Ärzte ohne Grenzen

Ärzte ohne Grenzen: Rekordergebnis beim Spendenaufkommen
Größte Sorge ist Afghanistan

    Berlin (ots) - Die deutsche Sektion von ÄRZTE OHNE GRENZEN hat im
vergangenen Jahr nach eigenen Angaben mit einem Spendenaufkommen von
47,2 Millionen Mark ein Rekordergebnis erzielt. Dies teilte die
Organisation anlässlich der Vorstellung des Jahresberichts 2000 in
Berlin mit. Besonders besorgt zeigte sich die Geschäftsführerin,
Ulrike von Pilar, über die aktuelle Situation in Afghanistan.
Hunderttausende Menschen leben innerhalb des Landes als Vertriebene
oder fliehen vor Krieg und Dürre in die Nachbarländer.
    
    "Afghanen stellen seit Jahren das größte Flüchtlingskontingent der
Welt, doch Pakistan und Iran wollen ihre Grenzen schließen und die
Flüchtlinge so schnell wie möglich nach Afghanistan zurückschicken,
wo neue Lager errichtet werden sollen. Wie schizophren muss eine
Flüchtlingspolitik sein, die mit der einen Hand Sanktionen gegen die
Taliban verhängt und mit der anderen die vor diesem Regime geflohenen
Menschen in die Unsicherheit zurückschickt?", fragte von Pilar.
    
    Die Organisation ist noch immer mit 70 internationalen und 400
nationalen Mitarbeitern in Afghanistan tätig. Die Menschen seien
dringend auf externe Hilfe angewiesen, da die medizinische Versorgung
teilweise völlig zusammengebrochen sei. Vor einigen Wochen wurde der
Ausbruch von Skorbut in einigen Dörfern bestätigt, da sich die
Menschen seit Monaten nur noch von Tee, Gras und Wurzeln ernähren.
Nach Angaben von ÄRZTE OHNE GRENZEN ist humanitäre Hilfe trotz
Einschränkungen seitens der Taliban noch immer möglich, doch gebe es
gemessen am Ausmaß der Katastrophe zu wenige Hilfsorganisationen vor
Ort.
    
    Ulrike von Pilar forderte die Bundesregierung, die den Vorsitz in
der Gruppe der Geberländer hat, auf, ihren Einfluss auf die
internationale Afghanistan-Politik geltend zu machen. Humanitäre
Hilfe allein sei keine Lösung für die Probleme des Landes.
    
    Die Vorstandsvorsitzende der deutschen Sektion, Gundula
Epp-Graack, wertete den Spendenanstieg um 62 Prozent im Vergleich zum
Vorjahr als "sensationelles Ergebnis". Dieser Zuwachs geht in erster
Linie auf die Flutkatastrophe in Mosambik zurück. Insgesamt
finanzierte die deutsche Sektion 47 Projekte im Jahr 2000, wobei der
Schwerpunkt in Afrika lag. Als sehr erfreulich bezeichnete Epp-Graack
auch die Vermittlung von 115 Mitarbeitern, von denen die Hälfte
Ärztinnen und Ärzte waren.
    
ots Originaltext: ÄRZTE OHNE GRENZEN
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030-22 33 77 00

Spendenkonto: Sparkasse Bonn, BLZ 380 500 00, Kto: 97 0 97

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