ARD Das Erste

"ttt - titel thesen temperamente" (BR) am Sonntag, 17. April 2016, um 23:05 Uhr

München (ots) - Die geplanten Themen:

Der Fall Böhmermann

"Beleidigungsorgie"?, "Verbrechen gegen die Menschlichkeit"? Die Debatte über den Fall Böhmermann scheint noch mehr Fahrt aufzunehmen. Der Anwalt Erdogans will "bis in die letzte Instanz" gehen. Da haben wir die Staatsaffäre! Die Konstruktion, die Jan Böhmermann für sein "Schmähgedicht" gewählt hat, kann als Lackmustest funktionierender Demokratie mit den Säulen Pressefreiheit / Freiheit der Kunst und Satire dienen. "ttt" beleuchtet den Paragrafen 103 StGB, seine Genese und bisherige Anwendung (Stichwort "Schah-Paragraf)". Aktuell zum Fall befragt werden u.a. der Spiegel-Korrespondent Hasnain Kazim (dessen Akkreditierung als Korrespondent kürzlich von der Türkei verweigert wurde), Tim Wolff (Chef des Satire-Magazins Titanic), Robert Strasser (Medienanwalt). Wir gehen davon aus, dass zum Sendetermin auch eine Stellungnahme der Bundesregierung zum von der Türkei beantragten Strafverfahren gegen Jan Böhmermann vorliegt.

Die geraubten Mädchen

Vor genau zwei Jahren, im April 2014, wurden im Nordosten Nigerias 276 Schülerinnen aus einem Internat in Chibok entführt. Ihr Schicksal ist kein Einzelfall. Bis heute befinden sich Tausende Frauen in den Händen der Islamisten. Im Juli 2015 reiste der Zeit-Reporter Wolfgang Bauer nach Nigeria, um mit Mädchen zu sprechen, denen die Flucht gelungen ist. Sie berichten von ihrem Leben vor ihrer Entführung, von ihren grausamen Erfahrungen während der Gefangenschaft und von ihren Träumen für eine bessere Zukunft. Sein Buch erzählt jetzt die Geschichte von Boko Haram geraubten Mädchen, denen die Flucht gelungen ist. (Wolfgang Bauer: Die geraubten Mädchen - Boko Haram und der Terror im Herzen Afrikas).

Jason deCaires Taylor

Schwerelos hinab in eine Welt jenseits der Zeit. Meeresgetier siedelt auf der Kunst, Fische schwimmen um die Skulpturen, die Natur bemächtigt sich der künstlerischen Werke. Verfall und magische Verwandlung. Vor der Küste von Lanzarote in 14 Meter Tiefe stehen die Skulpturen von gehenden Menschen auf dem Meeresgrund, leibhaftig abgegossene reale Bewohner der Insel. Sie werden auf Schiffen hinausgebracht und versenkt als Mahnmal. Ein Museumsbesuch der besonderen Art: mit Tauchermaske, Schnorchel und Wetsuit geht es unter Wasser und zwischen die auf dem Meeresboden stehenden Figuren. Grandios: die Unterwasserskulpturen des britischen Künstlers Jason deCaires Taylor.

Multaka

Multaka heißt Treffpunkt und ist der Name eines überaus schönen und sinnvollen Projekts des Pergamon Museums Berlin: dort wurden irakische und syrische Flüchtlinge zu Museumsführern ausgebildet und erklären jetzt den neuen Flüchtlingen die eigene Kultur, die Kultur Mesopotamiens. Zum Beispiel der Mschatta-Palast von Kalif al-Walid. Eines der bedeutendsten frühislamischen Bauwerke. Mitten in Berlin. Jahrhundertelang blieb das eingestürzte Wüstenschloss unbeachtet. Bis der britische Archäologe Layerd es (1840) entdeckte. Kaiser Wilhelm II war so begeistert, dass man den Sultan überzeugte, ihm die Fassade zu schenken. Heute hat sie einen völlig anderen Zweck: Syrischen und irakischen Flüchtlingen soll ihre eigene Kultur nähergebracht werden. Jede Woche zweimal in einer speziellen Führung.

Moderation: Max Moor

Redaktion: Franz Xaver Karl (BR)

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