CARE Deutschland-Luxemburg e.V.

CARE treibt wirtschaftliche Entwicklung in Bosnien voran
EU-gefördertes Programm "Quick Impact Facility"
Morgen startet
Konferenz für ökonomische Entwicklung in der geteilten Stadt Mostar
Koschnick: "Wende steht bevor"

    Bonn/Mostar (ots) -  In der durch den Bosnienkrieg geteilten Stadt
Mostar beginnt morgen die Konferenz für ökonomische Entwicklung. Sie
bildet den Auftakt einer auf sechs Monate angelegten von der
Europäischen Union (EU) geförderten Initiative. Die Konferenz steht
unter der Schirmherrschaft des Programms "Quick Impact Facility" der
internationalen Hilfsorganisation CARE.
    
    Seit dem Ende des Bosnienkriegs sind der Ost- und der Westteil der
Stadt Mostar voneinander getrennt. Trotz der gemeinsamen Verwaltung
durch die EU wurden keine Fortschritte bei der ökonomischen
Entwicklung Mostars erreicht. Tatsächlich verschlechterte sich die
Lage noch, da politische Auseinandersetzungen zwischen Kroaten und
Moslems alle Bemühungen um den wirtschaftlichen Wiederaufbau
verhinderten. Die Arbeitslosenrate liegt bei 50 Prozent. Aufgrund der
hohen Steuern und komplizierten Bestimmungen für Geschäftsgründungen
blüht der Schwarzmarkt.
    
    "Jetzt steht in Mostar eine Wende bevor", sagt Hans Koschnick, der
frühere Bosnien-Beauftragte der Bundesregierung und EU-Adminstrator
von Mostar. "Aus den Kommunalwahlen im April diesen Jahres gingen ein
Moslem als Bürgermeister und ein Kroate als stellvertretender
Bürgermeister hervor. Beide sind bereit, zum Wohle der Stadt
zusammenzuarbeiten. Erste Ergebnisse sind bereits sichtbar."
    
    Teilnehmer der Konferenz sind u.a. der Hohe Repräsentant der
Internationalen Gemeinschaft für Bosnien und Herzegowina, Wolfgang
Petritsch, und der Präsident der bosnisch-herzegowinischen
Föderation, Edhem Bicakcic. "Nach der Konferenz beginnt ein Prozess,
bei dem viel Neuland erschlossen wird", ist Liz Watts optimistisch.
Die wirtschaftliche Strategieplanung für Mostar soll im April 2001
vorliegen. Schlüsselbereiche sind Landwirtschaft, Industrie,
Tourismus, städtisches Leben und Investitionen aus dem Ausland.
    
    Über "Quick Impact Facility" (QIF): Ziel von QIF ist es, 1200
Arbeitsplätze zu schaffen und das wirtschaftliche Umfeld in sechs
Regionen zu verbessern, in die Flüchtlinge zurückkehren. Die
QIF-Mitarbeiter beraten kleine und mittlere Firmen sowie Gemeinde-,
Kantonal- und Regionalverwaltungen. Die Projekte, die mit QIF-Mitteln
gefördert werden, müssen ihre Wirkung schnell und sichtbar entfalten.
Seit Februar diesen Jahres wurden u.a. eine Druckerei, eine
Chips-Fabrik, ein Sägewerk, eine Textilwerkstatt, eine Farm mit
organisch angebauten Lebensmitteln und eine Tabak-Kooperative
unterstützt.
    
    Für Interviews stehen zur Verfügung:
    - Hans Koschnick, ehemaliger EU-Administrator in Mostar und
        Beauftragter der Bundesregierung für die Flüchtlingsrückkehr,
        Wiedereingliederung und den rückkehrbegleitenden Wiederaufbau in
        Bosnien und Herzegowina; stellvertretender        
        Kuratoriumsvorsitzender von CARE Deutschland
    - Liz Watts, Communications Manager Quick Impact Facility,
        Sarajevo/Mostar (englisch)
    

ots Originaltext: CARE Deutschland e.V.
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