CARE Deutschland-Luxemburg e.V.

West Bank
Gaza: Humanitäre Hilfe behindert
CARE und andere Hilfsorganisationen fordern israelische Regierung auf, Internationales Recht zu beachten

    Bonn/Jerusalem (ots) -  In einem heute in Jerusalem veröffentlichten Statement fordert CARE gemeinsam mit anderen internationalen Hilfsorganisationen die israelische Regierung nachdrücklich auf, humanitärer Hilfe freien Zugang zur Not leidenden Bevölkerung in West Bank und Gaza zu gewähren.

    Die Situation in Israel, West Bank und Gaza bringt unbeschreibliches Leiden mit sich. CARE fordert alle Verantwortlichen in diesem Konflikt auf, auf einen gerechten und anhaltenden Frieden hinzuarbeiten, die Gewalt zu beenden und den hier lebenden Menschen neue Lebensperspektiven zu eröffnen.

    Díe Internationale Hilfsorganisation CARE ist seit über 40 Jahren in Israel, der West Bank und im Gazastreifen tätig. Unsere Programme konzentrieren sich auf die nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen - beispielsweise durch Gesundheitsprojekte und Einkommen schaffende Maßnahmen. Seit dem jüngsten Ausbruch der Gewalt führt CARE zudem intensive Nothilfemaßnahmen durch - von medizinischer Versorgung über Trinkwasserprojekte bis hin zur Bereitstellung lebensnotwendiger Utensilien.

    Anhang: Statement an die israelische Regierung

ots Originaltext: CARE
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Verband internationaler Entwicklungsorganisationen (AIDA):

    Gemeinsame Erklärung über den Zugang zu humanitärer Hilfe in West
    Bank/Gaza

    4. Juli 2002

    Das Recht, humanitäre Hilfe zu erhalten und zu leisten  ist ein
fundamentales humanitäres Prinzip, das alle Bürger aller Länder
genießen sollten. Als Mitglieder der Internationalen Gemeinschaft
erkennen wir unsere Verpflichtung an, humanitäre Hilfe zu leisten, wo
immer sie benötigt wird. Aus dieser Verpflichtung ergibt sich die
Notwendigkeit eines ungehinderten Zugang zur Zivilbevölkerung, dem
bei der Wahrnehmung unserer Verantwortung entscheidende Bedeutung
zukommt.

    Code of Conduct für das Internationale Rote Kreuz und Red Crescent
Movement und Nichtregierungsorganisationen in der Nothilfe.

    In den letzten zwei Monaten ist es für unsere Mitglieder, die als
humanitäre Hilfs- und Entwicklungsorganisationen in der West Bank und
Gaza tätig sind, extrem schwierig geworden, effektiv zu arbeiten.
Grund ist die Zunahme beispielloser Restriktionen des israelischen
Militärs gegen den Zugang humanitärer Hilfe zur Zivilbevölkerung.
Tagtäglich erleben wir massive Verzögerungen an den Checkpoints,
willkürliche und manchmal komplette Verweigerung des Zugangs zu
Projektorten und Betroffenen sowie die Schikanierung lokaler
Mitarbeiter und schwerwiegende Einschränkungen ihrer
Bewegungsfreiheit. Das Ergebnis: Die Hilfsorganisationen sind nicht
mehr in der Lage, die Bevölkerung in ihrem dringenden Bedarf an
Basishilfe  zu erreichen. Unsere Möglichkeiten, eine nachhaltige und
qualitativ hochwertige Unterstützung zu leisten, werden massiv
unterlaufen.  

    Als Nichtregierungsorganisationen der Nothilfe und
Entwicklungszusammenarbeit arbeiten wir nach international
anerkannten Standards, wie etwa der Humanitären Charta und den
Minimalstandards der Katastrophenhilfe (Sphere), und dem Code of
Conduct for the International Red Cross and Red Crescent Movement and
NGOs in Disaster Relief. Diese Standards basieren auf dem
Internationalen Völkerrecht, das allgemein als Referenz angesehen
wird, die die rechtlichen Verpflichtungen von Konfliktparteien
definiert. Es bildet zudem die Grundlage der Genfer Konventionen und
wurde von unseren Regierungen unterzeichnet.

    Die grundlegenden Prinzipien, die in diesen Dokumenten enthalten
sind - Neutralität, Unparteilichkeit und Verantwortlichkeit - leiten
unsere Arbeit und setzen die Standards, an denen wir unsere Qualität,
unsere Leistung und - was am wichtigsten ist - unsere
Verantwortlichkeit gegenüber den von uns Begünstigten, messen. Es
liegt in der Natur unserer Arbeit als Nichtregierungsorganisationen,
dass die Möglichkeit, unser Humanitäres Mandat zu erfüllen
schwerwiegend beeinträchtigt wird, sobald wir nicht mehr die Freiheit
haben, Partner und Mitarbeiter auszuwählen und den erforderlichen
Zugang zu den Gemeinden zu erhalten, denen zu helfen wir verpflichtet
sind.

    Als direkte Auswirkung einer immer restriktiveren
Aussperrungspolitik haben wir nun einen Punkt erreicht, an dem wir
unser Mandat nicht mehr angemessen erfüllen können.

    Angesichts der Ankündigung der israelischen Regierung vom 19.Juni
2002, den Zugang zu West Bank  und Gaza noch weiter zu beschränken,
wiederholen wir unsere Überzeugung, dass die israelische Regierung
dazu verpflichtet ist, uneingeschränkten Zugang zur hilfsbedürftigen
Zivilbevölkerung zu gewähren.

    Als internationale Hilfs- und Entwicklungsorganisationen drängen
wir deshalb darauf, dass  

    * die Regierung Israels und die israelischen Militärbehörden
handeln und uneingeschränkten Zugang für alle Mitarbeiter, Hilfsgüter
und Maßnahmen zu Gunsten der Zivilbevölkerung in West Bank und Gaza
garantieren.
    * die Internationale Gemeinschaft bei der israelischen Regierung
interveniert und einen unbeschränkten Zugang für humanitäre Hilfe
sicher stellt, wie es im Internationalen Recht garantiert ist.


Unterzeichner:

* America-MidEast Educational & Training Services
* American Friends Service Committee
* American Near East Refugee Aid
* APHEDA - Union Aid Abroad
* CARE
* CHF International/West Bank & Gaza
* Caritas Jerusalem
* Civil Volunteer Group
* Comitato Internazionale per lo Sviluppo dei Popoli
* Diakonia
* Enfants Du Monde-Droits de l'Homme
* Handicap International
* Healthlink Worldwide
* International Christian Committee
* Kvinna till Kvinna
* Lutheran World Federation
* Medecins du Monde
* Medecins sans Frontieres
* Medecins sans Frontieres-Greece
* Medical Aid for Palestinians-UK
* Mennonite Central Committee (MCC)
* Movimiento Por La Paz, El Desarme Y La Libertad  
* Oxfam GB
* Oxfam Quebec
* Pontifical Mission for Palestine
* Rabbis for Human Rights
* Save the Children Fund UK
* Save the Children Fund Sweden
* Solidaridad Internacional
* Swedish Organisation for Individual Relief
* Terre des Hommes
* World Vision Jerusalem

Original-Content von: CARE Deutschland-Luxemburg e.V., übermittelt durch news aktuell

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