"Beckmann" am Donnerstag, 24. Januar 2013, um 22.45 Uhr

München (ots) - Stalking - wehrlos gegen Psychoterror? Beobachtet, belästigt, bedroht - fast jeder achte Deutsche wird einmal im Leben zur Zielscheibe eines Stalkers. Zumeist sind die Täter obsessive Ex-Partner, Kollegen oder Nachbarn, die eine Trennung oder eine Abweisung nicht akzeptieren. Aber auch völlig Unbekannte beginnen aus dem Nichts, ihre Opfer zu terrorisieren: mit Daueranrufen, Nachstellungen, Gerüchten oder gar körperlicher Gewalt machen sie den Betroffenen das Leben zur Hölle. Oft fühlen sich die Verfolgten allein gelassen, denn Polizei und Justiz sind in vielen Fällen aufgrund der Gesetzeslage die Hände gebunden. Wo fängt Stalking an? Wer stoppt die Täter? Und wie können sich Opfer am besten schützen?

Darüber diskutieren bei "Beckmann":

Dirk Kurbjuweit ("Spiegel"-Autor) Ein Hausnachbar machte den Alltag von Dirk Kurbjuweit zunehmend unerträglich: Tag und Nacht verfolgt und belästigt er die ganze Familie, ohne dass die Polizei helfen kann. Als der Stalker schließlich sogar Anzeige gegen ihn erstattet, beginnt Kurbjuweit am Rechtsstaat zu zweifeln. Seine Erfahrungen hat der Journalist jetzt in einem Roman aufgeschrieben.

Eva Habermann (Schauspielerin) Als 2001 ein junger Mann in ihrem Garten campiert, ahnt Eva Habermann nichts Böses: Doch Thomas F. sucht immer wieder ihre Nähe, bombardiert sie mit Liebesbotschaften, durchwühlt ihren Abfall - und lässt sich auch durch eine einstweilige Verfügung nicht abschrecken. Erst nachdem die Schauspielerin für längere Dreharbeiten ihr Haus verlässt, lässt der besessene Fan von ihr ab. Zehn Jahre später, im August 2011, sorgt ein Entführungsfall in Hamburg bundesweit für Schlagzeilen: Eine junge Frau entkommt nur durch Glück aus einer zum Gefängnis umgebauten Wohnung. Der Entführer: Eva Habermanns früherer Stalker.

Dr. Jens Hoffmann (Dipl.-Psychologe) Was treibt einen Stalker an? Wie hoch ist sein Gefährdungspotenzial? Jens Hoffmann beschäftigt sich wissenschaftlich mit Tätern und berät als Leiter des "Instituts für Psychologie & Bedrohungsmanagement" Polizeibehörden und Stalking-Opfer.

Wolf Ortitz-Müller (Dipl.-Psychologe, Gründer der Täterberatungsstelle "Stop-Stalking") Täterarbeit ist für ihn Opferschutz: Aus Hunderten von Gesprächen kennt Wolf Ortitz-Müller die Motive der Stalker und will deren Opfer nachhaltig schützen.

Prof. Regina Harzer (Strafrechtlerin) Stalking bezeichnet sie als "seelische Vergewaltigung" - ebenso wie Opferverbände hält Strafrechtsprofessorin Regina Harzer das bestehende Anti-Stalking-Gesetz für unzureichend. Die Regelungen seien zu eng gefasst, ein rechtzeitiges Eingreifen der Polizei oft unmöglich.

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