CARE Deutschland-Luxemburg e.V.

AIDS-Behandlung weltweit zugänglich machen
CARE begrüßt Einlenken der Pharmaindustrie in Südafrika: erster Schritt zur Zusammenarbeit - Nichtregierungsorganisationen spielen wichtige Rolle im Kampf gegen AIDS

    Bonn (ots) - CARE Deutschland begrüßt die Entscheidung der
Pharmaindustrie, ihre Klage gegen den Staat Südafrika um die
Herausgabe preisgünstiger AIDS-Medikamente zurückzuziehen. Die
außergerichtliche Einigung sei, so Willi Erl, Vorstandsvorsitzender
von CARE Deutschland, "im Kampf gegen AIDS ein erster wichtiger
Schritt zur engeren Zusammenarbeit zwischen Pharmaindustrie und
Regierungen. Denn: Der Zugang zu lebensverlängernden Medikamenten für
aidskranke Menschen auch in den Entwicklungsländern ist ein Gebot der
Humanität. Wo es um die Rettung von Millionen von Menschenleben geht,
sind solcherlei gerichtliche Konfrontationen zynisch."
    
    Die weltweite Ausbreitung von AIDS ist eine der größten
Herausforderungen unserer Zeit. Am schlimmsten betroffen sind gerade
jene Länder und Regionen, die dieser Last am wenigsten gewachsen
sind. In den Ländern südlich der Sahara, wo bereits 25 Millionen
Menschen HIV-infiziert sind, wächst AIDS zur kontinentalen Krise
heran.
    
    Der drohende Prozess in Südafrika richtete die Aufmerksamkeit der
Welt auf eines der Haupthindernisse einer entschlossenen,
gemeinschaftlichen Antwort auf die weltweite Epidemie: die neue
internationale Patentregelung der Welthandelsorganisation (WTO), die
den immensen Bedarf von Entwicklungsländern im Gesundheitssektor und
hier gerade in der Bekämpfung von HIV/AIDS unbeachtet lässt. Die
WTO-Vereinbarung zum Recht auf geistiges Eigentum könnte entscheidend
dazu beitragen, Medikamentenpreise in die Höhe zu treiben und
Menschen in Entwicklungsländern den Zugang zu Präparaten zu
versperren, die sie dringend benötigen.
    
    Patentschutz ist ein notwendiger und wichtiger Bestandteil des
internationalen Handels. Dennoch müssen Regierungen die Autorität und
Flexibilität haben, privates gegen öffentliches Interesse abzuwägen.
Die globale Gemeinschaft ist aufgerufen dafür zu sorgen, dass die
WTO-Vereinbarung den dringendsten medizinischen Bedürfnissen der
Entwicklungsländer Rechnung trägt. Hier scheinen nun erste
Kompromisse greifbar zu werden.
    
    Durchbrüche im weltweiten Zugang zu AIDS-Medikamenten kann es nur
durch das gemeinsame Engagement aller Beteiligten geben: Die
Pharmaindustrie ist aufgerufen, die wichtigsten Präparate auch für
Entwicklungsländer erschwinglich zu machen. Weigern sich
Patenthalter, die Preise entsprechend zu senken, so müssen sie ihre
Produkte entweder spenden oder Platz für günstigere Produkte
desselben Wirkstoffes auf dem Markt schaffen. Industrienationen
sollten auf eine Verbesserung der WTO-Vereinbarung hinwirken und
einen internationalen Fonds zur Finanzierung der wichtigsten
AIDS-Medikamente einrichten. Die politisch Verantwortlichen der
einzelnen Länder wiederum müssen die oftmals noch starke Tabuisierung
von AIDS durchbrechen und ihre Bemühungen gegen Ansteckung und
Erkrankung massiv verstärken.
    
    Schließlich spielen auch Nichtregierungsorganisationen (NRO) eine
zentrale Rolle. CARE International führt HIV/AIDS-Programme in 20
Ländern durch. Die Organisation plant, das Budget für diese Programme
in den nächsten fünf Jahren um über 100 Millionen US-Dollar
aufzustocken. Dabei geht es CARE vor allem darum,
    
    - öffentliche und private Dienste bei der Versorgung der Menschen
mit medizinischem Basisbedarf, Kondomen, Gesundheitspersonal und
Medikamenten zu unterstützen,
    
    - lokale Organisationen und Selbsthilfegruppen in der Betreuung
von durch AIDS betroffenen Familien und ihrem Engagement für die
Rechte von aidskranken Menschen zu unterstützen,
    
    - die Übertragung von AIDS und anderen sexuell übertragbaren
Krankheiten einzudämmen,
    
    - die Beteiligung von Gemeinden an der HIV-Prävention zu fördern
und freiwillige HIV-Tests  voranzutreiben,
    
    - jene zu unterstützen, die von den sozialen und wirtschaftlichen
Folgen von HIV und AIDS am meisten betroffen sind - einschließlich
der zahlreichen AIDS-Waisen, Jugendlichen und älteren Menschen.
    
    
ots Originaltext: CARE Deutschland
Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de


Für Rückfragen und die Vermittlung von Interviewpartnern steht unsere
Pressestelle zur Verfügung:

Angela Franz:
0228 97563-41,
0172 2142714 mobil
Christian Worms:
0228 97563-28,
0175 9960649 mobil

Original-Content von: CARE Deutschland-Luxemburg e.V., übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: CARE Deutschland-Luxemburg e.V.

Das könnte Sie auch interessieren: