ARD Das Erste

Das Erste: Weltspiegel - Auslandskorrespondenten berichten am Sonntag, 30. November 2014, 19.20 Uhr vom BR im Ersten

München (ots) - Moderation: Natalie Amiri

Geplante Themen:

Irak: Die Armee will wieder kämpfen
Als die Terrormilizen des sogenannten Islamischen Staates (IS) im 
Sommer die nordirakische Stadt Mossul überrannten und danach eine 
Offensive in Richtung Bagdad starteten, nahm die Armee Reißaus. 
Milliarden waren in ihr Training und ihre Ausrüstung gesteckt worden,
aber im Ernstfall versagten die irakischen Streitkräfte katastrophal:
Eine Stadt nach der anderen eroberte der IS, Offiziere ließen ihre 
Rekruten im Stich, von denen viele ermordet wurden. Schnell stand der
IS vor den Toren der Hauptstadt. Mühsam wurden seitdem die Kräfte 
gebündelt, und vor einigen Wochen begann das Militär eine 
Gegenoffensive und errang einen Teilsieg in der strategisch wichtigen
Ölstadt Baidschi, 250 Kilometer nördlich von Bagdad. Hier steht die 
größte Raffinerie des Irak. Thomas Aders begleitet irakische Soldaten
bei Ramadi und beobachtet, wie die Armee den IS jetzt besiegen will.
Autor: Thomas Aders, ARD Kairo

USA: Videotestament für Todkranke
Nach 13 Jahren ist der Krebs bei Judy Davanzo zurückgekommen - 
Endstadium. Der 45-jährigen Mutter bleibt nur noch wenig Zeit, um 
ihren beiden Kindern eine dauerhafte Erinnerung an ihre Mutter zu 
hinterlassen, an ihr Aussehen, ihre Stimme, ihre Gesten. Was hat sie 
bewegt, gefühlt, gedacht? Wie klang ihr Lachen? Ein Videotestament 
der anderen, der emotionalen Art: "Thru My Eyes", "Mit meinen Augen" 
heißt die gemeinnützige Organisation in New York, die professionelle 
Videos für und mit Todkranken filmt und schneidet - kostenlos. 
Krankenhäuser vermitteln verzweifelte Patienten an die Psychologen, 
Kameraleute und Helfer der Initiative, weil nicht mehr genügend Zeit 
bleibt, um auf eine andere Art Erinnerungen für die zu hinterlassen, 
die Abschied nehmen müssen.
Autor: Markus Schmidt, ARD New York

Südafrika: Die farblosen Schwarzen
"Wenn sie sterben, verschwinden sie einfach", sagte man früher über 
die "white nigger", wie Albinos in vielen Teilen Afrikas verächtlich 
gerufen werden. Unglück sollen sie auch bringen, ihre Körperteile 
preisen Medizinmänner als Wundermittel an. Die ungefähr 13.000 
Albinos haben es schwer in Südafrika. Sie gehören weder zu den Weißen
noch zu den Schwarzen, werden oft diskriminiert und auch verfolgt. 
Viermal häufiger ist Albinismus in Afrika als zum Beispiel in Europa.
Aber es gibt auch Gutes zu berichten: In den vergangenen Jahren haben
Aufklärungskampagnen geholfen, die Vorurteile abzubauen. Viele wissen
jetzt, dass es nichts mit einem Fluch zu tun hat, sondern nur eine 
Pigmentstörung ist. Und vielleicht hat auch dazu beigetragen, dass 
die Modedesigner in Südafrika die farblosen Schwarzen für sich 
entdeckt haben. Sanele Xaba ist Model: "Ich bin nicht anders als die 
anderen Models", sagt er selbstbewusst, "mein Hautton ist nur 
heller." Und tatsächlich hat Sanele es geschafft, er kann sich vor 
Aufträgen nicht retten.
Autor: Ulli Neuhoff, ARD Johannesburg

China: Bio-Boom nach Lebensmittelskandalen
"Öfter mal die Gifte wechseln!" - das ist der hilflos zynische Rat 
des Shanghaier Lebensmittelaktivisten Wu Heng, den man seinem neuen 
Buch mit dem Titel "Schmeiß es zum Fenster raus!" entnehmen kann. 
Lebensmittelskandale sind in China an der Tagesordnung. Besonders bei
der chinesischen Mittelschicht geht seitdem die Angst um, was man 
überhaupt noch essen und ganz besonders den Kindern vorsetzen kann. 
Selbst in Deutschland kam es vor einiger Zeit zu Engpässen bei der 
Babynahrung. Der Grund: In China gab es einen Skandal mit Melamin 
verseuchtem Milchpulver. In der Folge kauften chinesische Importeure,
Privatpersonen und Touristen besonders den deutschen Markt leer, um 
chinesische Kinder mit sauberem Milchpulver zu versorgen. Böden sind 
in weiten Teilen Chinas verseucht und skrupellose Geschäftemacher 
bringen selbst Altöl als Speiseöl wieder in den Umlauf. Das 
Misstrauen der Verbraucher ist berechtigterweise groß. Mit dem Wunsch
nach natürlichen und gesunden Lebensmitteln boomt eine noch junge 
Biobranche in den chinesischen Städten.
Autorin: Christine Adelhardt, ARD-Peking

Norwegen: Slow-TV in der Vorweihnachtszeit - 60 Stunden nonstop 
Chorgesang
Fernsehen im Wortsinn - das macht Norwegens öffentlich-rechtlicher 
Sender NRK immer wieder: Nach einem 134-Stunden-Live-Fernsehmarathon 
über die Fahrt eines Hurtigruten-Schiffs entlang der norwegischen 
Küste gab es Stricken oder Holzhacken als Dauerfernsehereignis - mit 
Rekordeinschaltquoten. Die Norweger scheinen "Slow-TV", langsames 
Fernsehen oder eigentliches "Fern-Sehen" ohne Dramaturgie, 
Zeitraffung oder eine eigentliche Handlung für sich entdeckt zu 
haben. Jetzt werden zur Einstimmung auf die Vorweihnachtszeit alle 
899 Psalmen aus dem norwegischen Gesangbuch gesungen und landesweit 
live im Fernsehen übertragen - 60 Stunden lang. Was macht dabei die 
Faszination aus, fragt unser Korrespondent, und ist das ein Vorbild 
an Entschleunigung auch für unsere hektische Vorweihnachtszeit?
Autor: Clas Oliver Richter, ARD Stockholm 

Redaktion: Karola Baier

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