Ärzte ohne Grenzen

Südafrika: Pharmakonzerne ziehen Klage zurück
Wichtiger Präzedenzfall für Entwicklungsländer

Pretoria/Berlin (ots) - Aufgrund massiver weltweiter Proteste haben die 39 Pharmaunternehmen die seit drei Jahren anhängige Klage gegen die südafrikanische Regierung bedingungslos zurückgezogen. Damit kann das 1997 von der südafrikanischen Regierung verabschiedete Gesetz in Kraft treten, das den Import kostengünstiger Arzneimittel und den Gebrauch von erschwinglichen Generika (Nachahmerpräparaten) erlaubt. "Dies ist ein wahrer Triumph von David über Goliath - nicht nur für uns in Südafrika, sondern für viele Menschen in Entwicklungsländern, die für den Zugang zu unentbehrlichen Medikamenten kämpfen. Wir wurden durch die Unterstützung, die wir weltweit erfahren haben, unglaublich ermutigt und gestärkt. Besonders dankbar sind wir für die 260.000 Unterschriften von besorgten Bürgern und 140 Organisationen aus 130 Ländern, die die Pharmafirmen dazu aufgerufen haben, die Klage fallen zu lassen", sagte Zackie Achmat, Vorsitzender der südafrikanischen TREATMENT ACTION CAMPAIGN (TAC). Das Ergebnis des Prozesses verändert nach Ansicht von ÄRZTE OHNE GRENZEN das Machtverhältnis zwischen Entwicklungsländern und der pharmazeutischen Industrie. Es sei eine klare Botschaft an die afrikanischen Regierungschefs, die sich nächste Woche in Nigeria treffen, um über HIV und andere Krankheiten zu diskutieren, dass Menschenleben wichtiger sind als Patente. "Nun sollte den Ländern, die den Zugang zu bezahlbaren Medikamenten langfristig sichern wollen, nichts mehr im Wege stehen", sagte Ellen t'Hoen von ÄRZTE OHNE GRENZEN. Das Ergebnis dieses Prozesses wird anderen Ländern helfen, die im internationalen Handelsabkommen festgelegten Rechte zum Schutz der Gesundheit, wie Parallelimport und Zwangslizenzen, voll auszunutzen. "Wir glauben nicht, dass die Pharmaindustrie in nächster Zeit einen erneuten Rechtsstreit mit einem anderen Entwicklungsland anstrengen wird", so Ellen t'Hoen. Einige afrikanische Länder haben bereits die Initiative zur Verteidigung der öffentlichen Gesundheit ergriffen. Sie haben eine Sitzung innerhalb der Welthandelsorganisation am 18. Juni in Genf einberufen, um die Wirkung internationaler Patentregeln auf den Gesundheitsbereich zu überprüfen. "Dies ist ein seltener und beachtlicher Sieg der Armen über mächtige Konzerne. Wir müssen jetzt mit den Pharmafirmen und der Regierung zusammenarbeiten, um den Menschen die notwendigen Medikamente zukommen zu lassen", so Kevin Watkins von Oxfam. ots Originaltext: ÄRZTE OHNE GRENZEN Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Weitere Informationen: ÄRZTE OHNE GRENZEN, Pressestelle: Kattrin Lempp, Petra Meyer in Berlin: 030-22 33 77 00 oder in Pretoria Samantha Bolton: 082-858 3429 bzw. Toby Kasper: 082 332 9713; OXFAM, Helen Palmer: 082 448 3299; TAC, Mark Heywood: 083 634 8806 bzw. Zackie Achmat: 083 467 1152 Original-Content von: Ärzte ohne Grenzen, übermittelt durch news aktuell

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