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Das Erste: "Menschen bei Maischberger" am Dienstag, 14. September 2010, 22.45 Uhr, im Ersten

München (ots) - "Jammerossis gegen Klagewessis: Streit ohne Ende?"

Gäste:

Jörg Schönbohm (CDU, ehem. Stellvertretender Ministerpräsident Brandenburg) Peter Michael Diestel (Letzter DDR-Innenminister und Rechtsanwalt) Susanne Daubner ("Tagesschau"-Sprecherin) Hubertus Knabe (Direktor Stasi-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen) Anne Klar (Ehem. DDR-Häftling) Katja Kipping (Stellvertretende Parteivorsitzende der Linken)

Jörg Schönbohm, CDU

Der langjährige brandenburgische Innenminister kritisiert die jüngsten Äußerungen des SPD-Ministerpräsidenten Matthias Platzeck ("Wir wollten keinen Beitritt, sondern ein gleichberechtigtes Zusammengehen") als "rückwärtsgewandt und rechthaberisch". Das seien einseitige Schuldzuweisungen an die Adresse der Westdeutschen, sagt Jörg Schönbohm, der mit Ostalgie-Tendenzen abrechnet. "Die DDR war eine Diktatur", sagt der CDU-Hardliner.

Peter Michael Diestel

"20 Jahre nach der Wiedervereinigung sehe ich überall im Osten blühende Landschaften! Ich bin ein Wendegewinner", sagt der letzte Innenminister der DDR. Der CDU-Politiker arbeitet heute als Rechtsanwalt und gilt als führender Rechtsbeistand für Menschen mit DDR-Vergangenheit: "Es wäre richtiger gewesen und hätte viel sozialen Unfrieden erspart, wenn man nach der Wende die Stasi-Akten gleich vernichtet hätte."

Susanne Daubner

Die in der DDR aufgewachsene "Tagesschau"-Sprecherin floh im Juni 1989 über Ungarn und Jugoslawien in den Westen. "Meine Kompromissbereitschaft mit der DDR war zu Ende gegangen", sagt die gebürtige Hallenserin. "Dennoch war nicht alles schlecht: Weil wir alle nichts hatten, gab es keinen Neid. Das Miteinander in dieser Gesellschaft war sehr intensiv", so Susanne Daubner.

Hubertus Knabe

"In keinem ehemals kommunistischen Land stieg der Lebensstandard so rasant wie in der früheren DDR. Pausenlos wurde den Ostdeutschen der Eindruck vermittelt, Sie seien nicht die Gewinner, sondern die Verlierer der deutschen Einheit", sagt der Direktor der Stasi-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. Der Historiker kämpft gegen das Schönreden der DDR, etwa durch ehemalige Stasi-Kader.

Anne Klar

Über ein Jahr saß die Lehrerin und Mutter eines Sohnes nach einem gescheiterten Fluchtversuch im berüchtigten DDR-Frauengefängnis Hoheneck. "Wir wurden behandelt wie Schwerstkriminelle, wie Sklaven", sagt Anne Klar, die im August 1981 von der Bundesrepublik frei gekauft wurde. Bis heute lässt sie die Erinnerung an die Haft und an ihre Peiniger nicht los.

Katja Kipping

War die DDR ein Unrechtsstaat? "Solche Pauschalurteile helfen bei der Bewertung von Vergangenem nicht weiter", sagt die stellvertretende Parteivorsitzende der Linken. Kritik an ihrer Partei über deren Umgang mit der DDR-Vergangenheit lässt Katja Kipping nicht gelten: "Ich möchte die DDR nicht wiederhaben."

"Menschen bei Maischberger" ist eine Gemeinschaftsproduktion der ARD, hergestellt vom WDR in Zusammenarbeit mit der Vincent Berlin GmbH. Redaktion: Carsten Wiese

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POSITION Institut für Kommunikation, Ralf Ketterer
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