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Mehrheit hat Verständnis für Streik der Lokführer, aber nicht für Streik der Piloten

Köln (ots) - Mehr als die Hälfte der Befragten im ARD-DeutschlandTrend hat kein Verständnis für den Streik der Piloten der Lufthansa. Anlass des Streiks sind vor allem die von der Lufthansa aufgekündigten Übergangsrenten, die den Piloten bislang ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Beruf ermöglicht hatten. 54 Prozent der Befragten sagen, dass sie für einen Streik der Piloten aus diesem Anlass kein Verständnis haben. 42 Prozent haben dagegen Verständnis für einen solchen Streik. Das hat eine Umfrage des ARD-DeutschlandTrends von Montag bis Dienstag dieser Woche ergeben. Die Akzeptanz eines solchen Streiks hat in der Bevölkerung in den letzten Monaten abgenommen. Bei der Befragung im April 2014 hatten noch 55 Prozent Verständnis für einen Streik der Piloten aus diesem Grund, 42 Prozent hatten damals kein Verständnis.

Ein eventueller Streik der Lokführer bei der Bahn wird deutlich positiver gesehen. Die Gewerkschaft der Lokführer fordert unter anderem eine Gehaltssteigerung von fünf Prozent. Für einen Streik der Lokführer aus diesem Grund hätten 54 Prozent der Befragten Verständnis. 41 Prozent hätten dafür kein Verständnis.

Im Zuge der Streiks wird über die Frage der Tarifeinheit diskutiert: Es gibt Pläne der Großen Koalition, dass nur noch ein Tarifvertrag pro Unternehmen gelten soll. Nur die größte Gewerkschaft soll dann den Tarifvertrag aushandeln und zum Streik aufrufen dürfen. Gesonderte Tarifverträge für kleinere Berufsgruppen gäbe es dann nicht mehr. 54 Prozent der Befragten lehnen eine solche Regelung ab und sind der Meinung, dass auch kleinere Gewerkschaften weiterhin Tarifverträge aushandeln und streiken sollen. 38 Prozent fänden es richtig, dass jeweils nur die größte Gewerkschaft entscheiden soll. Diese Haltung hat in den letzten Monaten an Zuspruch gewonnen: Bei der Befragung des DeutschlandTrends im April 2014 waren noch 29 Prozent der Meinung, dass nur die größte Gewerkschaft Tarifverträge aushandeln soll. 68 Prozent waren der Meinung, dass auch kleinere Gewerkschaften Tarifverträge aushandeln und streiken dürfen.

Befragungsdaten
-	Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland
        ab 18 Jahren
-	Fallzahl: 1.002 Befragte
-	Erhebungszeitraum: 29.9.2014 bis 30.9.2014 
-	Erhebungsverfahren: Computergestützte Telefoninterviews
       (CATI)
-	Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl/Dual Frame
-	Fehlertoleranz: 	1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
        * bei einem Anteilswert von 5%; 
        ** bei einem Anteilswert von 50%
 

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Uwe-Jens Lindner
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