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Deutsche Marine - Pressemeldung: Marinesoldaten in Tarnbekleidung: Wie der Rheinländer Carsten Ridderbecks Schiffe schützt

Soldaten der Marineschutzkräfte kontrollieren an einem Checkpoint Fahrzeuge. Photo: Björn Wilke, Deutsche Marine

    Glücksburg (ots) -

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    Wilhelmshaven / Eckernförde - Das größte Schiff der Deutschen Marine bereitet sich auf einen sechsmonatigen Einsatz vor. Der Einsatzgruppenversorger "Berlin" liegt dazu im Marinestützpunkt Wilhelmshaven. Mit an Bord sind zehn Soldaten der Marineschutzkräfte. "Bis zum Auslaufen am kommenden Dienstag formen wir uns zu einem Team", sagt ihr Vorgesetzter, Oberbootsmann Carsten Ridderbecks. "Wir kommen zwar alle aus der gleichen Eckernförder Kompanie, arbeiten aber normalerweise in unterschiedlichen Gruppen zusammen. Deshalb müssen wir jetzt lernen, in einem Team gemeinsam zu agieren. In Bedrohungssituationen ist das unerlässlich." Und genau für solche Situationen wurden die Männer für sieben Monate an Bord abkommandiert. Die "Berlin" fährt mit dem ständigen NATO-Einsatzverband "Standing NATO Maritime Group 2 (SNMG 2)" ins Mittelmeer. Dort werden die zehn Marineschutzsoldaten das sogenannte Mobile Protection Element des Schiffs bilden. Sie schützen das 174 Meter lange Versorgungsschiff vor asymmetrischen Bedrohungen. Das können zum Beispiel Angriffe von Terroristen mit Speed-Booten oder Flugzeugen sein. "Dann besetzen wir die Maschinengewehre und wehren solche Angriffe ab", sagt Ridderbecks. Seine Männer und er tragen Flecktarnuniformen. Das ist auf Marineschiffen ungewöhnlich. Die anderen Besatzungsmitglieder haben blaue Borduniformen an - den Bord- und Gefechtsanzug. Deshalb unterscheiden sich die Soldaten äußerlich deutlich von den übrigen Marinesoldaten. Doch auch der Dienstalltag unterscheidet sich. "Wir müssen uns vor allem körperlich fit halten", sagt der ledige Oberbootsmann, "dazu gehen wir zwei Stunden am Tag in den Fitnessraum des Schiffs und treiben Sport." Ansonsten wird mit Handwaffen hantiert und die Abwehr von Angriffen geübt. Die Männer sind rund um die Uhr einsatzbereit für den Fall der Fälle.

    Mit 28 Jahren militärischer Führer von neun jungen Soldaten

    Der Heimatstandort der Marineschutzkräfte (MSK) ist Eckernförde. Dort bereiten sich die Soldaten ständig auf ihre weltweiten Einsätze vor. Sie sind die Infanteristen der kleinsten Teilstreitkraft der Bundeswehr. "Die Hauptaufgabe eines MSK-Soldaten ist es, Einheiten der Marine zu schützen", fasst Ridderbecks die vielfältigen Aufgaben der Marinesicherungssoldaten kurz und prägnant zusammen. Zu den Marineschutzkräften können Männer und Frauen kommen. Benötigt werden Grundwehrdienstleistende und Zeitsoldaten, die vor allem eines sind: körperlich fit. Sie werden in zahlreichen Ausbildungsgängen spezialisiert - zum Beispiel zum Sicherungssoldaten, Scharfschützen, Kraftfahrer oder Führer eines Motorkraftbootes. Der 28 Jahre alte Ridderbecks ist Gruppenführer in der 3. Kompanie der Marineschutzkräfte. Ihm unterstehen auch im normalen Tagesgeschäft neun Soldaten - das ist die Gruppenstärke. Mit einem Teil davon ist er jetzt auf der "Berlin". Für ihn ist das Ausbilden und Erziehen seiner Soldaten "immer wieder eine neue Herausforderung". Seine weiteren Aufgaben bestehen aus der Organisation des täglichen Dienstes und der gemeinsamen Lösung von Problemen innerhalb seiner Gruppe.

    Von der Luftwaffe zur Marine

    Ridderbecks stammt gebürtig aus Mönchengladbach. Ging deshalb ursprünglich zur Luftwaffe, wurde dort Feldwebel der Sicherungstruppe. Nach vier Jahren Dienst entschied sich Ridderbecks für einen Wechsel zur Deutschen Marine. "Ich wollte das Aufgabenfeld wechseln", sagt er. Jetzt lebt er in Eckernförde an der Ostsee. Bereut hat der Rheinländer seine Entscheidung nicht: "Der Wechsel zu den Marineschutzkräften war genau das Richtige für mich, weil meine jetzige Verwendung besonders abwechslungsreich ist. Ich habe Freude an meinem Beruf." Er lächelt bei diesen Worten - wirkt äußerlich zufrieden. Die Vollausbildung zum Luftwaffensicherungsfeldwebel dauerte seinerzeit zwei Jahre. Nach dem Wechsel zur Marine durchlief Ridderbecks zusätzliche Fachlehrgänge, die für seine jetzige Tätigkeit nötig waren. Und er will auch weiterhin lernen. "Nach unserer Rückkehr Anfang Juni bin ich für eine Zugführerausbildung vorgesehen." Sein Berufsziel hat der Marinemann ebenfalls fest im Blick: "Berufssoldat zu werden, das wäre schon was". Doch jetzt steht erst mal die lange Seereise an. Auf seiner Fahrt durchs Mittelmeer wird der 28-Jährige Abwechslung von der Seefahrt vor allem in Auslandshäfen finden. Dazu gehören unter anderem Palma de Mallorca, Alexandria, Haifa und Lorint.

    Autoren: Detlef Struckhof und Nils Look, Presse- und Informationszentrum Marine Fotos: Deutsche Marine

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