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Humanitäre Hilfe im Südsudan massiv gefährdet

Bonn (ots) - CARE fordert neue Verhandlungen mit Rebellenbewegung / Appell von Hilfsorganisationen: "Nicht verhandelbares" Abkommen gefährdet lebensrettende Unterstützung für mehr als eine Million Sudanesen CARE und mehr als zehn der größten Hilfsorganisationen haben den Südsudan verlassen. Sie appellierten heute gemeinsam an den "humanitären" Flügel der Rebellenbewegung SPLA, die "Sudan Relief and Rehabilitation Association (SRRA)", die gescheiterten Verhandlungen über ein Abkommen wieder aufzunehmen. Das "Memorandum of Understanding (MOU)" regelt die Arbeitsbedingungen humanitärer Helfer in den von den Rebellen kontrollierten Gebieten. Alle humanitären Organisationen, die sich nicht in der Lage sahen, die bestehende Fassung des Abkommens zu unterzeichnen, beendeten gestern (Dienstag) den Abzug ihrer Helfer. Sie folgten damit den Anweisungen der SRRA. Es hatte sich als unmöglich erwiesen, eine Übereinkunft zu erzielen, bevor das von der SRRA gestellte Ultimatum am 1. März ablief. Die Hilfsorganisationen hoffen, dass der Dialog so schnell wie möglich wieder aufgenommen werden kann, um denen eine Rückkehr zu ermöglichen, die jetzt zum Verlassen der Region gezwungen wurden. Die Nichtregierungs-Organisationen fühlen sich weiterhin der Bevölkerung des Sudan und der humanitären Hilfe für mindestens eine Million Menschen in den vom Rückzug betroffenen Gebieten verpflichtet. "Wir sind zutiefst bestürzt über die Auswirkungen, die diese Krise jetzt und in Zukunft auf die Bevölkerung im Südsudan haben wird", sagte Nick Southern, der die Verhandlungen für die "Operation Lifeline Sudan (OLS)" führte. Die OLS ist das gemeinsame, von den Vereinten Nationen koordinierte Forum internationaler Hilfsorganisationen im Sudan. Bedenken gegenüber dem aktuellen Entwurf des Memorandums bestehen vor allem hinsichtlich der Forderung, "in Übereinstimmung mit den Zielen der SRRA" tätig zu werden, statt die Arbeit an ausschließlich humanitären Prinzipien auszurichten. Damit sei das Recht der Sudanesen, vorbehaltlos und unparteiisch Hilfe zu erhalten, ebenso gefährdet wie die Fähigkeit der Organisationen, dort zu helfen, wo die Not am größten ist. Diese Bedenken werden von allen Nichtregierungs-Organisationen unter dem Dach der OLS geteilt, einschließlich derer, die das Abkommen unterzeichnet haben. Sie betonten bereits am 23. Februar in einer gemeinsamen Stellungnahme gegenüber der SRRA, dass "die Entscheidung zu unterzeichnen unter Druck zustande gekommen ist und schwerwiegende Konsequenzen für die Fortsetzung humanitärer Unterstützung im Südsudan hat". "Wir reden hier über Prinzipien, die die langfristige Glaubwürdigkeit und Effektivität unserer Programme betreffen", betonte OLS-Sprecher Southern. "Wir sind entsetzt und frustriert, dass die Verhandlungen nicht einvernehmlich beendet wurden." Parallel zu den Bemühungen, die Gespräche mit der SRRA wieder in Gang zu bringen, werden die Organisationen, die von der SPLA zum Abzug aus den von ihnen kontrollierten Gebieten gezwungen wurden, in anderen Regionen des Sudan weiter arbeiten. CARE Deutschland fördert seit 1998 im Südsudan Projekte der Ernährungssicherung, der Wasserversorgung und der Soforthilfe. CARE International, der Zusammenschluss von zehn nationalen CARE-Organisationen, führt seit 1979 im gesamten Sudan Programme der Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit durch. Unterzeichner des gemeinsamen Appells sind: CARE, World Vision International, Oxfam, Save the Children (UK), Ärzte ohne Grenzen (Holland), Veterinäre ohne Grenzen (Belgien), The Carter Centre. ots Originaltext: CARE Deutschland e.V. Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle von CARE Deutschland e.V.: Christian Worms: 0228/ 97563-28, Markus Dufner: -13 Als Gesprächspartner steht zur Verfügung: Oliver Märtin, Projektreferent Afrika Original-Content von: CARE Deutschland-Luxemburg e.V., übermittelt durch news aktuell

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