Ärzte ohne Grenzen

ÄRZTE OHNE GRENZEN kritisiert Kriegsparteien im Sudan: Angriffe auf Zivilisten fordern extrem viele Todesopfer

    Nairobi/Berlin (ots) - In einem heute veröffentlichten Bericht
macht die internationale Organisation ÄRZTE OHNE GRENZEN alle
Konfliktparteien im Sudan für die hohe Zahl der Todesfälle unter der
Zivilbevölkerung in der südwestlichen Provinz Western Upper Nile
(WUN) verantwortlich. Seit 1997 hat sich der Konflikt in dieser
ölreichen Region intensiviert. ÄRZTE OHNE GRENZEN zufolge greifen
alle Kriegsfraktionen zunehmend Zivilisten und medizinische
Einrichtungen an.
    
    Der Bericht zeigt auf, dass alle Kriegsparteien Gewalt gegen
Zivilisten einsetzen. Mord, Vergewaltigung und Überfälle sowie die
Verweigerung des Zugangs zu humanitärer Hilfe gehören heute zur
Kriegstaktik und führen zu enorm hohen Todeszahlen. Die erdölreiche
Region Western Upper Nile wurde in den letzten vier Jahren zum
Zentrum des seit 19 Jahren schwelenden Bürgerkrieges.
    
    ÄRZTE OHNE GRENZEN fordert die sudanesische Regierung, die
Rebellenorganisation SPLA sowie Milizen auf, alle Angriffe auf
Zivilisten, medizinisches Personal und medizinische Einrichtungen zu
stoppen. Die Organisation fordert auch eine sofortige Aufhebung des
jüngsten durch die Regierung verhängten Flugverbots und verlangt
Zugang zu den Regionen, in denen die Bevölkerung Hilfe benötigt.
    
    "Tausende sind bereits an Krankheiten gestorben, die wir
eigentlich heilen könnten. Die Bedürfnisse sind immens, aber es gibt
kaum humanitäre Hilfe vor Ort, und die Angriffe auf medizinisches
Personal und Kliniken verhindern jegliche Versorgung", so Arjan
Hehenkamp, Programmleiter von ÄRZTE OHNE GRENZEN.
      
    Bei jeder erzwungenen Evakuierung der Teams müssen Patienten ohne
Behand-lungsmöglichkeit zurückgelassen werden. Insbesondere die
Tropenkrankheit Kala Azar, die von der Sandfliege übertragen wird und
ohne Behandlung tödlich verläuft, hat bereits viele Todesopfer
gefordert. In den vergangenen Jahren sollen mindestens 100.000
Menschen in WUN daran gestorben sein.
    
    In den letzten drei Monaten mussten die Teams von ÄRZTE OHNE
GRENZEN aufgrund der angespannten Sicherheitslage drei Projekte
verlassen. Die Kriegs-handlungen haben Berichten zufolge derzeit
wieder zugenommen. Außer in der von der Regierung kontrollierten
Stadt Bentiu gibt es derzeit allerdings keine humanitäre Organisation
in Western Upper Nile.
    
    Der Bericht  "Violence, Health and Access to Aid in Unity
State/Western Upper Nile" ist abrufbar unter:
www.aerzte-ohne-grenzen.de
    
    
ots Originaltext: ÄRZTE OHNE GRENZEN
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Pressestelle: Petra Meyer, Kattrin Lempp,
Tel: 030-22 33 77 00

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