Ärzte ohne Grenzen

Angola: Ärzte ohne Grenzen kritisiert Kriegsparteien
Bevölkerung hat kaum Zugang zu humanitärer Hilfe

    Luanda/Berlin (ots) - Die internationale medizinische
Hilfsorganisation ÄRZTE OHNE GRENZEN hat die Konfliktparteien in
Angola scharf kritisiert. Sie wirft der Regierung und den
UNITA-Rebellen vor, für die Vertreibung von Zehntausenden Menschen
verantwortlich zu sein und gleichzeitig den Menschen in den von ihnen
kontrollierten Gebieten keine Hilfe zu gewähren. Nach UN-Angaben lebt
zudem etwa eine halbe Million Angolaner in Regionen, die für
humanitäre Hilfe völlig unzugänglich sind.
    
    ÄRZTE OHNE GRENZEN kritisiert, dass beide Kriegsparteien die
Zivilbevölkerung gezielt angreifen und aus ihren Dörfern vertreiben.
Doch selbst in den Gebieten, in die die Menschen getrieben werden,
erhalten sie oftmals weder Nahrung noch medizinische Hilfe von den
jeweiligen Machthabern. Da auch internationale Hilfsorganisationen
nicht immer Zugang zu den Vertriebenen haben, bleibt den Menschen oft
keine andere Wahl, als sich erneut auf die Flucht zu begeben.
    
    Besonders katastrophal ist die Situation derzeit in den Städten
Cuemba (Provinz Bie) und Mussende (Provinz Cuanza Sul), wo
Unterernährungs- und Sterblichkeitsraten alarmierend hoch sind. Beide
Städte befinden sich unter der Kontrolle der Regierung, während die
umliegenden Gebiete von den Rebellen gehalten werden. Die in diesen
Städten lebenden Vertriebenen werden von der Regierung nicht
unterstützt. Sie benötigen dringend Nahrung und medizinische Hilfe.
"Wir befürchten, dass Cuemba und Mussende keine Einzelfälle sind,
sondern nur die Spitze des Eisberges darstellen", sagte Marc Poncin
von ÄRZTE OHNE GRENZEN.  
    
    Seit Wiederaufnahme des Bürgerkrieges Ende 1998 haben humannitäre
Organisationen zudem keinerlei Zugang zu den Gebieten, die von der
UNITA kontrolliert werden. "Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass die
Situation in diesen Gebieten weniger dramatisch ist", so Poncin. Nach
UN-Schätzungen leben in Angola 500.000 Menschen, die keinen Zugang zu
externer Hilfe haben.
    
    ÄRZTE OHNE GRENZEN ist seit 1983 in Angola tätig, derzeit arbeiten
dort 80 internationale und 850 nationale Mitarbeiter der
Organisation.
    
    
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Tel: 030-22 33 77 00, www.aerzte-ohne-grenzen.de

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