eco - Verband der Internetwirtschaft e. V.

Internetverband startet "Mittelstand online"
CeBIT-Pressekonferenz: Mittwoch, 13. März, 13.30 Uhr, CC, Saal 105/106
Prof. Sigram Schindler Vorsitzender der neuen eco-Initiative "Mittelstand online"

    Berlin / Köln (ots) - Der Verband der deutschen
Internetwirtschaft, eco Electronic Commerce Forum e.V. (Köln), hat
eine neue Initiative "Mittelstand online" gestartet. Ziel ist es, die
rund 3,5 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in
Deutschland zu ermuntern, sich weitergehend im Internet zu
engagieren. Den Vorsitz der neuen eco-Initiative hat Prof. Dr. Ing.
Sigram Schindler, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Berliner
Teles AG, übernommen. Er leitet das neue eco-Mittelstandsprogramm
gemeinsam mit dem Verbands-Geschäftsführer Harald A. Summa.
    
    Der eco-Verband sieht einen erheblichen Nachholbedarf bei der
Internetnutzung im Mittelstand. Nach Verbandsrecherchen verfügen zwar
rund 80 Prozent der KMUs über einen Internetzugang. Aber nur etwa 1
Million Mittelständler, also rund 29 Prozent, sind mit einer eigenen
Website im Netz präsent. "Der Mittelstand läuft Gefahr, den Anschluss
an die Online-Ökonomie zu verlieren, wenn er sich weiterhin in
Webabstinenz übt", warnt Prof. Sigram Schindler. "Die derzeit eher
negativen Schlagzeilen über E-Business könnten viele Mittelständler
verschrecken", fürchtet eco-Geschäftsführer Harald A. Summa. Der
eco-Verband rät der mittelständischen Wirtschaft, sich nicht vom Ende
der Hypephase zur falschen Schlussfolgerung verleiten zu lassen, das
Internet sei "tot". Ganz im Gegenteil sind heute mehr Verbraucher und
Firmen im Netz unterwegs als je zuvor, heißt es in einer
Presseerklärung des Verbandes der deutschen Internetwirtschaft. Dabei
werde das Internet gegenwärtig vor allem als wichtige
Informationsquelle vor größeren Kaufentscheidungen genutzt. "Wenn ein
mittelständisches Unternehmen im Wettbewerb mithalten will, kommt es
an einem professionellen Internetauftritt nicht vorbei" erklärt Prof.
Schindler als Schlussfolgerung aus dieser Entwicklung.
    
    Summa und Schindler weisen auf das enorme Gefährdungspotenzial für
das "Mittelstandsland Deutschland" hin, falls die KMUs den Anschluss
an die Online-Ökonomie verpassen. Mehr als 99 Prozent aller
Unternehmen in Deutschland gehören zum Mittelstand. Sie stellen fast
70 Prozent aller Arbeitsplätze und 80 Prozent aller
Ausbildungsplätze. Beinahe 60 Prozent der Wertschöpfung in
Deutschland und fast die Hälfte der steuerpflichtigen Umsätze
entstehen in mittelständischen Firmen.
    
    Mittelstand scheut hohe Investitionen und hat Lücken im Know-how
    
    Als Hauptgründe für die Zurückhaltung der mittelständischen
Wirtschaft nennt der eco-Verband die Scheu vor hohen Investitionen
mit ungewissem Return on Investment und Lücken im Know-how über
Technik und Konzepte für E-Business. Dazu Prof. Sigram Schindler:
"Viele KMUs haben den Eindruck, sie müssten Tausende oder gar
Zehntausende von Euro investieren, um im Netz präsent zu werden.
Hinzu kommt, dass die Mittelständler kaum Beratungskompetenz in ihrer
Nähe finden."
    
    Gemeinsam mit der Industrie will der eco-Verband daher den Aufbau
einer bundesweiten Infrastruktur von Internet-Anlaufstellen für
mittelständische Firmen fördern. Ähnlich dem bundesweiten Netz der
Steuerberater soll der Fachhandel fit gemacht werden, um als
Internet-Consultants den Mittelstand technisch, produktseitig und
konzeptionell zu beraten. Umfragen zufolge legen rund 80 Prozent der
KMUs Wert auf eine lokale Betreuung unmittelbar vor Ort.
    Zudem will der Verband gemeinsam mit namhaften Anbietern speziell
für den Mittelstand Geschäftsmodelle ausarbeiten, bei denen sich KMUs
ohne nennenswerte Investitionen im Netz präsentieren können. An die
Stelle der Anfangsinvestition treten dabei laufende Kosten von
einigen Hundert Euro pro Monat, vergleichbar beispielsweise mit den
Leasingraten für einen Firmenwagen.
    
    Die neue Initiative will darauf hinwirken, dass sich die
mittelständische Wirtschaft nicht nur Zugang zum Internet verschafft,
sondern auch mit einer eigenen Website im Netz präsent wird und damit
ihre Geschäftstätigkeit erheblich belebt. Nach einer Untersuchung von
Prognos, die die Teles AG in Auftrag gegeben hat, verfügt nur rund
die Hälfte aller KMUs mit Internetzugang über eine Webpräsenz. Je
größer ein Unternehmen ist, desto intensiver werden die Möglichkeiten
des Internet genutzt, hat Prognos zutage gefördert. Daher will der
eco-Verband mit der neuen Initiative in besonderer Weise kleine und
mittlere, regional operierende Firmen adressieren. Dabei soll den
Firmen geholfen werden, das Internet für E-Business proftabel zu
nutzen.
    
    Prof. Sigram Schindler nennt konkrete Ziele: "Heute haben nur
maximal 10 Prozent aller regional orientierten Mittelständler einen
profitablen Online-Shop im Netz. Unser Ziel ist es, diesen Anteil
innerhalb der nächsten Jahre auf rund 25 Prozent zu steigern."
    
    Der Verband der deutschen Internetwirtschaft sucht bei
"Mittelstand online" die enge Zusammenarbeit mit den Industrie- und
Handelskammern sowie den Handwerkskammern.
    
    eco Electronic Commerce Forum e.V. ist der Verband der
Internetwirtschaft in Deutschland. Ziel ist, die kommerzielle Nutzung
des Internets voranzutreiben, um die Position Deutschlands in der
globalen Internet-Ökonomie und damit den Wirtschaftsstandort
Deutschland insgesamt zu stärken. eco Forum e. V. versteht sich in
diesem Sinne als Interessenvertretung der deutschen
Internetwirtschaft gegenüber der Politik, in Gesetzgebungsverfahren
und in internationalen Gremien.
    
ots Originaltext: eco Electronic Commerce Forum e.V.
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