Ärzte ohne Grenzen

Bangladesch: ÄRZTE OHNE GRENZEN fordert mehr Hilfe und Schutz für Rohingya-Flüchtlinge

    Berlin/Dhaka (ots) - Die internationale Organisation ÄRZTE OHNE
GRENZEN ruft das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) sowie die Regierung
von Bangladesch auf, für bessere Lebensbedingungen und mehr Schutz
für die birmesischen Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch zu sorgen.
Zehn Jahre, nachdem die Rohingyas, Angehörige einer islamischen
Minderheit, aus Myanmar (Birma) nach Bangladesch geflohen sind, leben
sie dort noch immer unter inakzeptablen Bedingungen in
Flüchtlingslagern.
    
    Rund 250.000 Rohingyas waren zwischen 1991 und 1992 vor
Zwangsarbeit, Gewalt und Verfolgung seitens der birmesischen Behörden
nach Bangladesch geflüchtet. Seitdem wurden etwa 230.000 von ihnen in
ihr Heimatland zurückgeschickt. Dabei war es häufig fraglich, ob die
Rückführung - unter der Koordination des UNHCR - tatsächlich
freiwillig und im Einverständnis mit den Betroffenen erfolgte.
    
    Mehr als 21.000 Rohingyas sind derzeit noch immer in zwei
Flüchtlingslagern südlich der Stadt Cox's Bazar im Süden Bangladeschs
untergebracht. Dort leben sie nach Angaben von ÄRZTE OHNE GRENZEN in
überfüllten Unterkünften ohne ausreichende Wasserversorgung. Sie
dürfen die Lager nicht verlassen, um außerhalb Arbeit zu suchen oder
Getreide und Gemüse anzubauen. Doch die Nahrungsmittel, die sie in
den Lagern erhalten, reichen laut ÄRZTE OHNE GRENZEN für eine
angemessene Versorgung nicht aus. Die Mitarbeiter der Organisation
haben bei 58 Prozent der Flüchtlingskinder chronische Unterernährung
festgestellt.
    
    Zudem ist die Sicherheit der Flüchtlinge in den Lagern laut ÄRZTE
OHNE GRENZEN häufig bedroht. Die Zahl der Zwangsrückführungen nimmt
zwar ab, doch Gewalt und Einschüchterungsversuche seitens der
Lagerbehörden sind noch immer an der Tagesordnung. Mehr und mehr
Flüchtlinge werden festgenommen, wenn sie gegen ihre Situation
protestieren. Außerdem sehen sich die Rohingyas einem wachsenden
Druck ausgesetzt, nach Myanmar zurückzukehren, wo die Situation noch
immer unsicher ist.
    
    Während der UNHCR vorgibt, die Lage in Myanmar sei stabil, und
weiterhin die Rückführung der Flüchtlinge befürwortet, machen
Menschenrechtsberichte und Aussagen von Augenzeugen deutlich, dass
dies nicht der Fall ist. Gleichzeitig lehnt die Regierung von
Bangladesch eine Integration der Rohingyas ab, und auch die
internationale Gemeinschaft ist bislang nicht gewillt, die
Flüchtlinge in anderen Ländern aufzunehmen. Nach Ansicht von ÄRZTE
OHNE GRENZEN muss jedoch eine langfristige Lösung für diejenigen
gefunden werden, die nicht bereit sind, in ihr Heimatland
zurückzukehren. Dabei muss das Recht der Flüchtlinge respektiert
werden, selbst zu entscheiden, ob die Lage in Myanmar als sicher
bezeichnet werden kann.
    
    
ots Originaltext: Ärzte ohne Grenzen
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Kattrin Lempp,
Tel.: 030 - 22 33 77 25
Ein ausführlicher Bericht zum Thema ist unter
www.aerzte-ohne-grenzen.de einzusehen.

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