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Flüchtlingszustrom macht Mehrheit der Deutschen keine Angst

Köln (ots) -

59 Prozent der Deutschen macht es keine Angst, dass so viele 
Flüchtlinge zu uns kommen. Im Gegensatz dazu geben 38 Prozent an, 
dass ihnen die Thematik durchaus Angst macht. Das hat eine Umfrage 
des ARD-DeutschlandTrends von Montag bis Dienstag dieser Woche 
ergeben. In Ostdeutschland ist der Anteil der Befragten, denen der 
Flüchtlingszustrom Angst macht, mit 46 Prozent deutlich höher als in 
Westdeutschland (36 Prozent). 87 Prozent der Befragten geben an, dass
sie sich für die gewalttätigen Proteste gegen Flüchtlinge schämen, 11
Prozent tun dies nicht. Dass Engagement von Privatleuten für 
Flüchtlinge vor Ort wird von 95 Prozent der Befragten begrüßt. Vier 
Prozent lehnen dies ab.

50 Prozent der Befragten sind der Auffassung, dass die Behörden nicht
genug tun, um Ausländer und Flüchtlinge vor fremdenfeindlichen 
Übergriffen zu schützen. 40 Prozent sind der Auffassung, dass die 
Behörden genug tun. 

Bereitschaft zur Aufnahme von Flüchtlingen relativ stabil

37 Prozent der Befragten (+3 Punkte im Vergleich zum 
August-DeutschlandTrend) sind der Ansicht, dass Deutschland in etwa 
so viele Flüchtlinge aufnehmen sollte wie derzeit. 22 Prozent (-1) 
finden, dass Deutschland mehr Flüchtlinge aufnehmen sollte. 
Demgegenüber sind 33 Prozent (-5) dafür, weniger Flüchtlinge als 
derzeit aufzunehmen. 
45 Prozent der Befragten bewerten Zuwanderung ganz allgemein als eher
vorteilhaft für Deutschland. 33 Prozent sehen eher Nachteile. 16 
Prozent äußerten spontan, dass sie sowohl Vor- als auch Nachteile 
sehen. Während die Zuwanderung in den westdeutschen Bundesländern 
eher vor- als nachteilhaft (48:29 Prozent) beurteilt wird, überwiegen
im Osten die Vorbehalte (34:45 Prozent).

Kürzung von Leistungen wird mehrheitlich abgelehnt

Bei der Frage, welche Maßnahmen zum Umgang mit Flüchtlingen ergriffen
werden sollen, halten 79 Prozent eine konsequentere Abschiebung von 
abgelehnten Asylbewerbern für richtig. Sachleitungen statt 
Geldleistungen zu gewähren, halten 72 Prozent für eine richtige 
Maßnahme. Die Kürzung von Leistungen an die Asylsuchenden halten 32 
Prozent für richtig. Deutlich mehr Befragte (54 Prozent) sind der 
Meinung, die Leistungen sollten nicht gekürzt werden.
Bei der Frage, wie auf europäischer Ebene reagiert werden soll, 
halten 92 Prozent die Verteilung der Flüchtlinge nach einer Quote auf
die EU-Mitgliedsländer für richtig. Die Schaffung von legalen 
Möglichkeiten zur Einreise begrüßen 85 Prozent der Befragten. Die 
Wiedereinführung der Grenzkontrollen halten 45 Prozent für richtig. 
Hier ist die Ablehnung mit 52 Prozent größer.

Akzeptanz der meisten Fluchtgründe hoch

Die Akzeptanz der meisten Fluchtgründe ist in der Bevölkerung 
weiterhin hoch: 96 Prozent der Befragten finden es richtig, dass 
Deutschland Flüchtlinge aufnimmt, die vor Krieg oder Bürgerkrieg 
geflohen sind (+3 Punkte im Vergleich zum August-DeutschlandTrend). 
82 Prozent befürworten eine Aufnahme bei politischer oder religiöser 
Verfolgung (+2), 79 Prozent bei Hunger- oder Naturkatastrophen im 
Heimatland (+1). Die Zugehörigkeit zu einer verfolgten Volksgruppe 
wird als Fluchtgrund von 77 Prozent der Befragten akzeptiert (+3). 
Nur 28 Prozent finden, dass Deutschland Flüchtlinge aufnehmen soll, 
die geflohen sind, weil sie in ihrem Heimatland keine Arbeit und kein
Auskommen haben (+/-0). Hier ist die Ablehnung mit 65 Prozent 
deutlich größer.

Befragungsdaten
-	Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland 
        ab 18 Jahren
-	Fallzahl: 1.001 Befragte
-	Erhebungszeitraum: 31.8.2015 bis 1.9.2015
-	Erhebungsverfahren: Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
-	Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl/Dual Frame
-	Fehlertoleranz: 1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%; ** bei einem Anteilswert von 50% 

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