ARD Das Erste

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"ttt - titel thesen temperamente" (MDR) am 19. Oktober 2014 um 23.05 Uhr

München (ots) - Moderation: Evelyn Fischer

Geplante Themen:

Undercover von Syrien nach Italien: Auf den Spuren der Flüchtlinge
Wir alle kennen die Bilder der Boote auf dem Mittelmeer, völlig 
überladen mit Flüchtlingen, die das rettende Ufer in Europa erreichen
wollen.  Hunderte, wenn nicht Tausende Menschen finden während der 
dramatischen Überfahrt den Tod. Das Mittelmeer ist zurzeit die 
tödlichste Grenze der Welt. Der Reporter Wolfgang Bauer und der 
Fotograf Stanislav Krupar haben jetzt ihr Leben riskiert, um sich 
undercover selbst auf den Weg von Syrien nach Italien zu machen. Ihr 
Bericht "Über das Meer" ist ein bewegendes Porträt von Schicksalen, 
die sich hinter den abstrakte Zahlen und Nachrichten verbergen. Über 
50 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht - so viel wie noch
nie seit dem Zweiten Weltkrieg. Nach den letzten Prognosen des 
Flüchtlingshilfswerks UNHCR soll diese ungeheure Zahl noch weiter 
ansteigen. Die Folgen dieser Migrationsbewegung für die Herkunfts- 
und Zielländer hat der britische Ökonom und Bestsellerautor Paul 
Collier jetzt in seinem Buch "Exodus" untersucht. Er zieht eine so 
nüchterne wie ernüchternde Bilanz der bisherigen Asylpolitik der 
europäischen Staaten und kritisiert sie als ein "gigantisches 
humanitäres Unrecht".
Autor: Rayk Wieland

"Das Salz der Erde": Wim Wenders und der Fotograf Sebastião Salgado
Wim Wenders Film "Das Salz der Erde" ist ein intensives Porträt und 
Hommage an den Meister der Sozialfotografie Sebastião Salgado. Ein 
gutes Porträtfoto entstehe in dem Augenblick, wenn der Fotograf etwas
vom Leben des Fotografierten versteht. So beschreibt der 
brasilianische Fotograf Sebastião Salgado seine Arbeit. Er hat 
Menschen in über 100 Ländern getroffen, hat mit ihnen gelebt und sie 
begleitet und ist zu einem der besten und eindrucksvollsten 
Fotografen der Welt geworden. Salgado hat Arbeiter in den Goldminen 
Brasiliens porträtiert, er war mit Flüchtlingen in Äthiopien 
unterwegs und hat den Völkermord in Ruanda  dokumentiert, bis er all 
das Leid nicht mehr aushalten konnte. Der ungeheuren Wirkung, der 
suggestiven Kraft, der ausschließlich in schwarz-weiß fotografierten 
Motive kann sich kaum ein Betrachter entziehen. Auch der deutsche 
Regisseur Wim Wenders nicht. Er hat nun mit seinem Dokumentarfilm 
"Das Salz der Erde" dem Fotografen und Künstler Sebastião Salgado 
eine außergewöhnliche Hommage gewidmet. Wenders lässt Salgado die 
Geschichten zu seinen Fotos erzählen. Es entsteht so, im wahrsten 
Sinne, ein Augenzeugenbericht vom Leben und Sterben auf der Welt und 
ein überwältigendes Porträt über einen großartigen Fotografen. "Das 
Salz der Erde" kommt am 30. Oktober in unsere Kinos.  
Autor: Jens-Uwe Korsowsky

Ausgrabungen in Sobibór: Die Fragmente der Vernichtungsmaschinerie
Sieben Jahre lang haben die Archäologen Yoram Haimi und Wojciech 
Mazurek Sobibór erforscht. Nun haben sie diese Fundamente von vier 
Gaskammern entdeckt. Das berüchtigte KZ Sobibór wurde von einem 
polnischen und einem israelischen Archäologen ausgegraben. Das KZ war
nach dem Aufstand der jüdischen Gefangenen 1943 komplett dem Erdboden
gleich gemacht worden, genauso wie Treblinka und Belzec. In diesen 
Lagern wurden mehr Menschen umgebracht als in Auschwitz. Die 
Nachricht der Grabungsfunde aus Sobibór ging gerade um die Welt. Die 
Entdeckung sei von "größter Wichtigkeit für die Holocaust-Forschung",
sagt David Silberklang, Historiker an der Jerusalemer Gedenkstätte 
Yad Vashem. "Plötzlich kommen aus den Ruinen, von unterhalb des 
Asphalts, mit der die Gaskammern bedeckt waren, Stimmen der Juden, 
die zu uns sprechen." Die Archäologen fanden zum Beispiel eine 
Metallmarke mit Namen und Geburtsdatum der damals sechsjährigen Lea 
Judith de la Penha aus Amsterdam. Plötzlich bekommen die anonymen 
Toten von Sobibór ein Gesicht. "Dies ist ein Sieg - nicht nur für uns
Überlende", sagt Philip Bialowitz, der beim Lageraufstand mitmachte 
und ausbrach.  
Autor: Christoph Rüter 

Das grenzt an Liebe - Diane Keaton im Interview
Die Zeiten sind trostlos, doch sogenannte RomComs, also romantische 
Komödien aus Hollywood, schaffen zuverlässig Linderung. In "Das 
Grenzt an Liebe" erzählt Regie-Routinier Rob Reiner, ein erprobter 
Seismograph des Zwischenmenschlichen, von der Menschwerdung eines 
Misanthropen: Ein egozentrischer Immobilienmakler lässt sich - 
äußerst widerwillig - von einer unerwartet auftauchenden Enkelin und 
seiner Nachbarin zähmen. Michael Douglas und Diane Keaton als 
wunderbares Filmpaar - ttt traf die Schauspielerin, 
"Stadtneurotikerin" und Muse Woody Allens zum Interview. "Das grenzt 
an Liebe" läuft ab 6. November in unseren Kinos.  
Autor: Andreas Lueg 

Redaktion: Jens-Uwe Korsowsky/Matthias Morgenthaler

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Agnes Toellner
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