Lehrer-Mobbing: Offener Brief an die Kultusministerkonferenz
Köln (ots) -
Sehr geehrte Frau Ministerin, sehr geehrter Herr Präsident der Kultusministerkonferenz, sehr geehrte Kultusminister der Länder,
mit Erstaunen und Fassungslosigkeit haben wir in den vergangenen Tagen beobachtet, wie im Zusammenhang mit dem Begriff "Lehrer-Mobbing" auch das von uns im Internet ins Leben gerufene Schüler-Netzwerk Spickmich genannt wurde.
Erstaunt sind wir, weil die vom Deutschen Philologenverband und dessen Vorsitzenden Heinz-Peter Meidinger angeführten Beispiele der Beleidigung von Lehrern keinesfalls auf unserer Webseite stattfinden - im Gegenteil: Wir sind mit äußerster Akribie darum bemüht, mit unserem Angebot eine transparente, objektive und demokratische Form des Feedbacks von Schülern für Lehrer zu bieten. Wir wehren uns deshalb mit Nachdruck gegen den Vorwurf, auf www.spickmich.de Diffamierungen jeglicher Art Platz einzuräumen.
Mit Fassungslosigkeit reagieren wir auf die Forderungen etwaiger Interessenverbände, freie Meinungsäußerungen, wie sie auf Spickmich stattfinden, durch das Eingreifen der Politik einschränken oder verhindern zu wollen.
In der aktuellen Debatte werden Halbwahrheiten und Vermutungen zu einer unsachlichen Meinungsmache vermischt. Um das Projekt Spickmich klar von der laufenden Diskussion abzugrenzen, möchten wir als Initiatoren folgende Punkte deutlich machen und so einen Beitrag zur Versachlichung des Themenkomplexes leisten:
- die Möglichkeit, als Schüler auf www.spickmich.de die Leistung
seiner Lehrer zu bewerten ist keinesfalls als Beleidigung zu
verstehen
- die Verbreitung von beleidigendem Bild- oder Videomaterial durch
Spickmich hat zu keinem Zeitpunkt stattgefunden
- Schüler haben ein Recht auf freie, persönliche Meinungsäußerung,
das vom Grundgesetz gedeckt wird
- das Schülernetzwerk Spickmich versteht sich als freie,
demokratische Meinungsplattform mit hohem Fairnessanspruch
Zudem haben wir sowohl von Eltern als auch von Lehrerseite großen Zuspruch erhalten, der uns dazu motiviert, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Unser Angebot ist ein zusätzlicher Feedbackkanal, der es ermöglichen soll, das Verhältnis zwischen Lernenden und Lehrenden nachhaltig zu verbessern und diese Verbesserung auch öffentlich einzufordern.
In diesem Zusammenhang möchten wir die Schulministerin des Landes Nordrhein-Westfalen Frau Barbara Sommer aus ihrer Rede im NRW-Landtag vom 21.06.2006 zum 2. Gesetz zur Änderung des Schulgesetzes zitieren: "Wer prüft, muss auch bereit sein, sich prüfen zu lassen."
Mit freundlichen Grüßen
Tino Keller, Manuel Weisbrod und Philipp Weidenhiller Initiatoren von www.spickmich.de
Pressekontakt:
Tel: 0221 - 355 332 6160

