Ärzte ohne Grenzen

Pakistan: ÄRZTE OHNE GRENZEN lehnt Umsiedlung der Flüchtlinge aus dem Flüchtlingslager Jalozai ab

    Berlin/Peshawar (ots) - Die internationale Hilfsorganisation ÄRZTE
OHNE GRENZEN lehnt die geplante Umsiedlung von rund 70.000
afghanischen Flüchtlingen aus dem Lager Jalozai in neue
Flüchtlingslager in Bajaur und anderen Orten in der Grenzregion
Nord-Westpakistans ab. ÄRZTE OHNE GRENZEN zufolge garantiert das
Lager Jalozai im Süden Peshawars zumindest ein Minimum an Sicherheit
für die Afghanen, während die neuen Lager viel zu nahe an der
afghanischen Grenze sind. Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR)
beabsichtigt, am Mittwoch mit der Umsiedlung der Flüchtlinge in das
Lager Kotkai in Bajaur zu beginnen, das weniger als fünf Kilometer
von der Grenze zu Afghanistan liegt.
    
    "Der Status der Flüchtlinge bleibt unklar", erklärt Tim Pitt,
Projektleiter von ÄRZTE OHNE GRENZEN in Pakistan. "Sie werden nun als
'Extern Vertriebene' bezeichnet, aber niemand weiß, was das in Bezug
auf ihre Rechte und Pflichten wirklich bedeutet. Wenn sie nun so nahe
der Grenze sind, gefährdet das ihr Leben. Gleichzeitig befürchten
wir, dass sie in naher Zukunft leichter nach Afghanistan abgeschoben
werden können."
    
    ÄRZTE OHNE GRENZEN unterstützt als eine der wenigen
Hilfsorganisationen die Menschen in Jalozai. Trotz schwieriger
Bedingungen haben die Teams während der letzten Jahre medizinische
Hilfe geleistet: Sie führen Untersuchungen, Impfungen und
Ernährungsprogramme für unterernährte Kinder durch und behandeln die
häufigsten Krankheiten.
    
    Tim Pitt zufolge gibt es einen großen Unterschied zwischen der
geplanten Umsiedlung des Lagers in Jalozai und des Auffanglagers an
der Grenze von Chaman im Süden des Landes, wo ebenfalls eine
Umsiedlung der Flüchtlinge angestrebt wird. "In Chaman leben die
Menschen zu nahe an der Grenze. Dort unterstützen wir völlig die
Umsiedlung an wesentlich sichere Orte um Roghani. Aber im Fall von
Jalozai ist es umgekehrt. Wir sehen keinen vernünftigen Grund dafür,
dass Zehntausende in eine Region transportiert werden, die von allem
abgeschnitten ist außer vom Krieg. Darüber hinaus befürchten wir,
dass die Umsiedlung dieser Menschen in Gebiete, in denen fast
ausschließlich Paschtunen leben, zu ernsthaften ethnischen Konflikten
führen kann."
    
    "ÄRZTE OHNE GRENZEN wird seiner Verpflichtung gegenüber den
Flüchtlingen aus Jalozai auch in den neuen Lagern nachkommen", so Tim
Pitt, "allerdings nur unter massivem Protest gegen eine äußerst
unmenschliche Politik und Verfahrensweise."
    
    ÄRZTE OHNE GRENZEN bittet dringend um Spenden zur Unterstützung
der afghanischen Bevölkerung in Afghanistan und den Nachbarländern.
    
    Sparkasse Berlin, BLZ 100 500 00, Kto: 97 0 97, Stichwort:
Afghanistan
    
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Weitere Informationen:
ÄRZTE OHNE GRENZEN,
Pressestelle,
Petra Meyer, Kattrin Lempp,
Tel: 030-22 33 77 00
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