Ärzte ohne Grenzen

Palästinensische Autonomiegebiete
ÄRZTE OHNE GRENZEN fordert ungehinderten Zugang zu Patienten

    Berlin/Jerusalem (ots) - Die Behinderung medizinischer Hilfe in
den besetzten palästinensischen Gebieten hat nach Ansicht der
internationalen Organisation ÄRZTE OHNE GRENZEN ein alarmierendes
Ausmaß angenommen. Die Mitarbeiter stellen eine andauernde Verletzung
des internationalen humanitären Völkerrechts fest. Zu einem
Zeitpunkt, zu dem die palästinensische Zivilbevölkerung stärkstem
militärischem Druck ausgesetzt ist, werden den Hilfsteams strenge
Restriktionen auferlegt. Selbst in Gebieten wie Hebron und im
Gazastreifen, wo ÄRZTE OHNE GRENZEN schon seit einigen Jahren tätig
ist, und die derzeit nicht im Zentrum der israelischen Angriffe
stehen, ist der Zugang der Bevölkerung zu medizinischer Versorgung
gefährdet.
    
    Am Morgen des 2. April wurden drei Mitarbeiter der Organisation
auf ihrem Weg nach Um Amer bei Hebron mehrmals von israelischen
Soldaten sowie von Zivilisten mit Maschinengewehren bedroht und
festgehalten. Dabei war ihr Auto deutlich als Fahrzeug von ÄRZTE OHNE
GRENZEN gekennzeichnet.
    
    ÄRZTE OHNE GRENZEN verurteilt diesen jüngsten Vorfall scharf.
Obwohl der Organisation das Recht auf ungehinderte Bewegungsfreiheit
von der israelischen Armee in den besetzten Gebieten zugestanden
worden ist, werden die Teams daran gehindert, Patienten in bestimmten
Gebieten aufzusuchen.
    
    Damit wird laut ÄRZTE OHNE GRENZEN das internationale Recht auf
freien Zugang zu den Betroffenen genauso verletzt wie das Recht der
Bevölkerung auf medizinische Versorgung. Die Arbeit der Teams vor Ort
wird darüber hinaus von bewaffneten Milizen behindert, worüber die
Organisation sehr besorgt ist. Zudem ist ÄRZTE OHNE GRENZEN
beunruhigt darüber, dass die israelische Armee auf solche Vorfälle
mit Gleichgültigkeit reagiert.
    
    ÄRZTE OHNE GRENZEN versucht derzeit, palästinensischen Familien in
Hebron und im Gazastreifen medizinisch und psychologisch zu helfen.
Zur Zeit sind zehn internationale und 23 palästinensische Mitarbeiter
in der Region tätig. Sie bemühen sich, auch Städte in der Westbank zu
erreichen.
    
    
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