CARE Deutschland-Luxemburg e.V.

CARE trauert um zwei ermordete Mitarbeiter im Sudan
Hilfsorganisation fordert Freilassung von zwei weiteren Team-Mitgliedern

    Bonn (ots) - Zwei Mitarbeiter eines CARE-Teams sind im Sudan
erschossen worden. Ein weiterer Mitarbeiter und ein privater
Bauunternehmer, der das CARE-Team begleitete, werden vermisst. Der
Vorfall ereignete sich zwischen dem 2. und 5. Januar in der
sudanesischen Provinz Unity.
    
    Das Team fuhr am 2. Januar in einem Lastwagen von der Stadt Bentiu
nach Mayoum, um eine neue Klinik zu eröffnen. Die Männer wurden
Berichten zufolge rund 50 Kilometer von Bentiu entfernt zuletzt
lebend gesehen.
    
    Eine Such- und Rettungsmannschaft von CARE, den Vereinten Nationen
und der sudanesischen Regierung befindet sich bereits in die Region.
Am 5. Januar wurde der CARE-Lastwagen mit der Leiche des Fahrers,
Mekki El Ekheir Mekki, an der Straße nach Mayoum gefunden. Die Leiche
des CARE-Projektleiters in der Provinz Unity, Ibrahim Ishag Abaker,
fand man einige Kilometer davon entfernt. Beide hatten fast zehn
Jahre lang für die Hilfsorganisation gearbeitet. Abaker hinterlässt
eine Frau und fünf Kinder, Mekki eine Frau und sechs Kinder. Im Sudan
bittet CARE jeden, der Informationen über diesen Vorfall hat, diese
an die Behörden, CARE oder die Vereinten Nationen weiterzugeben.
    
    "Wir sind schockiert und angewidert von dieser furchtbaren
Nachricht. Unser Mitgefühl gehört den Familien der Toten und der
Vermissten", sagte Jonathan Mitchell, Regionaldirektor von CARE
International in Ostafrika. "Wir sind auch entsetzt über die
offenkundige Missachtung des Prinzips des Schutzes für Mitarbeiter
von Hilfsorganisationen. Wer immer das Verbrechen beging, hat dieses
Prinzip verletzt. Wir appellieren an die zuständigen Behörden, ihre
Bemühungen zu verdoppeln, damit die zwei Vermissten wiedergefunden
werden. Wir appellieren auch an die sudanesische Regierung, ihre
Untersuchung des Vorfalls fortzusetzen und Vorkehrungen für die
Sicherheit aller Mitarbeiter von Hilfsorganisationen zu treffen."
    
    In den 20 Jahren, die CARE im Sudan tätig ist, gab es kein
vergleichbares gewaltsames Vorkommnis gegenüber CARE-Mitarbeitern.
"Dies ist ein furchtbarer Schlag für unsere Organisation", sagte
Manuela Roßbach, Geschäftsführerin von CARE Deutschland. "Der Tod der
zwei Mitarbeiter im Sudan, der direkt auf die Ermordung eines
CARE-Mitarbeiters in Somalia am 2. Januar folgt, führt einmal mehr
die gefahrvolle und unsichere Situation vor Augen, in der CARE tätig
ist, und macht deutlich, welch großen Risiken sich diejenigen
aussetzen, die in den CARE-Projekten vor Ort arbeiten."
    
    Die humanitäre Organisation CARE arbeitet auf beiden Seiten des
durch einen Bürgerkrieg gespaltenen Sudan. In der Provinz Unity
unterhält CARE Ernährungszentren und führt Programme im Bereich
Landwirtschaft, Wasserversorgung und Gesundheitsfürsorge durch. CARE
setzt sich im Sudan und auf internationaler Ebene für ein Ende des
Krieges und einen sofortigen Frieden ein.
    
      Für Interviews steht Wendy Driscoll, die englischsprachige
Mitarbeiterin von CARE International in Nairobi, zur Verfügung.

ots Originaltext: CARE Deutschland e.V.
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