International Society of Hair Restoration Surgery

Medizintouristen aufgepasst: Haartransplantate können kostspielige Folgen haben

Geneva, Illinois (ots/PRNewswire) - International Society of Hair Restoration Surgery warnt vor Schwarzmarktangeboten für Haartransplantate

Der Medizintourismus für kosmetische Chirurgie boomt. Die Verlockung schöner Landschaften und weniger kostspieliger Operationen kann sich aber als einfache Fahrt mit dem Resultat erfolgloser und riskanter Eingriffe erweisen, wenn diese illegal von Assistenten anstatt von geschulten, qualifizierten Ärzten durchgeführt werden.

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Bereits 2014 hat die International Society of Hair Restoration Surgery (ISHRS) eine Verbraucherwarnung angesichts der wachsenden Trends herausgegeben, dass Haartransplantationen von Assistenten durchgeführt werden. Diese Praxis kann schwerwiegende Folgen für Patienten mit sich bringen. Angesichts zunehmender Berichte über Patienten, die im Ausland mangelhafte Haartransplantate von Technikern erhalten und sich nicht bewusst sind, dass diese Praxis illegal ist, fordert die ISHRS Verbraucher, die über eine Haartransplantation im Ausland nachdenken, erneut dringend dazu auf, sich genau über den Arzt und die Einrichtung zu informieren.

"Man muss sich über eines im Klaren sein: Selbst ein kleiner kosmetischer Eingriff ist eine Operation. Bei kosmetischen Eingriffen müssen ständig medizinische Entscheidungen getroffen werden. Dem Patienten werden Medikamenten verabreicht, die während des Eingriffs überwacht und gegebenenfalls angepasst werden müssen", sagte Sharon A. Keene, MD, FISHRS (Tucson, Arizona, USA), Mitglied des ISHRS-Exekutivkomitees. "Nach unseren Erkenntnissen werden Patienten, die eine Haartransplantation im Ausland erwägen, mit der Qualifikation des Arztes geködert. Aber dann werden sie Opfer einer klassischen Lockvogelmasche, wo die eigentliche Operation von einem Assistenten durchgeführt wird, der überhaupt keine Zulassung zur Durchführung von operativen Eingriffen besitzt. Dies ist eine gefährliche Praxis, die Patienten in große Gefahr bringt."

In der Türkei wurde beispielsweise vor Kurzem durch einen Erlass des Gesundheitsministeriums festgelegt, dass Haartransplantation legal nur in einem Krankenhaus durchgeführt werden dürfen. Dieses Verbot von Haartransplantation außerhalb eines Krankenhauses hat zu einem Schwarzmarkt geführt, wo Assistenten Haartransplantation illegal in privaten Krankenhäusern oder Kliniken durchführen. So ist ein Niedrigpreismarkt für Operationen entstanden, der für unwissende ausländische Haartransplantationspatienten sehr verlockend erscheint, und die Türkei ist zu einer Hochburg für Medizintouristen geworden. Nach Informationen des TURSAB (ein Komitee, das mit dem türkischen Gesundheitsministerium zusammenarbeitet) hat der Markt für Medizintourismus in der Türkei 2015 ein Volumen von über 4,5 Milliarden USD erreicht.

Trotz der Kosten, die man bei illegal von Assistenten durchgeführten Haartransplantation oftmals spart, kann der Preis letztendlich hoch sein, da bei Patienten das Risiko einer Fehldiagnose, der Nichtdiagnose von Haarkrankheiten und verwandten systemischen Störungen und der Durchführung unnötiger oder unbedachter Eingriffe besteht. Die ISHRS ist der festen Überzeugung, dass diese potenziellen Risiken die Sicherheit des Patienten und die Behandlungsergebnisse aufs Spiel setzen.

"Der Schwarzmarkt für Haartransplantationen in der Türkei ködert Medizintouristen, die nichts von diesem wachsenden Trend wissen und von der billigen Operation angelockt werden -- insbesondere Patienten aus arabischen Ländern, die sich nicht ausreichend über diese Praktiken informieren", sagte Tayfun Oguzoglu, MD, (Istanbul, Türkei), Mitglied der ISHRS. "Patienten müssen extrem aufpassen und genau recherchieren, ob ihr Arzt tatsächlich ein erfahrener Arzt ist und alle Aspekte des Eingriffs -- von Anfang bis Ende -- vom Arzt und nicht von einem Schwindler durchgeführt werden. Das Problem gibt es nicht nur in der Türkei. Es breitet sich in Europa, dem Nahen Osten und den USA immer weiter aus. Es liegen Berichte aus Kliniken in Deutschland, den Niederlanden und Belgien vor, wonach illegale türkische Assistentengruppen Eingriffe unter der Schirmherrschaft zugelassener türkischer Ärzte durchführen."

Haartransplantationen haben einen Höchststand erreicht. Die ISHRS beziffert in ihrem Practice Census 2015 die Zahl der Haartransplantationen für 2014 auf 397.048 -- ein Anstieg um 76 Prozent gegenüber 2006. Der größte Zuwachs wurde im Nahen Osten, in Mexiko/Mittel- und Südamerika sowie in Asien verzeichnet.

Damit Patienten informierte Entscheidungen über ihre Haartransplantation treffen können, sollten potenzielle Patienten laut ISHRS die folgenden Überlegungen anstellen und sich Fragen hinsichtlich Kosten, Risiken sowie kurz- und langfristigem Nutzen und Planung stellen:

1. Wer untersucht meinen Haarausfall und empfiehlt eine Therapie? 
   Welche Ausbildung, Schulung, Zulassung und Erfahrung hat dieser 
   Anbieter bei der Behandlung von Haarverlust? 
2. Wer ist an meiner Operation beteiligt und in welcher Funktion und 
   welche Ausbildung, Schulung, Zulassung und Erfahrung haben diese 
   Personen bei der Durchführung von Haartransplantation? 
3. Wird irgendeine Person, die keine amtliche Zulassung besitzt, bei 
   meiner Operation Schnitte vornehmen oder Transplantate ernten? 
   Falls ja, bitte diese Person benennen und ihre spezielle Funktion 
   darlegen und erklären, weshalb sie legal zu dieser Tätigkeit 
   berechtigt ist. 
4. Hat jede Person, die an meiner Operation beteiligt ist, eine 
   Berufshaftpflichtversicherung?  

Mit dem richtigen Arzt sind Haartransplantationen heute eine sichere und effektive Methode für natürliche, dauerhafte Ergebnisse, die praktisch nicht erkennbar sind. Weitere Informationen zum Thema Haarausfall und Haartransplantation sowie ein Verzeichnis von ISHRS-Ärzten nach Bundesland oder Land finden Sie auf der ISHRS-Website unter www.ishrs.org. Einen vollständigen Nachdruck des ISHRS 2015 Practice Census Report finden Sie in den Haartransplantationsstatistiken (http://www.ishrs.org/statistics-research.htm).

Pressekontakt:

Karen Sideris für die ISHRS

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800-444-2737
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