Ärzte ohne Grenzen

Akute Ernährungskrise in Angola
29/2002
Nahrungsmittelhilfe ist noch immer unzureichend

    Berlin/Luanda (ots) - In Angola gibt es in einigen Regionen
sogenannte "Hungertaschen", in denen viele Menschen schwer
unterernährt sind und die Sterberate weit über dem Wert liegt, der
eine akute Notsituation bezeichnet. Eine neue Ernährungsstudie, die
von der internationalen Hilfsorganisation ÄRZTE OHNE GRENZEN Mitte
Juni durchgeführt wurde, bestätigt die kritische Lage.
    
    Vom 10.-14. Juni 2002 wurden in der südlichen Provinz Huambo
15.000 Menschen untersucht. Jedes sechste Kind ist der Studie zufolge
unterernährt, und Unterernährung ist die Haupttodesursache. Die
Sterberate liegt zweimal so hoch (2.3/10.000/Tag) wie der
Schwellenwert, der eine akute Krise anzeigt. Drei Viertel der
Todesfälle sind der Studie zufolge Kinder unter fünf Jahren.
    
    "Obwohl 18 Prozent der Bevölkerung unterernährt sind und sogar
fünf Prozent der Kinder unter fünf Jahren als schwer unterernährt
gelten, werden noch immer nicht genügend Nahrungsmittel an die
Bevölkerung ausgegeben", sagte der Epidemiologe Vincent Brown, der
die Studie koordiniert hat. Erst Mitte Juni hatte ÄRZTE OHNE GRENZEN
das UN-Welternährungsprogramm und die angolanische Regierung
kritisiert, dass die dringend benötigten
Nahrungsmittel-Verteilpro-gramme zu schleppend anliefen.
    
    Seit dem Waffenstillstand Anfang April 2002 haben die Mitarbeiter
von ÄRZTE OHNE GRENZEN Zugang zu vielen Gebieten erhalten, die drei
Jahre lang völlig von humanitärer Hilfe abgeschnitten waren. Immer
wieder stoßen sie auf sogenannte "Hungertaschen", in denen die
Menschen kurz vor dem Hungertod stehen.
    
    In 44 Ernährungszentren behandeln die Teams von ÄRZTE OHNE GRENZEN
rund 14.000 Menschen in elf der 18 Provinzen des Landes. Das Projekt
in Angola ist derzeit das größte der Organisation weltweit.
    
    
    ÄRZTE OHNE GRENZEN bittet dringend um Spenden: Stichwort ANGOLA:
Landesbank Berlin, BLZ 100 500 00. Kto: 97097
    
    
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