Ärzte ohne Grenzen

Appell an Geberkonferenz in Berlin: Humanitäre Hilfe hat oberste Priorität

    Berlin (ots) - Anlässlich der Konferenz der wichtigsten
Geberländer für Afghanistan (Afghan Support Group), die heute in
Berlin unter deutschem Vorsitz startet, warnt die internationale
Organisation ÄRZTE OHNE GRENZEN vor zu großem Optimismus. Oberste
Priorität habe zurzeit die humanitäre Hilfe, auch wenn bereits in
vielen Gremien der Wiederaufbau des Landes diskutiert werde. Noch
immer wird in einigen Landesteilen gekämpft, und Millionen von
Menschen innerhalb Afghanistans haben keinen Zugang zu dringend
nötiger Hilfe.
    
    Nach Ansicht von ÄRZTE OHNE GRENZEN ist die humanitäre Situation
der Menschen in Afghanistan genauso verzweifelt wie vor dem 11.
September. Die Folgen des Bürgerkriegs sowie der drei Jahre
anhaltenden Dürre sind nach wie vor katastrophal. "Außerdem sind die
Sicherheitsbedingungen außerhalb der größeren Städte oft schlecht,
und es gibt zu wenige Organisationen im Land, um die große Not der
Menschen aufzufangen", sagte die Geschäftsführerin der deutschen
Sektion, Ulrike von Pilar. Obwohl ÄRZTE OHNE GRENZEN mit rund 60
internationalen und 400 afghanischen Mitarbeitern im Land ist,
erreicht die Organisation nach eigenen Angaben nur einen Teil der
Bedürftigsten.
    
    ÄRZTE OHNE GRENZEN appelliert daher an die in Berlin tagenden
Geberländer, sich dringend dafür einzusetzen, dass humanitäre
Organisationen verstärkt auch außerhalb urbaner Zentren arbeiten
können. Militärischen Schutz für humanitäre Helfer lehnt die
Organisation ab. "Wir haben 20 Jahre unter schwierigen Bedingungen
und ohne militärischen Beistand in Afghanistan gearbeitet, erklärte
von Pilar. "Unser größter Schutz sind unsere Unabhängigkeit und die
Nähe zur Bevölkerung, für die wir arbeiten."
    
    Die Menschen in Afghanistan benötigen nach Ansicht der
Organisation Schutz vor Gewalt und Verfolgung. Darüber hinaus müssen
Vertriebene, Asylbewerber und Flüchtlinge vor Zwangsrepatriierung und
schlechter Behandlung in Lagern geschützt werden. Wichtig sei ebenso,
dass die Nachbarländer Afghanistans ihre Grenzen öffnen und die
Flüchtlinge adäquat versorgt werden.
    
    ÄRZTE OHNE GRENZEN fordert die Geberländer zudem auf, sich dafür
einzusetzen, dass die UN-Organisationen die notwendige finanzielle
und politische Unterstützung erhalten, um ein effizientes
Verteilungssystem für Hilfsgüter in Afghanistan aufzubauen. Dies sei
eine Voraussetzung dafür, dass die Menschen in ihre Heimat
zurückkehren könnten.
    
    Ein offener Brief an die Afghan Support Group ist abrufbar unter:
    www.aerzte-ohne-grenzen.de
    
    
ots Originaltext: Ärzte ohne Grenzen
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Weitere Informationen:
Ärzte ohne Grenzen,
Petra Meyer, Beate Wagner,
Tel: 030- 22 33 77 00

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