Ärzte ohne Grenzen

Erdbeben in Afghanistan: ÄRZTE OHNE GRENZEN behandelt Hunderte Verletzte

    Berlin/Mazar-i-Sharif (ots) - Nach dem Erdbeben im Nordosten
Afghanistans hat die internationale Organisation ÄRZTE OHNE GRENZEN
seit vergangenem Dienstag rund 600 Verletzte behandelt. In drei
Zelten versorgen die Mitarbeiter vor allem Patienten mit
Knochenbrüchen und Verbrennungen.
    
    "Die Stadt besteht fast nur noch aus zerstörten Häusern. Die
Menschen schlafen vor den Trümmern ihrer Häuser, weil sie Nachbeben
fürchten. Außerdem haben sie Angst, dass Plünderer die Situation
ausnutzen und in den Trümmern nach wertvollen Gegenständen suchen",
sagte Brice de la Vigne, Projektkoordinator von ÄRZTE OHNE GRENZEN in
Nahrin.
    
    In Zusammenarbeit mit vier Ärzten des afghanischen
Gesundheitsministeriums sammeln die Teams Verletzte in der Stadt
Nahrin ein sowie in einem Umkreis von fünf Kilometern. Zudem hat
ÄRZTE OHNE GRENZEN damit begonnen, mit mobilen Teams die Situation in
den Nachbarregionen zu erkunden. Zusätzlich zu medizinischer Hilfe
werden vor allem Unterkünfte, Decken, Nahrungsmittel und Trinkwasser
benötigt.
    
    Die Schwerverletzten werden in das Krankenhaus nach Phul-i-Khumri
gebracht. Zur Unterstützung hat ÄRZTE OHNE GRENZEN dorthin einen Arzt
sowie 200 Notfall-Kits zur Versorgung der Verwundeten entsandt.
    
    In der Erdbebenregion wurden zunächst Hilfsgüter eingesetzt, die
ursprünglich für die schwierige Ernährungssituation im Norden
Afghanistans bestimmt waren. Aufgrund der anhaltenden Dürrre und den
mehr als 20 Jahren Bürgerkrieg ist Unterernährung in dieser Region
weiterhin ein großes Problem. ÄRZTE OHNE GRENZEN unterstützt im
Norden 18 Kliniken mit 45.000 Konsultationen monatlich, arbeitet in
zahlreichen Vertriebenenlagern und betreut mehr als 4.000 Kinder in
speziellen Ernährungszentren.
    
    Spenden werden dringend erbeten:
    Landesbank Berlin, BLZ: 100 500 00, Kontonummer 97 0 97
    Stichwort: Afghanistan
    
    
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