Ärzte ohne Grenzen

Angola: ÄRZTE OHNE GRENZEN fordert sofortige Nahrungsmittelhilfe

Luanda/Berlin (ots) - Die internationale Hilfsorganisation ÄRZTE OHNE GRENZEN hat ihre Hilfsprogramme in Angola ausgeweitet. In der Provinz Huambo im Westen des Landes sind die Mitarbeiter auf eine weitere Region gestoßen, in der es kaum Nahrungsmittel und keine medizinische Versorgung gibt. Die Sterbe- und Unterernährungsraten liegen hier, ähnlich wie in anderen Regionen, fünf bis zehn mal höher als der Schwellenwert für eine akute Krise. ÄRZTE OHNE GRENZEN ruft die angolanische Regierung sowie die internationale Gemeinschaft auf, umgehend Nahrungsmittel zu verteilen. Nur so kann nach Ansicht der Organisation der Tod von Zehntausenden Menschen verhindert werden. "Bislang hat die Bevölkerung keinerlei Hilfe erhalten. Dabei zeigt sich die Unterernährung hier überall, sogar bei Kindern über fünf Jahren. Dies ist ein Zeichen für eine extrem kritische Ernährungslage", sagte die Ärztin Sabine Roquefort. Gemeinsam mit ihrem Team hat sie den Ort Bailundo im Norden der Provinz Huambo besucht. ÄRZTE OHNE GRENZEN schickt ein siebenköpfiges Team nach Bailundo, um dort ein Ernährungszentrum zu errichten, in dem 600 Kinder behandelt werden können. Darüber hinaus sollen alle unter 15-Jährigen gegen Masern geimpft werden. Schwer Kranke und extrem Unterernährte werden in das Krankenhaus von Bailundo gebracht, das mit Medikamenten unterstützt wird. Auch im Osten der Provinz Humabo, besonders in den Städten Catchiungo und Sambo, zeigt sich eine ähnlich dramatische Situation. Laut ÄRZTE OHNE GRENZEN reichen die Kapazitäten der Hilfsorganisationen allein nicht aus, um die Bedürfnisse an Nahrungsmitteln zu decken. Deshalb ruft die Organisation die angolanische Regierung sowie die Vereinten Nationen auf, unverzüglich Nahrungsmittel in den betroffenen Provinzen zu verteilen. Seit dem Waffenstillstandsabkommen vom 4. April 2002 hat ÄRZTE OHNE GRENZEN Zugang zu verschiedenen Gebieten, die jahrelang von jeglicher Hilfe abgeschnitten waren. In den kommenden Wochen sind zwölf weitere Erkundungsfahrten geplant. Derzeit versorgen die Teams etwa 3.500 Kinder in 22 Ernährungszentren in Angola. Jede Woche werden 1.000 Kinder neu aufgenommen. 172 internationale Mitarbeiter und rund 1.800 angolanische Kollegen sind zurzeit für ÄRZTE OHNE GRENZEN in elf der 18 Provinzen Angolas tätig. ots Originaltext: ÄRZTE OHNE GRENZEN e.V. Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Weitere Informationen: Pressestelle Petra Meyer, Kattrin Lemp Tel: 030-22 33 77 00 www.aerzte-ohne-grenzen.de Spenden: Stichwort ANGOLA: Landesbank Berlin, BLZ 100 500 00. Kto: 97097 Original-Content von: Ärzte ohne Grenzen, übermittelt durch news aktuell

Themen in dieser Meldung


Weitere Meldungen: Ärzte ohne Grenzen

Das könnte Sie auch interessieren: