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"Maischberger" am Mittwoch, 5. Juli 2017, um 23:00 Uhr

München (ots)

Das Thema: "Gipfel der Nationalisten: Kann Merkel Trump und Co. zähmen?"

Angela Merkel lädt zum G20-Gipfel nach Hamburg. Selten wurde das Spitzentreffen der mächtigsten Politiker der Welt mit so viel Spannung erwartet. Der US-Präsident Donald Trump ist zum ersten Mal in Deutschland und trifft dort auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin - auch das eine Premiere. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoðan sorgt im Vorfeld für Ärger, und G20-Gegner haben massive Proteste angekündigt. Kann Angela Merkel die unterschiedlichen Interessen zusammenführen oder wird der Streit eskalieren?

Die Gäste:

Dieter Kronzucker (Fernsehmoderator) Sahra Wagenknecht, Die Linke (Fraktionsvorsitzende) Norbert Röttgen, CDU (Außenpolitiker) Joachim Steinhöfel (Rechtsanwalt und Publizist) Haluk Yildiz (BIG-Partei)

Dieter Kronzucker

Seit Jahrzehnten berichtet der Fernsehjournalist von den Gipfeltreffen der Weltmächte. So gefährlich wie momentan sei die politische Lage jedoch lange nicht gewesen. "Donald Trump ist ein Sicherheitsrisiko", warnt der langjährige Amerika-Korrespondent. Mit Russland stehe Amerika zunehmend in Konfrontation: "In Syrien kann es jeden Tag schief gehen, die Lage ist brandgefährlich." Die Türkei unter Erdoðan erlebe eine "rasende Islamisierung", analysiert der ehemalige Moderator des "heute journal" (ZDF). Deshalb begrüßt Dieter Kronzucker das Auftrittsverbot für den türkischen Präsidenten während des Gipfels.

Sahra Wagenknecht

"G20 ist rausgeworfenes Geld, denn bei diesen Gipfeln ist bisher nie etwas Vernünftiges herausgekommen", sagt die Linken-Politikerin. In Hamburg würden nicht Problemlöser, sondern die entscheidenden Verursacher globaler Probleme am Tisch sitzen: "Durch ihre Kriege, ihre Waffenexporte, ihre ausbeuterische Wirtschaftspolitik sind viele G20-Staaten direkt verantwortlich für Armut und Tod auf dieser Welt", ist die Fraktionsvorsitzende überzeugt. Auch Angela Merkels Agenda würde von den Wünschen der Konzernlobbyisten bestimmt, erklärt Sahra Wagenknecht.

Norbert Röttgen

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses malt ein düsteres Bild der aktuellen Weltlage und befürchtet einen Zusammenbruch der westlichen Weltordnung: "Es ist eine Minute vor Zwölf für Europa." Liberale und demokratische Werte seien sowohl durch Wladimir Putin als auch durch Donald Trump akut bedroht, sagt der ehemalige Bundesminister. Er hält die USA derzeit nicht für einen verlässlichen Partner. "Es gibt immer noch keine amerikanische Außenpolitik", kritisiert Norbert Röttgen und ergänzt, dass US-Präsident Trump nicht in der Lage sei, die Nato zu führen.

Joachim Steinhöfel

Der Hamburger Anwalt für Wettbewerbs- und Presserecht glaubt nicht, dass die Kanzlerin beim G20-Gipfel wirklich Einfluss auf Trump oder Putin haben wird. "Merkel bringt weltpolitisch nichts voran. Wenn jemand als Stabilitätsanker fungiert, dann ist das Amerika", sagt der ehemalige TV-Moderator. Der Politik-Blogger gewinnt der Politik des US-Präsidenten auch Positives ab. Er befürwortet Trumps Einreisestopp für muslimische Länder und findet den Austritt der USA aus dem Klimaabkommen nachvollziehbar. Joachim Steinhöfel hält die Kanzlerin auch für machtlos gegenüber Erdogan. "Merkel hat Deutschland mit ihrer Flüchtlingspolitik in eine hochproblematische Situation hineinregiert und ist damit erpressbar geworden."

Haluk Yildiz

Der Gründer und Parteivorsitzende der BIG-Partei verurteilt das Redeverbot für den türkischen Präsidenten Erdoðan scharf: "Erdoðan wird in Deutschland immer dämonisiert." Der deutsche Staat könne nicht den zwei Millionen hier lebenden türkischen Staatsbürgern das Recht vorenthalten zu hören, was der Präsident zu sagen habe. "Seine Reden in Deutschland sind immer sehr verbindend", betont der deutsch-türkische Unternehmensberater. Die Anti-Erdoðan-Haltung der Bundesregierung sei "allein politisches Kalkül aus Wahlkampfgründen", glaubt Haluk Yildiz.

Maischberger" ist eine Gemeinschaftsproduktion der ARD, hergestellt vom WDR in Zusammenarbeit mit der Vincent TV GmbH. "Maischberger" im Internet unter www.DasErste.de/maischberger Redaktion: Elke Maar (WDR)

Pressekontakt:

Agnes Toellner, Presse und Information Das Erste,
Tel: 089/5900 23876, E-Mail: agnes.toellner@DasErste.de
Felix Neunzerling, ZOOM MEDIENFABRIK GmbH,
Tel.: 030/3150 6868, E-Mail: FN@zoommedienfabrik.de

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