CARE Deutschland-Luxemburg e.V.

CARE zum Weltklimabericht: Nichthandeln bedeutet Hunger
Millionen Menschen sind von Nahrungsmittelknappheit bedroht
Klimawandel ist eine extreme Ungerechtigkeit für die Ärmsten der Welt

Bonn (ots) - Sechs Wochen nachdem Hunderttausende weltweit auf die Straßen gingen, um gegen den Klimawandel zu demonstrieren, stellen UN-Klimaforscher erneut fest, dass der Klimawandel eine beispiellose Bedrohung für die weltweite Nahrungssicherheit darstellt. CARE warnt, dass durch erneutes Nichthandeln weitere Millionen Menschen von Nahrungsmittelknappheit bedroht sein werden.

"Wenn die globale Erwärmung weiterhin im aktuellen Tempo verläuft, werden weitere Millionen Menschen in Entwicklungsländern vom Hunger bedroht sein", erklärt Sven Harmeling, klimapolitischer Koordinator bei CARE. "Der Klimawandel ist eine extreme Ungerechtigkeit für die Ärmsten der Welt und wir haben eine moralische Verpflichtung etwas zu unternehmen. Die Auslöser des Klimawandels jetzt anzugehen, bedeutet eine weit weniger große Veränderung für unsere Wirtschaft und Gesellschaft, als wenn wir so weitermachen wie bisher."

Bei den Abschlussverhandlungen zum Weltklimabericht IPCC in Kopenhagen, die weniger als einen Monat vor dem Weltklimatreffen in Peru stattfinden, werden derzeit die IPCC-Berichte der letzten Jahre zusammengefasst. Der Abschlussbericht listet Risiken auf, die auf die Menschheit zukommen, falls gewohnte Maßnahmen gegen den Klimawandel unverändert beibehalten werden, skizziert aber auch Lösungsansätze. Ergebnisse beinhalten:

   - Die Versäuerung der Ozeane greift Meeresorganismen an und der 
     Klimawandel beeinflusst viele Süßwasser- und Meeresarten.
   - Durch den Klimawandel haben Ernteerträge immer häufiger negative
     Auswirkungen.
   - Es wird erwartet, dass der Klimawandel die Nahrungssicherheit 
     reduziert. Lokale Temperaturanstiege von mehr als 2 Grad können 
     schädlich für die Produktion von Grundnahrungsmitteln, wie 
     Weizen, Reis und Mais in den tropischen und gemäßigten Zonen 
     sein.
   - Extreme Temperaturanstiege von mehr als 4 Grad stellen ein 
     großes Risiko für die Nahrungssicherheit dar, global sowie 
     regional.
   - Der Klimawandel wird die bereits existierenden Armutsfallen 
     verstärken und neue schaffen, vor allem in städtischen Gebieten 
     und neu entstehenden Problemzentren des Hungers. Allgemein wird 
     die Armutsreduzierung schwieriger werden, benachteiligte 
     Menschen und Gemeinden sind besonders gefährdet. 

Weltweit arbeitet CARE mit vielen armen Gemeinden, die schon jetzt täglich darum kämpfen, ihre Familien mit ausreichend Nahrung zu versorgen. In Peru berichten Bauern aus Carhuaz in der Ancash Region von dramatischen Veränderungen. "Das Klima hat sich stark verändert. Früher gab es weniger Insekten und es war nicht so heiß", sagt Nemezia Villon Ramirez, 64 Jahre alt. "Neue Schädlinge wie etwa weiße Moskitos und neue Krankheiten zerstören unsere Pflanzen. Jedes Jahr wird es schlimmer, uns Bauern trifft es am härtesten." CARE hilft Menschen wie Nemezia dabei, mit den Auswirkungen des Klimawandels besser umzugehen. Gemeinsam mit Partnern und lokalen Gemeinden arbeitet CARE an ähnlichen Anpassungen in Teilen von Lateinamerika, Afrika, Asien und dem Pazifik.

"Die Analysen des IPCCs zeigen auch, dass Verhalten, Lebensstil und Kultur einen beachtlichen Einfluss auf Energieverbrauch und damit verbundene Emissionen haben", sagt Sven Harmeling. "Emissionen können wesentlich gesenkt werden, indem wir unser Konsumverhalten verändern, Energiesparmaßnahmen umsetzen, unsere Ernährung anpassen und weniger Lebensmittel verschwenden."

ACHTUNG REDAKTIONEN: Sven Harmeling ist zurzeit in Kopenhagen und steht für Interviews und Einschätzungen gerne zur Verfügung. Bei Interesse melden Sie sich telefonisch bei der CARE-Pressestelle oder mobil direkt bei Sven Harmeling unter 0049-177-6136431.

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