissen Punkt etwas Sportliches. Mir macht es Tag für Tag Spaß zu beobachten: Hast Du 2:1 gewonnen oder 1:2 verloren?" Wenn bei solchen Transaktionen einige tausend Euro Plus herausspringen, fahre er mit dem Geld in Urlaub. "Oder ich lasse es liegen, denn der nächste Flop kommt bestimmt." Er könne sich vorstellen, seinen Ruhestand zum guten Teil mit der Verwaltung seines Vermögens zu verbringen, sagte der 60-Jährige. "Wenn man das wirklich ordentlich machen will, ist das ein Vier-Tage-Job. Und ich bin ziemlich überzeugt davon, dass ich eine gute Rendite erzielen würde."

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