Ärzte ohne Grenzen

ANGOLA: Katastrophale humanitäre Situation in neu zugänglichen Gebieten

    Kuito/Berlin (ots) - Nach dem Waffenstillstandsabkommen in Angola
Anfang April hat die internationale Organisation ÄRZTE OHNE GRENZEN
erstmals Zugang zu Gebieten erhalten, die über mehrere Jahre von
humanitärer Hilfe abgeschnitten waren. Die Mitarbeiter berichten von
Tausenden hungernden und kranken Menschen, die dringend Hilfe
benötigen. Jahrelang war den Zivilisten in den 30 von UNITA-Rebellen
kontrollierten so genannten "grauen Zonen" der Zugang zu humanitärer
Hilfe verwehrt worden.
    
    Derzeit haben die Teams von ÄRZTE OHNE GRENZEN Zugang zu drei
Städten im Süden des Landes, die bislang von der Versorgung
abgeschnitten waren. In Chitembo (Provinz Bié), Bunjei (Provinz
Huila) und Chilembo (Provinz Huambo) stellten sie eine extrem hohe
Sterblichkeitsrate sowie dramatische Unterernährungsraten unter der
Zivilbevölkerung fest. "In dem 14.000 Einwohner zählenden Ort Bunjei
haben wir täglich 14 Tote gefunden, und wir haben mehr als 1.050 neue
Gräber gesehen", berichtet Thierry Allfort-Duverger, Leiter des
Erkundungsteams von ÄRZTE OHNE GRENZEN.
    
    Die Unterernährungsrate in Bunjei ist nach Angaben von ÄRZTE OHNE
GRENZEN alarmierend. 30 Prozent der Kinder leiden an schwerer
Unterernährung und mussten in ein Ernährungszentrum aufgenommen
werden, in dem sie auch medizinisch betreut werden. Darüber hinaus
versorgen die Mitarbeiter 3.500 Kinder unter zehn Jahren mit
Nahrungsmitteln und Trinkwasser.
    
    In Chitembo und Chilembo ist die Lage ähnlich dramatisch. In
Chitembo liegt die Unterernährung bei 26 Prozent, in Chilembo zeigte
eine Untersuchung von 1.219 Kindern eine Unterernährungsrate von 42
Prozent. Zehn Prozent der Kinder sind schwer unterernährt. In beiden
Orten sind Ernährungszentren eingerichtet worden.
    
    Die Unterernährungsraten sind äußerst besorgniserregend und machen
eine allgemeine UN-Nahrungsmittelverteilung dringend notwendig. Die
Mitarbeiter von ÄRZTE OHNE GRENZEN werden in den kommenden Wochen
weitere neu zugängliche Gebiete aufsuchen. Sie befürchten dort eine
ähnlich schlechte Lage. ÄRZTE OHNE GRENZEN hat die Teams in Angola
verstärkt und eine Luftbrücke eingerichtet, um die notwendigen
Hilfsgüter in die betroffenen Gebiete zu bringen.
    
    ÄRZTE OHNE GRENZEN ist seit 1983 in Angola tätig. Derzeit arbeiten
mehr als 80 inter-nationale und 850 nationale Mitarbeiter in elf der
18 Provinzen des Landes.
    
    Fotos zum kostenlosen Download und weitere Informationen sind
abrufbar unter: www.aerzte-ohne-grenzen.de
    
    Spenden werden dringend erbeten: Landesbank Berlin,
    BLZ: 100 500 00, Konto: 97 0 97, Stichwort: Angola
    
    
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