LBS Hessen-Thüringen

Auszeichnung für Maisonette im Mehrfamilienhaus
Mutige Architektur schafft kostengünstigen Wohnraum

Glückliche Preisträger (v.l.n.r.): Mario Gerth, Bezirksleiter der Sparkasse Mittelthüringen, gratuliert Dipl.-Ing. Rainer Mester vom Architekturbüro DMA Deckert Mester Architekten und dem Bauherren-Paar Cornelia Betsch und Christoph Drescher zur Auszeichnung. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/67061 / Die Verwendung dieses ...

Frankfurt (ots) - Wohnraum ist knapp, gerade in den Innenstädten. Deshalb suchten die Landesbausparkassen (LBS) und die Zeitschrift "Das Haus" beim diesjährigen Bauherren-Wettbewerb "Das goldene Haus" deutschlandweit nach Beispielen, wie alte Häuser erweitert, komfortabel und energiesparend gemacht werden können. Unter dem Motto "Zukunft Altbau - verändern, vergrößern, verbessern" bewarben sich 61 Bauherren, die in ihrem Altbau die Kraft des Alten mit Neuem unverwechselbar gekoppelt haben. Unter den Einsendungen vergab die Jury zwei Hauptpreise, drei Sonderpreise sowie fünf Anerkennungen. Eine der Anerkennungen geht an das Erfurter Bauherren-Paar Betsch-Drescher. Es erhält für sein Bauprojekt ein Preisgeld von 2.000 Euro. Für die Planung zeichnete DMA Deckert Mester Architekten verantwortlich. Das Erfurter Büro wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem "Goldenen Haus 2012" und dem "Goldenen Haus 2004".

Potenzial im Keller

Das ausgezeichnete Bauprojekt liegt in einem Mehrfamilienhaus aus den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Es steht in einem beliebten, grünen Viertel im Westen Erfurts an einem Südhang, der früher als Weinberg genutzt wurde. Die ursprünglichen Eigentümer hatten sich eine altersgerechte Wohnung im Zentrum zugelegt. Dadurch wurde die Erdgeschosswohnung frei für die vierköpfige Familie des Sohnes. Einziges Problem: Es fehlten zwei Räume, denn das Bauherren-Paar arbeitet oft zu Hause und beide Kinder sollten eigene Zimmer bekommen. Zudem war das Bad sehr eng. Die Lösung fand DMA im Keller. Zur Wohnung gehörten ein paar Kellerräume, die als Gästezimmer und für Vorräte genutzt wurden. Belichtet wurden sie mit kleinen, zum Teil winzigen Fenstern in den Hof. Die dort gelagerten alten Küchenmöbel mussten weichen, ebenso die Saunabox, das Werkzeugregal und das Trimmrad auf dem ausgedienten Perserteppich.

Ein Haus im Haus

Nach dem Umbau präsentiert sich die ehemalige Geschosswohnung als Haus im Haus. Vom Gemeinschaftstreppenhaus wurde die Maisonette abgetrennt. Die alte Wohnungstür wurde zugemauert. Der neue Wohnungseingang erfolgt nun ebenerdig von der ehemaligen Kellertür über die Einfahrt. Im Gartengeschoss, dem früheren Keller, befinden sich heute die Küche, ein WC mit Dusche sowie der Essbereich. Großzügig verglast und durch Absenkung der Bodenplatte räumlich erhöht öffnet sich dieser ebenerdig zum neuen Terrassendeck mit Sitzstufen und direktem Gartenzugang. Die Küche hat Durchbrüche zum Essbereich und zum Garten bekommen. Eine neue interne Treppe verbindet Garten- und Erdgeschoss. Dort sind ohne größere Veränderungen drei Schlafzimmer und das Wohnzimmer untergebracht. Aus einem Teil des Flures, dem Mini-WC und dem Schlauchbad wurde ein familientaugliches, geräumiges Tageslicht-Badezimmer mit ebenerdiger Dusche und Badewanne.

Kreativ und kostengünstig

Die alte Garage - für heutige Autos viel zu klein - wurde zum Arbeitszimmer umgebaut und mit einer Fenstertür zur Terrasse versehen. Der einst völlig zubetonierte Hof hat sich zu einem Sommerwohnzimmer gewandelt. So entstand für verhältnismäßig kleines Geld ein Einfamilienhaus im Mehrfamilienhaus, das den speziellen Reiz der Lage voll ausnutzt, indem es Gebäude und Garten zu einer Einheit verschmilzt. Das betonte auch die Jury in ihrem Urteil: "Hier haben wir ein Musterbeispiel, wie man Städte und deren Altbauten weiter entwickeln kann, und zwar zu sehr günstigen Kosten." Besonders beeindruckt war die Jury von der Entschlossenheit der DMA-Architekten angesichts der schwierigen Ausgangssituation: "Das Objekt beweist, wie man mit unerschrockener Kreativität städtische Raumreserven entdecken und nutzen kann. Mit der Auszeichnung wollen wir andere Bauherren ermutigen, nach unkonventionellen Lösungen für ihren Altbau zu suchen."

Zum Wettbewerb

Die Landesbausparkassen und die Zeitschrift "Das Haus" veranstalten seit 1983 jährlich den Bauherren-Wettbewerb um "Das goldene Haus". In 34 Jahren wurden im Rahmen des Wettbewerbs 352 Objekte ausgezeichnet und insgesamt 981.500 Euro an die Preisträger verteilt.

Der diesjährigen Jury gehörten an: Prof. Henning Baurmann, Dipl.-Ing. Architekt BDA, Baukonstruktion und Entwerfen im Bestand an der Hochschule Darmstadt, Jörg Münning, Vorstandsvorsitzender der LBS West, und Dipl.-Ing. Karin Jung, Redaktion "Das Haus".

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