Ärzte ohne Grenzen

AKTIVITÄTEN-UPDATE Nepal, 28. April 2015: Erste Teams von Ärzte ohne Grenzen erreichen Erdbebengebiet

Berlin (ots) - Erste Teams der medizinischen Nothilfeorganisation Ärzte ohne Grenzen sind am Montag in Nepal angekommen und erheben aktuell die dringendsten medizinischen Bedürfnisse. Weitere Teams werden im Erdbebengebiet erwartet.

Ein Team mit 17 Mitarbeitern befindet sich derzeit in Kathmandu und hat per Hubschrauber das Ausmaß der Schäden erkundet. Ein weiteres Team wurde Montagabend in Kathmandu erwartet, nachdem das Flugzeug aus Neu Delhi zunächst aufgrund der Nachbeben nicht hatte landen können.

Weitere Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen haben vom indischen Bundesstaat Bihar aus das rund 70 Kilometer nordwestlich von Kathmandu gelegene Gorkha erreicht. Außerdem haben drei Lastwagen mit lebenswichtigen Hilfsgütern die nepalesische Grenze überquert und sind auf dem Weg nach Gorkha.

Ein Team mit elf Mitarbeitern, bestehend aus Chirurgen und anderen Medizinern, ist von Brüssel aus auf dem Weg nach Kathmandu. Es hat chirurgisches Notfall-Material dabei, mit dem es innerhalb der entscheidenden 72 Stunden nach dem Erdbeben einen Operationsraum errichten und mit chirurgischen Eingriffen beginnen kann. Das Team wird auch in die Bezirke Tanahu, Lamjung und Gorkha fahren, um dort Krankenhäuser zu unterstützen, mobile Kliniken zu betreiben und lebenswichtige Hilfsgüter wie Decken, Hygiene-Artikel und Material für Notunterkünfte zu verteilen. Abhängig vom Bedarf wird das Team auch für Wasser und Sanitäranlagen sorgen.

Am Montag ist außerdem in Japan ein Team mit fünf Mitarbeitern, darunter ein Chirurgen, nach Kathmandu aufgebrochen. Aus Amsterdam ist ein Team aus Ärzten, Wasser- und Sanitärexperten in Richtung Nepal unterwegs. Aus dem Logistikzentrum im belgischen Ostende sind 30 Tonnen Hilfsgüter unterwegs. Ein 35-Tonnen-Charterflug mit einem aufblasbaren Krankenhaus und Medikamenten wird am Dienstag vom französischen Bordeaux aus starten.

Vier Teams sind am 26. April auf dem Landweg von Bihar State in Indien aufgebrochen. Sie befinden sich derzeit an der nepalesischen Grenze und machen sich auf den Weg in die am schwersten betroffenen Gebiete. Ein Team mit drei Mitarbeitern, einschließlich einer Hebamme, soll in Kürze in Pokhara ankommen. Weitere drei Mitarbeiter, einschließlich einer Hebamme und einem Anästhesisten, sind am Montag in Paris abgeflogen.

Ärzte ohne Grenzen hat von 2002 bis 2009 in Nepal gearbeitet. Die Teams haben sich um die Gesundheitsversorgung der Menschen gekümmert, die vom Konflikt betroffen waren, einschließlich Basis-Gesundheitsversorgung, Familienplanung und Wasserversorgung. Ärzte ohne Grenzen hat sich im Jahr 2009 aus Nepal zurückgezogen und seine Aktivitäten nationalen Organisationen und Entwicklungshilfeorganisationen mit längerfristigen Hilfsansätzen übergeben.

Pressekontakt:

Christiane Winje, christiane.winje@berlin.msf.org, 030 700 130 240,
Svenja Kühnel, svenja.kuehnel@berlin.msf.org, 030 700 130 230,
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