CARE Deutschland-Luxemburg e.V.

Kosovo: Erste Zeichen der Erholung
CARE hilft beim Wiederaufbau

    Bonn (ots) -
    
    Ein Jahr nach dem Ende der Luftangriffe: Bilanz der Hilfe /
Kosovaren auf dem Weg zur Selbständigkeit weiter unterstützen
    
    Anlass: Am 10. Juni 1999 stellte die NATO ihre Luftangriffe auf
Jugoslawien ein. Ein Jahr nach Unterzeichnung des Abkommens von
Kumanovo zieht die internationale Hilfsorganisation CARE eine
positive Bilanz der Hilfe für mehr als 820.000 Rückkehrer, fordert
aber auch ein langfristiges Engagement zum Wiederaufbau der vom Krieg
und ethnischen Spannungen zerrissenen Krisenprovinz.
    
    Zitate: Balkankoordinator Carsten Völz: "CARE hat im Kosovo von
Anfang an versucht, alle ethnischen Gruppen zu erreichen - die
albanische Bevölkerungsmehrheit, aber auch Serben und die
Minderheiten der Roma, Bosniaken, Kroaten und Türken. All unsere
Programme wurden mit Blick auf Friedenssicherung und Versöhnung
entwickelt."
    
    "Die internationale Gemeinschaft muss sich weiterhin engagieren.
Sie sollte aber auch Zeit und Ressourcen darauf verwenden, lokale
zivilgesellschaftliche Kräfte und Institutionen aufzubauen, die zur
Entwicklung des Kosovo beitragen können. Am Ende sind es die
Kosovaren, die miteinander leben und ihre Provinz wieder aufbauen
müssen."
    
    Bilanz der Hilfe: CARE International trägt Verantwortung für eines
der größten Hilfs- und Entwicklungsprogramme im Kosovo und ist in 21
von 29 Bezirken vertreten. Ein Jahr nach Beginn der Nothilfe
konzentriert CARE sich jetzt darauf, den Menschen beim Wiederaufbau
ihrer Heime und Existenzgrundlagen zur Seite zu stehen.
    
    - Während des Krieges war CARE für mehr als 100.000 Flüchtlinge in
acht albanischen und makedonischen Flüchtlingslagern verantwortlich.
In den Monaten darauf verteilte CARE im Kosovo regelmäßig Hilfsgüter,
unter anderem 80.000 Decken, 40.000 Matratzen, 1.000 Öfen und 6.500
Sets mit Koch- und Essgeschirr sowie rund 86.000 Kubikmeter
Feuerholz. Zurzeit versorgt CARE als Hauptpartner des
Welternährungsprogrammes (WFP) und des UN-Flüchtlingshilfswerkes
(UNHCR) rund 76.000 Menschen mit Grundnahrungsmitteln.
    
    - Nach dem Krieg wurden 425 Minenfelder im Kosovo identifiziert.
Davon liegen 220 in Projektgebieten von CARE. CARE befreite bislang
mehr als 11.000 Grundstücke von Landminen und Blindgängern, fast 300
Kilometer Straßen sind wieder sicher zu befahren. Zwei
Hauptstromleitungen von Makedonien ins Kosovo wurden entmint, sie
liefern heute wieder 35 Prozent des gesamten Energiebedarfes. Durch
Trainingsprogramme klärt CARE Einwohner in mehr als 180 Dörfern sowie
Mitarbeiter anderer Hilfsorganisationen über Minen auf und hilft
ihnen, sich vor der Gefahr zu schützen.
    
    - CARE verteilte als Soforthilfe mehr als 11.000 Standardsets zur
Einrichtung von Notunterkünften für rund 80.000 Menschen. Darüber
hinaus wurden zehn öffentliche Gebäude als Flüchtlingszentren
eingerichtet. Mit Baumaterial und technischer Beratung half CARE
International, 1.000 Häuser neu einzudecken und winterfest zu machen.
CARE Deutschland förderte zusätzlich in schwer zugänglichen
Bergdörfern der Region Suva Reka (bei Prizren) den Wiederaufbau von
mehr als 200 Häusern und zwei Gemeindezentren, versorgte die
Einwohner im Winter mit Lebensmitteln und anderen Hilfsgütern.
Zurzeit werden dort 140 weitere Häuser in Stand gesetzt. Im April
startete außerdem ein umfassendes Programm zum Wiederaufbau von 24
Schulen in Zentral-  und Nordkosovo.
    
    - Um die Landwirtschaft als Lebensgrundlage der  armen
Bevölkerungsmehrheit neu zu beleben, gibt CARE Saatgut, Dünger,
Viehfutter, Werkzeuge und Ersatzteile für Traktoren an rund 20.000
Haushalte aus.
    
    - Im Gesundheitsbereich bietet CARE mit Hilfe einer mobilen
gynäkologischen Klinik medizinische Grundversorgung für Frauen und
Kinder. Das medizinische Personal gibt auch Medikamente, Kleidung und
Hygieneartikel für Babys aus und berät traumatisierte Frauen und
Kinder. Die Bewältigung traumatischer Kriegserlebnisse soll auch ein
psychosoziales Betreuungsprogramm fördern. Mehr als 100 Lehrer aus 32
Grundschulen im Raum Ferizaj wurden bereits darin geschult, Anzeichen
schwerer Traumata im Verhalten von Kindern zu erkennen und diese
schrittweise abzubauen. Mehr als 800 Kosovaren wurden außerdem zu
Gesundheitshelfern im Bereich der reproduktiven Gesundheit
ausgebildet.
    
    Bereits seit 1998 versorgt CARE die Opfer von Vertreibung und
Bürgerkrieg im Kosovo. Im März 1999 zwang der Krieg CARE, seine
Projekte vorübergehend einzustellen. Heute konzentriert sich die
Arbeit auf die Regionen Urosevac/Ferizaj, Kacanik, Lipljan, Prizren,
Gnjilane und Mitrovica. CARE ist mit 50 internationalen und 450
einheimischen Mitarbeitern eine der größten
Nichtregierungsorganisationen vor Ort.
    
    Um die Kosovo-Hilfe fortsetzen zu können, bittet CARE Deutschland
dringend um weitere Spenden:
    
    Spendenkonto 44 040
    Sparkasse Bonn (BLZ 380 500 00)
    Stichwort "Kosovo"
    
    Über CARE:
    
    CARE Deutschland ist Mitglied in CARE International, einem
Zusammenschluss von zehn Schwesterorganisationen in Europa,
Nordamerika, Australien und Japan. Als eine der größten privaten
Hilfsorganisationen führt CARE in mehr als 70 Ländern Projekte der
Nothilfe, des Wiederaufbaus und der langfristigen Entwicklung durch.
    
    Für Interviews steht zur Verfügung:
    Carsten Völz, Balkankoordinator CARE Deutschland e.V.
    (von Juni 1999 bis Ende April 2000 als Programmkoordinator im
Kosovo tätig)
    
    Material:
    Fotos von den CARE-Projekten im Kosovo stehen zur Verfügung.
    Aktuelles Hintergrundvideo der Arbeit von CARE im Kosovo ist
erhältlich.
    
ots Originaltext: CARE Deutschland e.V.
Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de

Bitte wenden Sie sich an die Pressestelle von CARE Deutschland e.V.:

Christian Worms:
0228/ 97563-28, Mobil-Tel. 0170/ 240 2007
Markus Dufner:
0228/ 97563-13, Mobil-Tel. 0172/ 29 39 543

Original-Content von: CARE Deutschland-Luxemburg e.V., übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: CARE Deutschland-Luxemburg e.V.

Das könnte Sie auch interessieren: