Ärzte ohne Grenzen

Afghanistan: ÄRZTE OHNE GRENZEN lehnt Abwurf von Medikamenten und Lebensmitteln als Teil einer Militäroperation ab

    Berlin/Paris (ots) - Als Reaktion auf die Anschläge in New York
und Washington, die 6000 Todesopfer forderten, bombardierten am
gestrigen Sonntag amerikanische und britische Luftstreitkräfte Ziele
in Afghanistan. Der gleichzeitige Abwurf von Lebensmitteln und
Medikamenten wurde von der internationalen medizinischen
Hilfsorganisation ÄRZTE OHNE GRENZEN als Teil einer militärischen
Strategie kritisiert.
    
    Der Abwurf der Hilfsgüter war von den politisch Verantwortlichen
als "humanitäre" Operation bezeichnet worden. ÄRZTE OHNE GRENZEN
wendet sich dagegen, humanitäre Hilfe zur Werbung um internationale
Anerkennung und Unterstützung für die durch die USA angeführten
Angriffe zu benutzen.
    
    Nach Einschätzung der Organisation ist es nutzlos und
möglicherweise gefährlich, während nächtlicher Luftangriffe
Medikamente und Lebensmittel abzuwerfen, ohne zu wissen, wer diese
erhalten wird. ÄRZTE OHNE GRENZEN kritisiert das Vorgehen der
Verantwortlichen, die einerseits militärisch angreifen und
andererseits Medikamente verteilen. Die Mitarbeiter der Organisation
befürchten, dass die Vermischung von militärischen Operationen mit
humanitärer Hilfe die ohnehin schon schwierigen Bedingungen für die
humanitäre Hilfe verschärfen wird.
    
    Aus diesem Grund lehnt ÄRZTE OHNE GRENZEN die von US-Präsident
Bush und dem britischen Premierminister Blair vorgeschlagene Idee
einer humanitären Koalition, die Hand in Hand mit einer militärischen
Koalition gehen solle, ab. ÄRZTE OHNE GRENZEN fordert stattdessen die
Unabhängigkeit der humanitären Hilfe.
    
    ÄRZTE OHNE GRENZEN bittet dringend um Spenden zur Unterstützung
der afghanischen Bevölkerung in Afghanistan und den Nachbarländern.
    
    Sparkasse Berlin, BLZ 100 500 00, Kto: 97 0 97, Stichwort:
Afghanistan
    
ots Originaltext: ÄRZTE OHNE GRENZEN
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Weitere Informationen,
Pressestelle,
Kattrin Lempp,
Tel.: 030-22 33 77 00
www.aerzte-ohne-grenzen.de

Original-Content von: Ärzte ohne Grenzen, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Ärzte ohne Grenzen

Das könnte Sie auch interessieren: