Russell Reynolds Associates

87% der CEOs im Automobilsektor sind Eigengewächse - lediglich 8% kommen aus anderen Branchen

München/Frankfurt (ots) - Aufsichtsräten fehlt profunde digitale Expertise / Jeder Vierte ist bereits über 68 Jahre alt

Aktuelle Studie von Russell Reynolds Associates untersucht Charakteristika der Chefs im OEM- und Zuliefererbereich. Das Resultat: Männliche 'Company Lifers', die Benzin im Blut, aber kaum Erfahrungen in anderen Sektoren aufweisen.

   - Nur jeder 20. Aufsichtsrat im Automobilbereich ist jünger als 50
     Jahre 
   - Jeder vierte Top-Entscheider auf Vorstands- oder
     Aufsichtsratsebene (27%) glaubt, dass sein Unternehmen bereits
     die richtige Struktur besitzt, um auf die Folgen der digitalen
     Disruption ausreichend vorbereitet zu sein 
   - Diversity ist immer noch ein Fremdwort für die Branche: Der
     Anteil an weiblichen Aufsichtsräten beträgt 15%; in der Position
     des CEO sind es sogar nur 2% 

Lediglich 13% der CEOs im Automobilsektor sind keine Eigengewächse, das Gros der Chefsessel wird weiterhin intern besetzt. Im Durchschnitt sind diese Top-Manager 15 Jahre im Unternehmen. Eine hausinterne Karriere ist demnach aktuell ein wichtiger Bestandteil des CEO-Profils. Dieses wird mit einem Blick auf die wenigen branchenfremden Rekrutierungen deutlich. Nur 8% der CEOs kommen nicht aus der Automobilindustrie - eine alarmierende Zahl in Zeiten der Digitalen Disruption.

Die aktuelle Studie der international führenden Personalberatung Russell Reynolds Associates "Five leadership issues worthy of Board and Executive Attention" beleuchtet den Status Quo der obersten Führungsriege und untersucht zudem, inwieweit die Automobilbranche auf die digitale Transformation vorbereitet ist. Die globale Studie basiert auf einer Analyse von 210 Führungskräften auf Vorstandsebene und von 230 Aufsichtsräten der weltweit größten OEMs und Zulieferer.

"Die Chefs der Automobilkonzerne von morgen müssen mehr als Benzin im Blut haben", gibt Walter Friederichs, Global Leader Automotive bei Russell Reynolds, zu bedenken, "Auch auf höchster Führungsebene sind die Erfahrungen aus anderen Industrien, beispielsweise Technology, Telco sowie Consumer, künftig unverzichtbar."

Aufsichtsräte sind mehrheitlich in hohem Alter und männlich

In Zeiten fundamentaler Veränderungen erfordert ein effektives Board eine Vielfalt an Perspektiven, um solide Strategien für die Zukunft zu entwickeln. In Bezug auf die Altersstruktur der Aufsichtsräte im Automobilsektor lässt sich jedoch kaum von Vielfalt sprechen: Zwei Drittel sind hier 60 Jahre und älter. Jeder vierte Aufsichtsrat ist sogar älter als 68 Jahre. Die Altersgruppe der unter 50jährigen hingegen ist mit 5% deutlich unterrepräsentiert.

Neben der Altersstruktur ist auch die Verweildauer im Aufsichtsrat relativ hoch. Jeder Dritte sitzt bereits länger als sechs Jahre im Gremium. "Von der notwendigen kontinuierlichen Erneuerung kann bei Aufsichtsräten, die hier länger als 15 Jahre agieren, vermutlich weniger die Rede sein." fasst Boris Jary, Managing Director im Bereich Automotive bei Russell Reynolds, zusammen.

Ein weiteres Ergebnis: Die Chefetagen werden weiterhin von Männern dominiert, obwohl Frauen nachweislich einen sehr großen Einfluss auf die Kaufentscheidung bei Automobilen haben. Bislang sind die Aufsichtsräte im Automobilbereich eine Männerdomäne mit einem Frauenanteil von nur 15%. Bei den CEOs liegt der Frauenanteil noch niedriger mit lediglich 2%.

Defizite in der Digitalkompetenz und Suche nach neuen Allianzen

Laut Russell Reynolds Associates geben 56% der Top-Entscheider auf Vorstands- oder Aufsichtsratsebene zu, dass ihnen zurzeit noch das geeignete Personal für die Definition einer unternehmensweiten Digitalstrategie fehlt. Nur 27% glauben, dass ihr Unternehmen bereits die richtige Struktur aufweist, um die digitale Transformation erfolgreich durchzuführen. "Die Automobilbranche benötigt dringend mehr Führungskräfte mit digitaler Kompetenz", so Boris Jary. "Immerhin ziehen einige Konzerne zwischenzeitlich die Möglichkeit eines Technology Advisory Boards in Betracht", betont Automotive-Experte Jary. Nach der Analyse weist jedoch nur ein einziger der 230 untersuchten Aufsichtsräte profunde digitale Expertise auf. Diese sind aber von essentieller Bedeutung etwa im Hinblick auf die Herausforderungen der steigenden Cyberkriminalität und die Sicherheit sensibler Kundendaten.

Die fehlende Expertise im Bereich der disruptiven Technologien erhöht den Druck auf die traditionellen Autobauer. So betreibt etwa Google bereits eine Testflotte selbstfahrender Autos und kann zu einem zusätzlichen Konkurrenten der OEMs werden. Viele Größen der Automobilindustrie suchen daher nach gewinnbringenden Partnerschaften, Joint Ventures oder Übernahmen von ergänzenden Firmen außerhalb der eigenen Branche, um so Kreativität und Innovationen ins eigene Unternehmen zu holen. Derzeit prüft etwa ein Konsortium der deutschen Premium-Autobauer die Übernahme des Kartendienstes Here der Firma Nokia, um in Zukunft nicht abhängig von Google oder Facebook zu sein. Bereits heute wird die gesamte Wertschöpfungskette des Automobilsektors durch die Digitalisierung beeinflusst. Wollen die traditionellen Automobilhersteller ihren Vorsprung nicht verlieren und zu Zulieferern degradiert werden, müssen sie zu signifikanten Veränderungen bereit sein.

Weitere Informationen zur Studie: http://ots.de/983nd

Über Russell Reynolds Associates

Russell Reynolds Associates ist eine der weltweit führenden Personalberatungen bei der Besetzung von Spitzenpositionen. 1969 in New York gegründet, verfügt Russell Reynolds Associates heute mit insgesamt 44 Büros und mehr als 350 Beratern über ein globales Netzwerk. In Deutschland ist Russell Reynolds Associates seit 1985 etabliert und in Frankfurt am Main, Hamburg und München mit Büros präsent. Das Unternehmen ist bis heute vollständig im Besitz der im Unternehmen tätigen Partner. Neben dieser Unabhängigkeit sind es vor allem die weltweit agierenden Spezialistenteams für einzelne Branchen, mit denen sich Russell Reynolds Associates vom Wettbewerb abhebt. Über die hohe Loyalität der Klienten und großen Erfolg beim Gewinn neuer Mandate wächst Russell Reynolds Associates über viele Jahre deutlich zweistellig.

Pressekontakt:

Susanne Mathony
Director Marketing & Public Relations EMEA & Asia
Russell Reynolds Associates
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